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Startseite»Nachrichten»Fünf Jahre nach der Flut: Ahr-Landrätin wünscht sich Entschuldigung als „wichtiges Signal“
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Fünf Jahre nach der Flut: Ahr-Landrätin wünscht sich Entschuldigung als „wichtiges Signal“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Fünf Jahre nach der FlutAhr-Landrätin wünscht sich Entschuldigung als „wichtiges Signal“

Cornelia Weigand informiert Gordon Schnieder, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, über den Wiederaufbau im Ahrtal nach der Hochwasserkatastrophe. (Foto: picture alliance/dpa)

Cornelia Weigand war Bürgermeisterin im Ahrtal, als vor fünf Jahren die Flut ihr das Zuhause nahm. Was sie in der Flutnacht geprägt hat – und von wem sie sich weiter eine Entschuldigung wünscht.

Fünf Jahre nach der Flut im Ahrtal spürt die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, noch Auswirkungen der Katastrophe. „Ich habe früher Gewitter unbeschwerter erlebt, als ich das heute tue“, sagte die 55-Jährige. „Ich glaube, das geht sehr vielen so.“ Als die Flut 2021 ins Ahrtal kam, riss sie Autos, Häuser und Leben mit sich. Wie Tausende andere Anwohner verlor auch Weigand als damalige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr im Norden von Rheinland-Pfalz ihr Zuhause in meterhohen Wassermassen.

„An dem Abend auf dem Balkon vom Rathaus, wo ich dann teilweise noch mobil telefonieren konnte, musste ich Anrufern sagen: Es wird keine Hilfe geben. Und diese Leute und ihre Häuser sind weggeschwommen“, erzählte Weigand – auch nach Jahren noch sichtlich betroffen. Am nächsten Morgen habe sie dann die Zerstörung im Ort gesehen. „Und wir haben dort die ersten Toten geborgen. Das sind natürlich Sachen, die machen wahrscheinlich mit den meisten Menschen etwas. Die haben mit mir auch etwas gemacht.“

„Hinschmeißen war für mich keine Option“

In einem offenen Brief an die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) drängte Weigand auf Hilfe und Unterstützung – und verschaffte sich Gehör.

Die Entscheidung, laut zu werden, sei in Anbetracht der katastrophalen Ausmaße der Flutfolgen in kürzester Zeit getroffen gewesen. „Wir brauchten Hilfe, und zwar sofort und in großen Mengen“, sagte Weigand. „Hinschmeißen war für mich keine Option, weil ich ja wusste, warum ich das mache: Wir haben ganz viele Menschen verloren, viele Nachbarn, viele Freunde, das Zuhause von ganz vielen – manche sind mit nichts außer dem nackten Überleben davongekommen.“

„Größte Baustelle Deutschlands“

Es folgte für viele Menschen eine harte Zeit voller Trauer, Frust und erzwungenen Neuanfängen. Der Wiederaufbau im Ahrtal ist auch nach fünf Jahren noch nicht abgeschlossen. Die Landrätin kann die Ungeduld verstehen: „Ich wohne nach der Sanierung unseres Hauses jetzt auch wieder mitten im Ahrtal und es wäre schön, wenn alles schon fertig wäre.“ Es handele sich allerdings um die größte Baustelle Deutschlands. „Hier wird mehr gebaut und mehr Geld verbaut als irgendwo anders in Deutschland“, ergänzte sie. „Und das braucht auch bei allem Tempo-machen ein bisschen Zeit.“

Was bei allem Fortschritt über die Jahre dennoch ausblieb: eine Entschuldigung der rheinland-pfälzischen Landesregierung. „Eine Entschuldigung wäre ein wichtiges Signal, das sich viele Menschen hier im Tal wünschen, das sie sich seit bald fünf Jahren sehnlich gewünscht haben“, sagte Weigand. Dabei gehe es nicht per se um ein Schuldeingeständnis. Doch das Land sei Teil der Katastrophe und deswegen hätten sich viele Menschen eine Entschuldigung gewünscht. „Das bringt die Menschen, die wir verloren haben, nicht zurück, aber vielleicht kann es dabei helfen, Wunden zu heilen“, so Weigand.

Quelle: ntv.de, kse/dpa

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