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Faktencheck: 5 Dinge, die man angeblich meiden muss

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 9, 2026Keine Kommentare13 Minuten Lesezeit
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Ein Facebook-Reel zählt „5 Dinge, die ich als Experte für Gesundheit STRIKT vermeide“ auf. Fluorid in der Zahnpasta, weil es „ein Medikament“ sei. Kassenbons, weil sie Chemikalien „direkt über die Haut in unseren Blutkreislauf“ bringen. Sonnencreme mit chemischen Filtern, weil die das „Gleichgewicht zerstören“. Plastikzahnbürsten, weil sie jeden Tag Mikroplastik in den Mund bringen. Und Deos mit Aluminium, weil Schwitzen „Entgiftung“ sei. Am Ende heißt es: „Kommentiere INFO und ich schicke dir meinen kostenlosen Report.“ Wer hinter dem Account steht und ob die Bezeichnung „Experte“ zutrifft, haben wir nicht geprüft – und es spielt für diesen Faktencheck auch keine Rolle. Wir prüfen die Behauptungen, nicht die Person.

Screenshot des Facebook-Beitrags: Über dem Video ein Text über Kassenbons und Thermopapier, im Video die Liste „5 Dinge, die ich als Experte für Gesundheit STRIKT vermeide (und warum)!“ mit den Punkten Fluorid in Zahnpasta, Kassenbons anfassen, Sonnencreme mit Oxybenzon, Plastik-Zahnbürsten und Anti-Transpirantien. Der Accountname ist verpixelt.
Das Reel, das wir geprüft haben. Screenshot: Facebook

Das Reel ist nicht einfach erfunden. Bei mehreren der fünf Punkte gibt es tatsächlich etwas, das Forscher untersuchen. Genau deshalb wirkt der Beitrag so glaubwürdig. Und genau dort passiert der Trick: Aus „ein Stoff kann in kleinen Mengen auf die Haut kommen“ wird „das Produkt ist gefährlich“. Aus einer offenen Frage wird eine Gewissheit. Wie viel vom Stoff wirklich im Körper ankommt, sagt das Reel nie.

Kurz gesagt

Das Wichtigste in drei Punkten

  • Keine der fünf Warnungen ist ein guter Gesundheitsrat. Bei Zahnpasta, Sonnencreme und Deo sagen die zuständigen Behörden das Gegenteil des Reels.
  • Bei Kassenbons und Zahnbürsten steckt ein wahrer Kern drin: Kassenbons können bedenkliche Stoffe enthalten, Zahnbürsten verlieren winzige Plastikteilchen. Dass das im Alltag krank macht, ist aber nicht belegt.
  • Das Muster ist immer gleich: Weil ein Stoff irgendwo drin ist, soll er auch schaden. Wie viel davon in den Körper kommt, wird nicht gefragt.

Fünf Warnungen, fünf Ergebnisse

Was das Reel behauptet – und was Behörden und Studien dazu sagen.

„Fluorid ist ein Medikament, kein Nahrungsmittel.“Zahnpasta

Irreführend
Stimmt, man muss Fluorid nicht essen. Aber es schützt die Zähne von außen vor Karies. Das ist sehr gut belegt, und die Behörden empfehlen Zahnpasta mit Fluorid.

Kassenbons bringen Chemikalien „direkt in den Blutkreislauf“.Thermopapier

Wahrer Kern, stark verkürzt
Ein Stoff aus dem Papier kann auf die Finger kommen. Der bekannteste, BPA, ist in der EU seit 2020 kaum noch erlaubt. Der Ersatzstoff BPS ist aber auch bedenklich. Wie viel man abbekommt, hängt davon ab, wie oft und wie lange man Bons anfasst.

Chemische Sonnenfilter „zerstören dein hormonelles Gleichgewicht“.Sonnencreme

Irreführend
Ein Filter, Oxybenzon, wird seit Jahren geprüft. Die EU hat die erlaubte Menge 2023 gesenkt. Ob er Hormone stört, ist nicht geklärt. Alle Sonnenfilter in einen Topf zu werfen, ist falsch.

„Jeden Tag Mikroplastik im Mund. Bambus ist die sauberere Alternative.“Zahnbürste

Wahrer Kern, Schluss unbelegt
Ja, Zahnbürsten verlieren winzige Plastikteilchen. Dass das krank macht, ist nicht belegt. Und die Borsten vieler Bambusbürsten sind auch aus Plastik.

