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Startseite»Nachrichten»Konzept steht vor Änderungen: Generalsanierungs-Flop führt bei der Bahn zum Umdenken
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Konzept steht vor Änderungen: Generalsanierungs-Flop führt bei der Bahn zum Umdenken

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Konzept steht vor ÄnderungenGeneralsanierungs-Flop führt bei der Bahn zum Umdenken

Das Gefühl hat sich längst verfestigt: Was die Deutsche Bahn auch anpackt, geht schief. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg bringt nicht die erhoffte Verbesserung. In den Monaten nach der Eröffnung sind die Züge sogar deutlich unpünktlicher als vorher. Nun soll das Konzept überarbeitet werden, damit nicht auf vielen anderen Verbindungen das Gleiche droht.

Mit der Sanierung Dutzender Bahnstrecken bis 2036 will die Deutsche Bahn die gravierenden Mängel bei Infrastruktur und Pünktlichkeit im Fernverkehr in den Griff bekommen. Doch zuletzt häuften sich die Probleme: Sanierungen verzögerten sich, wurden teurer und die Züge trotz modernerer Strecke nicht pünktlicher. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte Anfang Juli an, das Konzept der sogenannten Generalsanierungen zu überprüfen. Nun stehen erste Eckpunkte fest.

Dabei bleiben aber manche Fragen offen. Grundsätzlich will der Konzern nach dpa-Informationen und einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge an den Sanierungen festhalten – allerdings mit einigen Änderungen. Zunächst sollen Anzahl und Umfang der Projekte überprüft und neu priorisiert werden. Die finanziellen und personellen Ressourcen sollen auf die Maßnahmen fokussiert werden, die die größte Wirkung für die Qualität und Zuverlässigkeit im Bahnverkehr bedeuteten. Ob das heißt, dass andere Projekte gestrichen werden, bleibt unklar.

Die Sanierungen sollen darüber hinaus zeitlich besser aufeinander und auf andere Bauvorhaben abgestimmt werden. So soll verhindert werden, dass sich bei Verzögerungen die Sperrungen von wichtigen Korridoren überschneiden und die Belastung im Gesamtnetz steigt.

ETCS soll vorbereitet werden

Ein dritter Punkt betrifft die Digitalisierung. Immer wieder wurde kritisiert, dass die Bahn die Sanierung der Korridore nicht dazu nutzt, die betroffenen Strecken umfassend mit der digitalen Zugleittechnik ETCS auszustatten. Dem „Manager Magazin“ zufolge plant die Bahn nun, alle Strecken für eine spätere Digitalisierung zumindest vorzubereiten.

Außerdem will der Konzern mehr Flexibilität bei der Wiederinbetriebnahme der Strecken nach dem Ende der Sanierungen. Künftig soll jede sanierte Strecke nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise wieder in Betrieb genommen werden.

Besonders bei der sensiblen Leit- und Sicherungstechnik sollen Tests, Abnahmen und Inbetriebnahme realistischer geplant und schrittweise vorbereitet werden. Was das für die Dauer einzelner Baustellen und den gesamten Zeitplan der Sanierungen bedeutet, bleibt ebenfalls offen.

Der neue Verkehrsminister, Steffen Bilger, äußerte sich positiv zu den Plänen der Bahn. „Aus meiner Sicht gibt es deutlichen Verbesserungsbedarf bei Abläufen und Ergebnissen der Korridorsanierungen“, sagte er. „Daher ist es gut und richtig, dass sich die Bahn und Frau Palla dazu Gedanken machen. Nach der Sanierung einer Strecke muss diese messbar besser funktionieren als vorher und es darf nicht kurzfristig zu erneuten Baumaßnahmen kommen.“

Trotz Sanierung nur jeder vierte Zug pünktlich

Mit den Generalsanierungen sollen bis 2036 mehr als 40 hochbelastete Bahnstrecken umfassend saniert und modernisiert werden. Dafür werden die Abschnitte in der Regel für ein halbes Jahr vollständig gesperrt. Damit soll sich nach und nach die Zuverlässigkeit auf den jeweiligen Strecken und im Gesamtnetz erhöhen und der Bahnverkehr wieder zuverlässiger und vor allem pünktlicher laufen.

Zuletzt gab es immer wieder gravierende Probleme – vor allem zulasten der Fahrgäste. Zunächst verzögerte sich etwa die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Berlin – Hamburg um mehrere Wochen, weil der strenge Winter im Januar und Februar Bauarbeiten unmöglich machte. Nun stehen dort für die vollständige Inbetriebnahme der Leit- und Sicherungstechnik weitere Nachtarbeiten an, während derer wieder Sperrungen geplant sind. Auf der frisch sanierten Bahnstrecke war zuletzt zudem nur jeder vierte Zug pünktlich.

Verzögerungen gab es auch bei der Sanierung der Strecke Nürnberg-Regensburg, die Ende Juli mit einer Verspätung von drei Wochen wieder den Betrieb aufgenommen hat.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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