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Startseite»Politik»Getöteter Oberster Führer Irans: Trauerzug mit Chameneis Sarg zieht durch Teheran
Politik

Getöteter Oberster Führer Irans: Trauerzug mit Chameneis Sarg zieht durch Teheran

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.07.2026 • 14:29 Uhr

In Iran dauern die Trauerfeierlichkeiten des vor vier Monaten getöteten Obersten Führers Ali Chamenei noch mehrere Tage: Heute wird der Sarg durch die Hauptstadt Teheran gefahren.

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist der Trauerzug für den im Iran-Krieg getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei gestartet. Bilder im staatlichen Sender Irib zeigten am Montagmorgen große Menschenmengen, die den Weg des Sarges durch die Hauptstadt säumten.

Chamenei war Ende Februar durch einen Luftangriff Israels und der USA in Teheran getötet worden. Sein mit einer Flagge bedeckter Sarg wurde auf einem Lastwagen durch die Straßen gefahren – ebenso wie die Särge seiner Angehörigen, die dem Luftangriff am 28. Februar ebenfalls getötet worden waren. Der Trauerzug soll etwa zehn Stunden dauern und stellt den Höhepunkt der öffentlichen Trauerbekundungen für Chamenei dar.

Millionen Teilnehmer erwartet

Insgesamt rechneten die Behörden in Teheran mit bis zu 20 Millionen Teilnehmern an den tagelangen Trauerzeremonien, die am Samstag begonnen hatten. Sonntag und Montag wurden zu Feiertagen erklärt, damit die Bevölkerung Abschied von Chamenei nehmen kann.

Aus Sicherheitsgründen sperrte Iran für Montag den Luftraum über Teheran. Auch für Dienstag und bis zu Chameneis Beerdigung am Donnerstag wurden zeitweise und örtlich begrenzte Einschränkungen beim Flugverkehr verkündet.

Nach dem Trauerzug soll Chameneis Sarg am Dienstag in die Pilgerstadt Ghom gebracht werden, am Mittwoch in schiitische Heiligtümer im Nachbarland Irak. Die Beisetzung ist für Donnerstag in Chameneis Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Iran vorgesehen. Dort soll er zusammen mit seinen getöteten Familienmitgliedern begraben werden.

Chamenei stand seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik Iran und war damit der mächtigste Mann im Staat. Das Feindbild Westen, allen voran die USA, hielt er über die kommenden Jahrzehnte aufrecht – Israel wünschte er die völlige Zerstörung. Öffentliche Kritik an seiner Person wurde nicht geduldet. Im Januar wurden Massenproteste gegen das iranische Regime im Land mit brutaler Gewalt niedergeschlagen.

Chamenei war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran bei einem Angriff auf seine Residenz in Teheran getötet worden. Neben dem 86-Jährigen wurden dabei auch mehrere seiner Angehörigen und weitere ranghohe Vertreter der iranischen Führung getötet.

Keine Auftritte von Modschtaba Chamenei vorgesehen

Bei dem Angriff am 28. Februar soll auch Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei verletzt worden sein, der später zum neuen Obersten Führer ernannt wurde. Er trat seitdem nicht mehr öffentlich auf. Das löste Spekulationen über seinen Gesundheitszustand aus. Iranischen Medien zufolge ist auch nicht vorgesehen, dass der 56-Jährige ein Gebet zur Trauerfeier seines Vater leitet.

Während hochrangige Vertreter aus Regierung und Militär laut Nachrichtenagentur dpa an den Trauerfeiern teilnahmen und sich teils erstmals seit Kriegsbeginn wieder öffentlich zeigten, kritisierten einige Politiker die Abwesenheit prominenter Persönlichkeiten an den Trauerfeierlichkeiten. Der ehemalige Vizepräsident Mohammed Ali Abtahi beklagte auf X, dass frühere Präsidenten nicht eingeladen worden seien. „Eine solche Anwesenheit hätte (…) ein Bild der inneren Geschlossenheit und des nationalen Zusammenhalts vor den Augen der Weltöffentlichkeit vermitteln können“ schrieb er.

Vor allem führende Politiker aus dem Lager der Reformisten waren nicht bei den Trauerfeiern zu sehen, darunter die ehemaligen Präsidenten Hassan Ruhani und Mohammed Chatami sowie der frühere Außenminister Mohammed-Dschawad Sarif. Auch Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad war abwesend.

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