„Schwitzen ist Entgiftung. Ich verstopfe meine Poren nicht mit Aluminium.“Antitranspirant

Überwiegend falsch
Schwitzen kühlt den Körper. Schadstoffe werden vor allem über Nieren und Darm ausgeschieden. Das Aluminium im Deo ist gut untersucht: Ein Schaden ist nach heutigem Wissen unwahrscheinlich.

Mehrere Warnungen enthalten einen wahren Kern. Keine davon belegt die behauptete Gesundheitsgefahr.

Man muss Fluorid nicht essen, damit es wirkt

Der Satz über Fluorid ist geschickt gebaut, weil er wörtlich stimmt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – das ist die deutsche Behörde, die prüft, ob Alltagsprodukte gesundheitlich sicher sind – sagt selbst: Fluorid ist kein Nährstoff, den der Körper braucht. Niemand muss es essen. Nur hat das mit Zahnpasta wenig zu tun. Fluorid ist nicht in der Zahnpasta, damit man es schluckt. Es wirkt direkt am Zahn: Es macht den Zahnschmelz härter gegen Säuren und bremst Bakterien, die Karies verursachen. Genau deshalb empfiehlt dieselbe Behörde Zahnpasta mit Fluorid.

Dass fluoridhaltige Zahnpasta Karies vorbeugt, ist sehr gut belegt. Eine große Auswertung von 96 Studien durch das Forschungsnetzwerk Cochrane zeigt: Wer mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzt, bekommt weniger Karies als mit Zahnpasta ohne Fluorid. Normale Zahnpasta enthält 1.000 bis 1.450 ppm Fluorid – „ppm“ ist ein Maß für sehr kleine Mengen, ein Teil auf eine Million. Die EU erlaubt höchstens 1.500 ppm.

Zu viel Fluorid kann schaden, das bestreitet niemand. Kleine Kinder, die regelmäßig größere Mengen Zahnpasta schlucken, können weiße Flecken auf den Zähnen bekommen, sogenannte Fluorosen. Deshalb gibt es für Kinder eigene Mengenangaben, und Eltern sollen die Zahnpasta genau dosieren. Aber das gilt für fast alles: Auch Kochsalz ist in großen Mengen giftig, und trotzdem warnt niemand vor dem Salzstreuer. Die Menge macht den Unterschied. Der Satz „Fluorid ist ein Medikament“ soll vor allem den Eindruck erzeugen, beim Zähneputzen werde einem heimlich eine Arznei untergejubelt. Das stimmt so nicht.

Beim Kassenbon hat das Reel recht – bis zu einem bestimmten Punkt

Beim Kassenbon wird das Reel ausführlicher, und der erste Teil stimmt. Kassenbons brauchen keine Tinte. Das Papier ist mit einer Schicht überzogen, die bei Hitze dunkel wird. In dieser Schicht steckt ein Stoff, den Fachleute Farbentwickler nennen. Laut Umweltbundesamt macht er etwa 0,5 bis 3 Prozent des Papiers aus. Lange war das vor allem Bisphenol A, kurz BPA. Dieser Stoff kann im Körper ähnlich wirken wie das weibliche Hormon Östrogen. Und ja: Er kann beim Anfassen auf die Finger kommen. Schweizer Forscher haben 2010 gemessen, dass mit nassen oder fettigen Fingern rund zehnmal mehr übergeht als mit trockenen. Eine US-Studie von 2014 fand, dass manche Handdesinfektionsmittel die Aufnahme über die Haut erhöhen.

Was das Reel verschweigt: BPA-haltige Kassenbons sind in der EU seit dem 2. Jänner 2020 praktisch verboten. Papier mit 0,02 Prozent oder mehr BPA darf nicht mehr verkauft werden. Ganz gelöst ist die Sache damit aber nicht, und das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Viele Hersteller sind auf einen ähnlichen Stoff umgestiegen, Bisphenol S oder BPS. Und den stuft die EU laut Umweltbundesamt ebenfalls als besonders besorgniserregend ein, weil er Hormone stören und die Fruchtbarkeit schädigen kann. Es gibt zwar Kassenbon-Papier ganz ohne solche Stoffe, aber als Kunde sieht man dem Bon nicht an, welche Sorte es ist. Zu sagen, Kassenbons seien völlig harmlos, wäre also genauso falsch.

