Das Wichtigste in Kürze
Worum geht es?
Mit KI lassen sich gefälschte Nacktbilder anderer Menschen erzeugen. Werden Jugendliche damit ohne ihre Zustimmung dargestellt, kann sie das bloßstellen – auch wenn alle wissen, dass das Bild gefälscht ist.
Was haben wir herausgefunden?
In einer Umfrage der Landesanstalt für Medien NRW würden 90 Prozent der Befragten ein eigenes KI-Nacktbild genauso schlimm finden wie ein echtes. Erfragt wurde ihre Einschätzung, nicht die tatsächlich erlittene Belastung.
Was bedeutet das für Erwachsene?
Betroffene brauchen Rückhalt. Das Bild nicht weiterleiten, auch nicht als Beweis. Fundstellen dokumentieren und das weitere Vorgehen mit der Polizei klären.
Ein gefälschtes Nacktbild einer Mitschülerin landet im Klassenchat. Jemand schreibt: „Entspann dich, ist eh nur KI.“ Als Erklärung für die Bildherkunft mag das stimmen. Als Entschuldigung taugt es nicht: Eine erkennbare Person wird ohne ihre Zustimmung nackt dargestellt und anderen vorgeführt. Dass die Aufnahme erfunden ist, macht diese Grenzverletzung nicht rückgängig.
Warum der Hinweis auf KI das Problem nicht löst
Bei Mimikama prüfen wir, ob Bilder zeigen, was über sie behauptet wird. Bei KI-Nacktbildern reicht diese Frage allein nicht aus. Auch eine erkennbare Fälschung lässt sich verwenden, um jemanden lächerlich zu machen. klicksafe beschreibt mögliche Folgen wie Erniedrigung und soziale Ausgrenzung. Niemand muss das Bild für echt halten, damit die betroffene Person bloßgestellt wird.
Unsere Einordnung: Wer hier nur über die Echtheit redet, übersieht die fehlende Zustimmung. Das lässt sich leicht überprüfen: Hat die dargestellte Person zugestimmt, so gezeigt zu werden? Ein öffentliches Profilfoto ist keine Erlaubnis, daraus ein Nacktbild zu machen. Und ein KI-Hinweis ersetzt diese Erlaubnis nicht.
Was uns die neue Umfrage dazu sagt
Die am 5. November 2026 vorgestellte NRW-Untersuchung zeigt, dass die Befragten solche Fälschungen sehr ernst nehmen. Für die Onlinebefragung wurden im Juli und August 2.032 Elf- bis 17-Jährige in Deutschland befragt; die Stichprobe ist ungewichtet. Die Zahlen beschreiben Einstellungen und Selbstauskünfte. Sie belegen weder eine Opferquote noch bestimmte psychische Folgen. Für Erwachsene ist das ein Anlass, zuzuhören, bevor sie mit „Ist doch nicht echt“ beruhigen wollen.
Im Klassenchat trägt auch das Publikum Verantwortung
Wer ein solches Bild weiterleitet, zeigt es weiteren Menschen. Die Begründung „Ich wollte nur zeigen, was da herumgeht“ ändert daran nichts. Aus unserer Sicht gehört deshalb auch die Weitergabe ins Gespräch über den Vorfall. Es reicht nicht, allein nach der Person zu suchen, die das Bild erstellt hat.
Unsere Empfehlung für Schulen: Eine feste Ansprechperson klärt vertraulich mit dem betroffenen Jugendlichen, welche Unterstützung gebraucht wird. Die Klasse kann über den Übergriff sprechen, ohne das Bild zu sehen. Es gehört auch nicht als Warnung in die Elterngruppe. Wer helfen möchte, beschreibt den Vorfall einer Vertrauensperson und verzichtet darauf, die Darstellung mitzuschicken.
Erwachsene sollten Rückhalt geben, ohne Vorwürfe
„Danke, dass du mir das sagst. Du hast keine Schuld daran, dass jemand so etwas mit deinem Bild macht“ ist ein brauchbarer Anfang. klicksafe warnt vor Schuldzuweisungen, weil sie Betroffene davon abhalten können, Hilfe anzunehmen. Besprecht die nächsten Schritte gemeinsam. Helft beim Melden auf der Plattform und vereinbart mit der Schule, wer nachfragt, ob die Bloßstellung weitergeht. Versprecht keine vollständige Löschung aus dem Internet.
Beweise sichern heißt hier: keine neuen Bildkopien
Notiert Nutzernamen, Fundstellen oder Links sowie Datum und Uhrzeit. Haltet den Ablauf schriftlich fest. Sexualisierte Darstellungen Minderjähriger nicht herunterladen, weiterleiten oder als Screenshot sammeln – auch Bildvorschauen können mitkopiert werden. Die deutsche Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt bei Verdacht auf kinder- oder jugendpornografische Inhalte, die örtliche Polizei nach der richtigen Beweissicherung zu fragen; entsprechende Kopien können rechtlich problematisch sein. Ist die Datei bereits auf dem Gerät, klärt dort zeitnah das weitere Vorgehen.
Vertrauliche, kostenlose Onlineberatung bietet in Deutschland JUUUPORT. In Österreich erreichen Kinder und Jugendliche Rat auf Draht unter 147 rund um die Uhr, anonym und kostenlos. Beschreibt zunächst, was passiert ist, ohne das Bild mitzuschicken.
Landesanstalt für Medien NRW
5. November 2026
Landesanstalt für Medien NRW / KB&B – Family Marketing Experts
November 2026
klicksafe
29. Februar 2024
klicksafe
29. Februar 2024
JUUUPORT e.V.
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Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
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Rat auf Draht
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Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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