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Politik

Gedenken an Attentat im Olympia-Einkaufszentrum

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.07.2026 • 18:55 Uhr

In München ist an die neun Todesopfer des Attentats im Olympia-Einkaufszentrum vor zehn Jahren erinnert worden. Bundespräsident Steinmeier rief dazu auf, Rassismus und Antisemitismus entschieden zu bekämpfen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die neun Todesopfer des rassistischen OEZ-Attentats vor zehn Jahren in München erinnert. In seiner Rede wandte er sich entschieden gegen Rassismus und Antisemitismus – und gegen jede Einteilung von Menschen nur nach ihrer Herkunft.

„Begreifen wir es endlich: Zuwanderungsgeschichte haben nicht nur einzelne Menschen – unser ganzes Land hat sie. Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund. Das macht uns aus“, sagte Steinmeier und betonte: „Die Toten von München, sie bleiben in unserem Gedächtnis.“

An der Gedenkveranstaltung nahmen neben Hinterbliebenen und Überlebenden unter anderem auch die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) teil.

Steinmeier mahnt zu Geschichtsbewusstsein

Der Hass und die Vernichtungsabsicht des Täters hätten sich gegen Menschen gerichtet, die er als minderwertig angesehen habe, denen er das Recht zu leben abgesprochen habe, sagte Steinmeier. „Diese Ideologie kennen wir. In der Geschichte haben Deutsche mit dieser Ideologie millionenfach gemordet.“ Der Bundespräsident mahnte: „Niemals dürfen wir uns damit abfinden, dass solches Denken in unserem Land wieder Raum gewinnt. Nicht bei denen, die seit Generationen hier leben, nicht bei denen, die später zugewandert sind.“

Antisemitismus und Rassismus dürften keinen Platz in der Gesellschaft haben. „Dafür zu sorgen, das ist unser aller Pflicht“, sagte Steinmeier. Niemand stehe aufgrund seiner Herkunft über jemand anderem. „Bekämpfen müssen wir alle, jede und jeder auf seine Weise und an ihrem Ort, bekämpfen müssen wir ein Klima, das feindlich gegenüber Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist“, sagte Steinmeier.

Steinmeier erinnerte an weitere tödliche rechtsextreme Anschläge wie die Attentate von Halle und Hanau, die Mordserie des NSU, die Tötung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke oder das Münchner Oktoberfestattentat von 1980. Oft seien es Einzeltäter, bei denen „ideologische Verblendung, Amokfantasien, irrationale Weltbilder und psychische Störungen ein mitunter unentwirrbares Motivationsgeflecht“ bildeten. Es gebe aber trotzdem einen „harten ideologischen Kern“.

Neun Menschen wurden getötet

Am 22. Juli 2016 hatte der 18-jährige David S. aus rassistischen Motiven am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) acht Jugendliche und eine Erwachsene erschossen und sich später selbst getötet. Einige der Opfer hatten türkische, griechische oder albanische Wurzeln, andere gehörten der Gruppe der Sinti und Roma an.

Die Tat war von den Behörden zunächst als Amoklauf aus persönlicher Rache eingestuft und erst 2019 durch das bayerische Landeskriminalamt als rassistisch motiviert bewertet worden. Die Angehörigen der Opfer fordern einen Untersuchungsausschuss im Landtag, um alle Hintergründe aufzuklären.

Dabei deutete schon das Datum auf seine rechte, rassistische Überzeugung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, wurden bei einem rassistischen Anschlag in Norwegen 77 überwiegend junge Menschen getötet.

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