Der Fehler des Reels liegt woanders. Es tut so, als wäre jeder Kontakt mit dem Bon gleich gefährlich. Tatsächlich sind das drei verschiedene Schritte: Ein Stoff kommt vom Papier auf die Haut. Ein Teil davon dringt in die Haut ein. Und erst dann stellt sich die Frage, wie viel davon wirklich im Körper ankommt. Wer an der Kassa sitzt und hunderte Bons am Tag anfasst, ist in einer anderen Lage als jemand, der einen Bon zehn Sekunden hält und einsteckt. Fairerweise: Im Begleittext unter dem Video steht dieser Unterschied sogar – „besonders relevant, wenn du regelmäßig Bons in der Hand hast, nicht nur einmal im Monat“. Im Video selbst, das die meisten nur sehen, fehlt er. „Direkt in den Blutkreislauf“ ist dafür viel zu grob. Wer Bons trotzdem vermeiden will, kann einen digitalen Beleg nehmen. Das Umweltbundesamt empfiehlt das ohnehin, vor allem der Umwelt zuliebe.

Warum die EU einen Sonnenfilter beschränkt hat, ohne ihn zu verbieten

Bei der Sonnencreme greift das Reel einen Stoff heraus, über den es wirklich Diskussionen gibt: Oxybenzon, in Europa meist Benzophenone-3 genannt. Ein Ausschuss von Fachleuten, der die EU-Kommission bei Kosmetik berät, hat den Stoff genau geprüft. Das Ergebnis ist interessanter als die Kurzfassung im Reel. Die Fachleute sagen: Einzelne Studien deuten darauf hin, dass der Stoff Hormone beeinflussen könnte. Insgesamt reichen die Daten aber nicht, um das zu bestätigen. Die Frage ist offen. Gleichzeitig fanden sie, dass die bisher erlaubte Menge von 6 Prozent in Körpercremes zu hoch angesetzt war.

Die EU hat 2022 reagiert. Seit 2023 dürfen Sonnencremes und Sprays für den Körper höchstens 2,2 Prozent davon enthalten. In Gesichtscremes, Handcremes und Lippenstiften bleiben bis zu 6 Prozent erlaubt. Man kann also sagen: Das ist ein Stoff, den Behörden im Auge behalten und begrenzen. Das Reel macht daraus „zerstört dein hormonelles Gleichgewicht“ – und dehnt das gleich auf alle „anderen chemischen Filter“ aus. Das sind aber ganz verschiedene Stoffe mit ganz verschiedenen Eigenschaften. Man kann sie nicht in einen Satz packen und alle zu Hormonzerstörern erklären.

Das BfR und das Bundesamt für Strahlenschutz sagen es klar: Bei Sonnenschutzmitteln, die in der EU verkauft werden, sind nach heutigem Wissen keine gesundheitlichen Schäden zu erwarten. Denn hier dürfen nur Filter drin sein, die vorher geprüft wurden. Was dagegen sehr sicher belegt ist: Zu viel Sonne verursacht Hautkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ab einem UV-Index von 3 – das ist ein ganz normaler Sommertag – Schatten, Kleidung und Sonnencreme auf unbedeckter Haut. Wer wegen eines einzelnen Inhaltsstoffs ganz auf Sonnencreme verzichtet, tauscht ein mögliches Risiko gegen ein sicheres.

Mikroplastik aus der Zahnbürste gibt es wirklich

Auch beim vierten Punkt stimmt der Anfang. Beim Putzen reiben die Borsten am Zahn, und dabei lösen sich winzige Plastikteilchen. Eine Studie aus dem Jahr 2023 hat das im Labor nachgewiesen. Eine weitere Studie aus 2025 hat in China gängige Zahnbürsten und Zahnpasten untersucht und geschätzt: Aus der Zahnbürste kommen mindestens 2,3 Millionen Teilchen pro Jahr und Person. Das klingt nach sehr viel. Knapp zwei Drittel dieser Teilchen waren kleiner als ein Zehntel Millimeter – also ungefähr so breit wie ein menschliches Haar oder noch kleiner.

