Leclerc hat „es vermasselt“
Rosberg prophezeit weitere Eskalation im Ferrari-Zoff um Hamilton
Zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc kracht es beim Formel-1-Rennen in Mexiko, vor allem der Brite macht seinem Unmut Luft. Nico Rosberg prophezeit: Das dicke Ende bei Ferrari kommt erst noch.
Im stetig eskalierenden Zoff der Ferrari-Rivalen Lewis Hamilton und Charles Leclerc sieht Nico Rosberg die Fahnenstange längst noch nicht erreicht. „Es wird erst richtig schlimm, wenn die Fahrer die Sache selbst in die Hand nehmen, alles bisher Besprochene ignorieren, die Sache auf der Strecke klären und den anderen einfach aus dem Weg drängen“, sagte der Weltmeister von 2016 nach dem Grand Prix von Mexiko bei Sky Sports: „Das kann sehr schnell passieren, und es passiert gewissermaßen bereits.“
Beim Formel-1-Rennen in Mexiko-Stadt hatte Leclerc seinen von der Pole gestarteten Scuderia-Kollegen Hamilton in den ersten Kurven hart attackiert. In der zweiten Kurvenkombination presste sich der Monegasse außen am Engländer vorbei, woraufhin beiden – erwartbar – die Straße ausging. Leclerc kürzte daraufhin über die Wiese ab, Hamilton bugsierte sein Auto zurück auf die Strecke und wurde so von Max Verstappen im Red Bull überholt und fiel auf Rang drei zurück.
Die Rennkommissare bestraften Leclerc für die Abkürzaktion mit einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe – sehr zum Unmut von Hamilton. „Die Stewards schenken ihm quasi den Rennsieg“, meckerte Hamilton am Funk und forderte, Leclerc müsse seine Position an der Spitze zurückgeben. Später legte der 41-Jährige nach: „Wir haben ein Problem, ein großes Problem.“
Rosberg: Leclerc der Schuldige
Für Rosberg ist die Schuldfrage der roten Rangelei eindeutig. „Schon bei diesem ersten Rad-an-Rad-Duell in den Kurven 2 und 3 ist Charles von innen gegen Lewis gestoßen – er hat die Linie nicht gehalten. Das war also schon zu viel von Charles. Er hat es vermasselt“, kritisierte er Leclerc.
Leclerc verlor die Führung beim ersten Boxenstopp wegen der Zeitstrafe an Verstappen. Beim zweiten Re-Star übertrieb er es in Kurve eins erneut, steig viel zu spät auf die Bremse und handelte sich einen Bremsplatten und störrische Vibrationen ein. Mercedes-Star Kimi Antonelli überholte Leclerc wenig später auf seinem Weg zum WM-Titel, der Ferrari-Mann landete lediglich auf Platz vier.
„Und wenn es der Papst befiehlt: Antonelli zu Ferrari ist ein Muss“
„Wir hätten locker einen Doppelsieg einfahren können. Das Tempo dafür hatten wir“, sagte Hamilton nach dem Rennen. Seinem Garagen-Nachbarn sprach er die nötige Reife ab. „Der Typ ist 29 Jahre alt, also glaube ich nicht, dass es am Alter liegt. Ich denke, es ist eine Frage der Mentalität“, lederte der siebenmalige Weltmeister und kündigte ein klärendes Gespräch an. „Wir haben keine Vereinbarungen zur Zusammenarbeit, und ich weiß nicht, ob sich dadurch etwas von Charles ändern wird. Aber es muss sich definitiv etwas ändern.“ Er hoffe, dass Ferrari auf „ein besseres Arbeitsklima“ hinarbeite. Ähnlich hatte sich Hamilton schon nach dem Italien-GP geäußert, bei dem er kurz nach dem Start ebenfalls mit Leclerc aneinandergeraten war.
Mit Rosberg hatte sich Hamilton in der gemeinsamen Zeit bei Mercedes ein erbittertes Stallduell geliefert. In der Saison 2016 eskalierte der „Krieg der Sterne“ in Barcelona vollends, als die Rivalen kollidierten und im Kiesbett landeten.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
