Eilmeldung
Liebevoll illustrierte Geschichten mit Herz – das ist das Markenzeichen der Kinderbücher von Janosch. Nun ist Horst Eckert – wie der Illustrator und Schriftsteller mit bürgerlichem Namen heißt – im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben.
Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil mitteilte.
Mit liebevoll illustrierten Büchern wie „Oh wie schön ist Panama“ begeisterte der Künstler seit den 1970er-Jahren Kinder in aller Welt. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.
Tiger, Bär und Tigerente begeisterten Generationen
Janosch wurde zur Marke – vor allem dank seiner Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Sie wurden erfolgreich in Lizenz vermarktet und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr.
Nach dem fulminanten Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den 1980er-Jahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück.
Janosch schuf Kindergeschichten wie „Oh, wie schön ist Panama“ und „Post für den Tiger“ sowie unter anderem auch die bekannte Figur der Tigerente.
Geschichten als Gegenentwurf zur eigenen Kindheit
Der Künstler wurde 1931 als Horst Eckert geboren und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Oberschlesien im heutigen Polen, geprägt von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters. Seine Kindergeschichten sind wie ein Gegenentwurf zu dieser schweren Zeit, die er lange Zeit selbst mit Alkohol zu verdrängen versuchte: Sie sind lustig, anarchisch frech und oft auch etwas wehmütig. Seine Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit – mutig, verschmitzt und mit viel Herz.
„Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet“, schrieb Zeit-Redakteuer Tillmann Prüfer im Nachwort zum Buch „Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!“.
Janosch verfasste auch Theaterstücke
Es vereint Janoschs Kolumnen im Zeit-Magazin, in denen sein Alter Ego Wondrak seit 2013 das Zeitgeschehen kommentierte. In seinen Werken für Erwachsene gibt Janosch Einblicke in seine harte Kindheit, etwa im Roman „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“. „Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person“, sagte er der Süddeutschen Zeitung.
Außerdem verfasste Janosch Theaterstücke und bebilderte unter anderem die pikanten Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.