Nur folgt daraus nicht, dass das krank macht. Dieselbe Studie aus 2025 schreibt ausdrücklich, dass die untersuchten Zahnbürsten und Zahnpasten nicht direkt zu einem Gesundheitsrisiko beitragen. Die Forscher sehen das Problem vor allem in der Umwelt, wo die Teilchen landen. Das BfR sagt zu Mikroplastik allgemein: Belege, dass es der Gesundheit schadet, gibt es bisher nicht. Der größte Teil wird einfach wieder ausgeschieden. Die Behörde sagt aber auch offen, dass noch nicht alle Fragen beantwortet sind. Es bleibt also wieder derselbe Unterschied: Dass die Teilchen da sind, ist bewiesen. Dass sie schaden, nicht.

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Und dann kommt der kleine Sprung zur Bambuszahnbürste. Für die Umwelt kann die sinnvoll sein, weil der Griff nicht aus Plastik ist. Dass Bambus für die Gesundheit „sauberer“ wäre, belegt das Reel nicht. Und die Borsten vieler Bambusbürsten bestehen weiterhin aus Nylon oder einem anderen Kunststoff. Ein Holzgriff macht die Bürste nicht plastikfrei.

Schwitzen kühlt – es ist kein Detox-System

Der letzte Punkt wechselt das Thema: von der Angst vor Chemie zur Idee vom „Entgiften“. Ja, Schweiß besteht nicht nur aus Wasser und Salz. In winzigen Mengen sind auch Abbaustoffe und manche Schadstoffe drin. Die Frage ist aber, ob Schwitzen ein wichtiger Weg ist, sie loszuwerden. Eine große Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 hat alle verfügbaren Studien dazu zusammengefasst. Ihr Ergebnis: Im Vergleich zu Nieren und Darm spielt Schweiß beim Ausscheiden von Schadstoffen nur eine kleine Rolle. Die Schweißdrüsen schwitzen auch nicht mehr, wenn mehr Schadstoffe da sind. Der Vollständigkeit halber: Die Autorin ist beim Gatorade Sports Science Institute des Getränkekonzerns PepsiCo tätig. Dass Schwitzen in erster Linie den Körper kühlt, steht aber in jedem Biologiebuch.

Man „vergiftet“ sich also nicht, wenn ein Deo das Schwitzen unter den Achseln bremst. Der Rest des Körpers schwitzt ja weiter. Und das Aluminium im Deo ist genauer untersucht, als das Reel vermuten lässt. Die Geschichte ist sogar ein gutes Beispiel, wie Forschung arbeitet: 2014 war das BfR noch vorsichtig, weil niemand genau wusste, wie viel Aluminium durch die Haut geht. Die Behörde forderte neue Studien. Die kamen. 2020 bewertete das BfR neu, bestätigte das 2023 und zuletzt im November 2025: Wer täglich ein Deo mit Aluminium benutzt, muss nach heutigem Wissen keinen gesundheitlichen Schaden fürchten. Das Aluminium, das dabei durch die Haut geht, ist im Vergleich zu dem, was man ohnehin mit dem Essen aufnimmt, sehr wenig.

Auch für die alte Behauptung, Deo mit Aluminium verursache Brustkrebs, gibt es keinen Beleg. Das US-amerikanische Krebsforschungsinstitut NCI schreibt, dass keine wissenschaftlichen Belege Deos mit Brustkrebs verbinden. Es sagt aber auch fair dazu, dass einzelne Studien sich widersprechen und weitere Forschung nötig wäre, um die Frage endgültig zu klären.

Vom Stoff zum Risiko sind es fünf Schritte

Es reicht nicht zu wissen, dass ein Stoff irgendwo drin ist. Die Frage ist, ob am Ende genug davon im Körper ankommt, um zu schaden.

1

Drin

Der Stoff ist im Produkt. Bei Kassenbons etwa 0,5 bis 3 Prozent Farbentwickler.

2

Dran

Ein Teil kommt auf die Haut oder in den Mund. Je nachdem, wie lange, wie oft, ob die Hände nass sind.

3

Drinnen

Nur ein Teil davon geht durch Haut oder Darm in den Körper. Bei Aluminium aus Deo: ein winziger Bruchteil.

4

Wie viel?

Erst jetzt kann man vergleichen: mit Grenzwerten und mit dem, was man sowieso über das Essen aufnimmt.

5

Schadet es?

Passiert bei dieser Menge etwas? Und was passiert, wenn man das Produkt weglässt – etwa Karies oder Sonnenbrand?

