Genervt und schonungslos
Zverev nimmt sich für „schlechtestes Match“ auseinander
06.08.2026 | 12:20 Uhr
Vor den US Open gibt es einen herben Dämpfer für Alexander Zverev. Beim Masters-Turnier in Montreal fliegt er im ersten Spiel raus. Er lässt eine große Chance ungenutzt – und rügt sich selbst dafür.
Nach dem frühen Aus in Montreal und dem überraschenden Dämpfer dreieinhalb Wochen vor den US Open übt Tennisspieler Alexander Zverev schonungslos Selbstkritik. „Das war wahrscheinlich mein schlechtestes Match der Saison. Ich habe nicht viele schlechte Partien gespielt, aber diese war definitiv die schlechteste“, sagte Zverev nach der enttäuschenden Leistung beim 7:6 (7:3), 2:6, 4:6 gegen den niederländischen Weltranglisten-69. Tallon Griekspoor.
Für Zverev war die zweite Runde beim Masters-1000-Turnier in Kanada das erste Match seit der Finalniederlage in Wimbledon gegen den italienischen Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner vor fast vier Wochen. Die Rückkehr ging komplett schief. „Ehrlich gesagt hatte ich damit gerechnet, in dieser Woche nicht gut zu spielen, aber ich hatte nicht erwartet, so schlecht zu spielen“, sagte der Weltranglisten-Dritte, der in der ersten Runde als Topgesetzter ein Freilos hatte.
Solch ein Spiel gehöre aber zum Prozess, meinte der French-Open-Sieger zum Auftakt seiner Hartplatz-Saison in Nordamerika. „Denn Tennis besteht aus Höhen und Tiefen.“ Das unerwartete Ausscheiden ist mit Blick auf das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York jedoch alles andere als optimal. Zverev bleibt als Vorbereitung auf Flushing Meadows noch das Masters-Event in Cincinnati in den USA, das direkt auf Montreal folgt.
„Bälle sind total unberechenbar“
In Abwesenheit von Sinner und des Spaniers Carlos Alcaraz, der weiterhin wegen einer Handgelenksverletzung pausiert, ließ Zverev in Montreal die Chance auf seinen ersten Masters-Titel seit 2024 ungenutzt. Auch den vorzeitigen Sprung wieder auf Platz zwei der Weltrangliste vorbei an Alcaraz verpasste Zverev. Da Alcaraz sein geplantes Comeback für Cincinnati jedoch absagte, steht Deutschlands bester Tennisspieler ohnehin kurz davor, seinen Kontrahenten zu überholen. Der Wimbledon-Finalist verfolgt weiterhin das Ziel, Weltranglisten-Erster zu werden. Allerdings steht Sinner mit großem Vorsprung an der Spitze des Rankings.
In Montreal entschied Zverev bei schwülen Bedingungen einen umkämpften ersten Durchgang im Tiebreak für sich. Doch der Satzgewinn gab dem Hamburger keine Sicherheit. Im Gegenteil: Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs kassierte Zverev ein Break. „Bei diesen Bedingungen und mit diesen Bällen wird es einige etwas ungewöhnliche Ergebnisse geben. Die Bälle sind unberechenbar. Das ist jedes Jahr dasselbe und nichts Neues“, haderte Zverev.
Als Ausrede wollte der Olympiasieger von 2021 die Bedingungen nicht gelten lassen. „Aber das ist keine Entschuldigung – ich bin einfach noch nicht in der Form, die ich in den vergangenen Monaten hatte.“ Noch bleiben Zverev wenige Wochen Zeit, um das zu ändern. Die US Open beginnen am 30. August.
Verwendete Quellen: ntv.de, Christian Johner und Stefan Tabeling, dpa
