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Startseite»Politik»Frankreich und Spanien: Feuer wüten weiter – Campingplätze geräumt
Politik

Frankreich und Spanien: Feuer wüten weiter – Campingplätze geräumt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 23.07.2026 • 17:17 Uhr

Für viele Urlauber an der französischen Atlantikküste bei Arcachon heißt es gerade: nichts wie weg. Die Waldbrände breiten sich dort rasant aus. In Spanien scheint sich die Lage hingegen zu entspannen.

Es ist eine Katastrophe mitten in der Hochsaison: An der französischen Atlantikküste in der Nähe von Arcachon südwestlich von Bordeaux breiten sich die Feuer in den Kieferwäldern weiterhin rasant aus. Tausende Menschen wurden bereits evakuiert. Viele davon sind Touristen. Sie mussten ihre Campingplätze und Ferienunterkünfte verlassen und wurden in Behelfsunterkünften und Zeltlagern untergebracht.

„Die Situation ist dramatisch“, beschreibt ARD-Korrespondent Michael Strempel. Die Einsatzkräfte versuchten nun, die Menschen möglichst schnell weg von der Südspitze von Cap Ferret wegzubewegen. Auf der Halbinsel, wo der Campingplatz geräumt wurde, schlossen die Einheimischen ihre Läden, der Strand war verwaist, wie die Zeitung Sud-Ouest berichtete. Das Feuer um die Gemeinde Le Porge in der Nähe von Bordeaux erfasst bereits 3.100 Hektar.

12.000 Touristen und Bewohner wurden aus Campingplätzen und anderen Ferienunterkünften in evakuiert, später folgten weitere 8.800 Menschen von Campingplätzen, so die Nachrichtenagentur AFP.

Frankreich und Spanien

Waldbrände im Süden Europas

Militär im Einsatz

Auch Militärkräfte sind in der Region im Einsatz. Löschflugzeuge sollen die Flammen eindämmen. Die Feuerwehr versucht, für ihren Nachschub wichtige Straßen befahrbar zu halten.

Das Feuer war am Mittwochmorgen in der Ortschaft Saumos ausgebrochen. Am Abend und in der Nacht ließ die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, schließlich die Campingplätze und Ferienzentren räumen.

Stillgelegte Weinberge

Waldbrände sind in Frankreich zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich. Dieses Jahr gebe es aber eine Besonderheit, sagt ARD-Korrespondent Michael Strempel. Wegen der regenreichen Zeit zu Jahresbeginn seien die Gräser hoch gewachsen und in der Hitzewelle schließlich schnell ausgetrocknet. So konnten sich die Feuer nun schnell ausbreiten. Zudem seien viele Weinberge stillgelegt worden und nun als natürlicher Brandstopper verschwunden. Auf den überwucherten Flächen kommt das Feuer nun schnell voran.

Das Innenministerium hat seit Beginn des Jahres 12.500 Brände verzeichnet. Insgesamt brannten bereits 44.000 Hektar ab. Damit wurde der bisherige Höchststand von 2022 übertroffen.

Noch ist die schwierige Lage nicht ausgestanden. Laut Präfektin Brocas werden unberechenbare Winde erwartet. In der Region wird laut Wetterdienst Météo Media Temperaturen mit bis zu 34 Grad gerechnet.

Fortschritte bei Brandbekämpfung in Spanien

Auch in Spanien lodern die Flammen weiter. Doch von dort gibt es auch positive Nachrichten: Die Lage beim verheerenden Waldbrand in der Provinz Guadalajara nördlich von Madrid hat sich in der Nacht weiter stabilisiert. Das Feuer in der Sierra Norte, das seit dem 16. Juli mehr als 32.000 Hektar zerstört hat und zu den größten Bränden der jüngeren Geschichte des Landes zählt, werde wohl bald völlig unter Kontrolle gebracht werden, teilten Behörden mit.

Zahlreiche Ortschaften bleiben dort aber vorerst evakuiert. Auch ein Waldbrand bei Almorox in der Provinz Toledo südwestlich von Madrid, das am Mittwoch ausgebrochen war und zeitweilig große Sorgen bereitet hatte, wird erfolgreich bekämpft. Die Ausbreitung der Flammen sei weitgehend gestoppt, hieß es. Mindestens 200 der insgesamt gut 1.000 evakuierten Menschen sollten bereits im Laufe des Tages in ihre Häuser zurückkehren. Nach Angaben des Umweltministeriums waren am Donnerstagvormittag landesweit noch insgesamt fünf größere Waldbrände aktiv.

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Dr. Heinrich Krämer
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