Das Reel springt von Schritt 1 direkt zu Schritt 5. „Enthält Chemikalie X“ wird zu „schädigt deine Hormone“. Alles dazwischen fehlt.

Keiner dieser Schritte beweist, dass etwas harmlos ist. Aber jeder übersprungene Schritt ist eine Behauptung ohne Beleg.

Ein wahrer Satz macht die Geschichte noch nicht wahr

Das Reel zeigt gut, wie Gesundheitsdesinformation meistens funktioniert. Sie besteht selten aus frei erfundenen Behauptungen. Kassenbons können bedenkliche Stoffe enthalten. Oxybenzon wurde geprüft und beschränkt. Zahnbürsten verlieren Plastikteilchen. Aluminium ist in großen Mengen nicht egal. Das alles kann man belegen. Aber ob etwas schadet, hängt von Fragen ab, die das Reel nie stellt: Wie viel ist drin? Wie viel kommt in den Körper? Wie oft? Ab welcher Menge passiert etwas? Gibt es Studien an Menschen oder nur an Zellen und Tieren? Und wie groß ist das Risiko im Vergleich zum Nutzen?

Übrig bleibt ein sehr einfaches Weltbild: Chemisch klingt gefährlich, natürlich klingt sauber, „Hormone“ klingt bedrohlich und „Detox“ klingt gesund. Und am Ende steht der Satz „Kommentiere INFO und ich schicke dir meinen kostenlosen Report“. Was in diesem Report steht, wissen wir nicht, und wir unterstellen niemandem eine Absicht. Beschreiben lässt sich nur die Reihenfolge: Erst wird Angst gemacht, dann kommt ein Angebot. Wer dieses Muster einmal gesehen hat, erkennt es in vielen anderen Reels wieder.

Zum Mitnehmen

Drei Fragen, wenn jemand vor einem Alltagsprodukt warnt

  • Drin – oder wie viel?Wird nur gesagt, dass ein Stoff „drin“ ist? Oder auch, wie viel davon wirklich im Körper ankommt?
  • Was sagen die Behörden?Für fast jedes Alltagsprodukt gibt es eine Bewertung vom BfR, Umweltbundesamt, der EU oder der WHO. Meist mit weniger Drama.
  • Was passiert, wenn ich es weglasse?Ohne Sonnencreme mehr Sonne auf der Haut, ohne Fluorid mehr Karies. Auch Weglassen hat einen Preis.

Quellen

  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Fluorid – Ein wichtiger Baustoff für die Zähne (Fragen und Antworten)
  • Walsh et al.: Fluoride toothpastes of different concentrations for preventing dental caries, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2019
  • Umweltbundesamt: Fragen und Antworten zur Bonpflicht, Stand Juni 2024
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Bisphenol A in verbrauchernahen Produkten (PDF)
  • Biedermann, Tschudin, Grob: Transfer of bisphenol A from thermal printer paper to the skin, Analytical and Bioanalytical Chemistry, 2010
  • Hormann et al.: Holding thermal receipt paper and eating food after using hand sanitizer results in high serum bioactive and urine total levels of bisphenol A, PLOS ONE, 2014
  • Scientific Committee on Consumer Safety: Opinion on Benzophenone-3, SCCS/1625/20, März 2021
  • Verordnung (EU) 2022/1176 – Höchstkonzentrationen für Benzophenon-3 und Octocrilen in kosmetischen Mitteln
  • Bundesinstitut für Risikobewertung und Bundesamt für Strahlenschutz: Sonnencreme und Co.: Gibt es gesundheitliche Risiken?, Juli 2024
  • Weltgesundheitsorganisation: Radiation: Protecting against skin cancer
  • Fang et al.: Raman imaging to identify microplastics released from toothbrushes, Environmental Pollution, 2023
  • Patterns and risks of microplastic release during primary oral care in Chinese residents, Ecotoxicology and Environmental Safety, 2025
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Mikroplastik: Fakten, Forschung und offene Fragen (Fragen und Antworten)
  • Baker: Physiology of sweat gland function: The roles of sweating and sweat composition in human health, Temperature, 2019
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Antitranspirantien: Gesundheitliche Beeinträchtigungen nach derzeitigem Wissen unwahrscheinlich, aktualisiert November 2025
  • National Cancer Institute: Antiperspirants/Deodorants and Breast Cancer
  • Das geprüfte Facebook-Reel (Archivversion)
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Dr. Heinrich Krämer
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