Marktbericht
Die Geschäfte bei Südzucker laufen noch besser als bisher gedacht. Der Zuckerkonzern hat zuletzt sowohl von zunehmenden Wetterextremen als auch von den Folgen des Iran-Konflikts profitiert.
Die Aktionäre von Südzucker können sich heute über einen Kurssprung von bis zu acht Prozent freuen. Nach einem deutlichen Gewinnplus im abgelaufenen Quartal hat der Zuckerhersteller seine Jahresprognosen erhöht.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 (bis Ende Februar) erwartet der Mannheimer Konzern nun einen Umsatz von 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro mehr als bisher. Die Spanne für das Betriebsergebnis grenzte das Management auf 540 bis 680 Millionen Euro ein, nach zuvor 480 bis 680 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Südzucker bei einem Umsatz von 8,4 Milliarden Euro operativ 535 Millionen Euro verdient.
Ergebnissprung von 80 Prozent
Im Geschäftsquartal bis August lag das operative Ergebnis mit 168 Millionen Euro um 80 Prozent über dem Vorjahreswert.
Wichtigste Treiber dieser Verbesserung waren die Tochter CropEnergies, die von höheren Ethanolpreisen profitierte, sowie das Segment Spezialitäten, unter dem Südzucker vor allem das Angebot von Zutaten und Fertiggerichten zusammenfasst.
Händler zeigten sich wenig überrascht von der höheren Prognose, weil der Zuckerpreis in diesem Sommer kräftig nach oben geschossen war. Das liegt vor allem an Ernteausfällen wegen zunehmender Dürreperioden. In diesem Jahr haben sich die Zuckerpreise weltweit um knapp ein Fünftel verteuert.
Höhere Ethanolpreise treiben Geschäft
Südzucker profitiert über CropEnergies aber vor allem von den hohen Ethanolpreisen. Diese wiederum steigen mit den Ernteausfällen bei den wichtigsten Ausgangsstoffen wie Mais, Zuckerrohr und Weizen. Ethanol kostet heute knapp 16 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.
Dazu kommt die Krise auf dem Ölmarkt infolge des Iran-Kriegs. Mit den höheren Ölpreisen steigt der wirtschaftliche Anreiz, mehr Biokraftstoffe zu tanken sowie beizumischen. Weltweit forcieren Regierungen den Übergang zu saubereren Treibstoffen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Beimischungsquoten steigen kontinuierlich. In der EU wird derzeit über eine beschleunigte Einführung von E20-Kraftstoffen diskutiert, auch um die Abhängigkeit von fossilen Ölimporten zu verringern. E20 bedeutet eine Beimischung von 20 Prozent Bioethanol im Benzin.
Südzucker hatte CropEnergies Anfang 2024 von der Börse genommen und seinen Anteil wieder auf über 94 Prozent erhöht. Seit Jahresbeginn hat die im SDAX notierte Südzucker-Aktie fast 40 Prozent an Wert gewonnen. Viele der Einflussfaktoren auf das Geschäft sind aber eher kurzfristiger Natur, was den Geschäftserfolg des Mannheimer Unternehmens recht stark schwanken lässt.
DAX zeigt sich robust
Obwohl keine wirklichen Fortschritte im Iran-Konflikt erkennbar sind und die Ölpreise weiter steigen, kann sich der Gesamtmarkt bis zum frühen Nachmittag recht gut halten. Der deutsche Leitindex DAX notiert knapp im Plus bei 25.418 Punkten.
