Infantino setzt Deadline
UEFA beruft kurzfristig Notfall-Sitzung ein
Gianni Infantino will Anteile an den großen FIFA-Turnieren an private Investoren verhökern – und macht ordentlich Druck. Zahlreiche Verbände und Institutionen reagieren scharf, die UEFA will sich schnell formieren.
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird offenbar bereits im Laufe des Tages eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über die Pläne des Weltverbandes FIFA, Anteile der WM an private Investoren zu verkaufen, zu beraten. Dies schrieb die französische Sportministerin Marina Ferrari auf X. Die UEFA selbst wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.
„Ich nehme die für Mittwoch anberaumte Krisensitzung der europäischen Fußballverbände zur Kenntnis. Angesichts eines Vorhabens, das das Gleichgewicht unseres Sports tiefgreifend verändern könnte, ist es unerlässlich, dass die europäischen Akteure mit einer Stimme sprechen“, erklärte Ferrari in dem Beitrag.
Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass die UEFA noch in dieser Woche eine Sitzung anberaumen wolle. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll dabei auch ein möglicher Boykott der Weltmeisterschaft Thema sein.
In einer Stellungnahme hatte der Verband bereits heftige Kritik an dem Vorhaben der FIFA geäußert. Es werde „eine Grenze überschritten“, teilte die UEFA mit. Sie nehme „diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun.“
Infantinos absurder Plan, Anteile an der WM zu verkaufen
Infantino macht Druck
Die englische „Times“, der „Telegraph“ und die „Financial Times“ hatten berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Dienstagabend weitgehend. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.
Wie mehrere Medien berichteten, soll FIFA-Präsident Gianni Infantino den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt haben, um den Plänen zuzustimmen. Wie aus einem Brief, der ntv/RTL vorliegt, hervorgeht, reicht demnach eine einfache Mehrheit unter den Verbänden, um das Investoren-Vorhaben umzusetzen.
Verwendete Quellen: ntv.de, ter/sid
