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Politik

Marktbericht: Leichte Kursgewinne vor US-Zinsentscheid?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 16, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 16.09.2026 • 07:47 Uhr

Vor dem Zinsentscheid in den USA am Abend dürfte der deutsche Aktienmarkt mit leichten Kursgewinnen starten. Stützend wirken sinkende Ölpreise – wenn auch ohne wirklich neue Entwicklungen im Nahen Osten.

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dürften es die Anlegerinnen und Anleger am Aktienmarkt heute eher ruhig angehen. Nachdem sich der DAX am Dienstag nach den Verlusten zu Wochenbeginn etwas stabilisiert hat, erwartet der Broker IG den deutschen Leitindex vor Handelsbeginn aber erst einmal 0,2 Prozent höher bei knapp 25.445 Punkten.

„Der DAX hat gestern eine erstaunliche Wende vollzogen: Schnäppchenjäger sind vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank offenbar wieder bereit, einzusteigen“, sagt Jochen Stanzl, Analyst bei der Consorsbank. „Viele setzen wohl darauf, dass ein möglicher neuer Preisdeckel für Energie und die Zinsentscheidung die Ruhe zurück auf das Parkett bringen werden.“

Eine leichte Entspannung bei den Ölpreisen stützt die Kurse – wenn auch ohne wirkliche Fortschritte bei der Lösung der Konflikte im Nahen Osten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich am Morgen um 0,6 Prozent auf 108,14 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 0,9 Prozent schwächer bei 104,85 Dollar. Am Dienstag waren die Preise noch um fast drei Prozent gestiegen.

Für eine gewisse Beruhigung sorgt außerdem die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, angesichts der hohen Spritpreise für Entlastungen zu sorgen. Das „genaue Instrumentarium“ stehe allerdings noch nicht fest. Derzeit wird über einen Preisdeckel, eine Übergewinnsteuer, einen sogenannten Direktauszahlungsmechanismus oder einen erneuten Tankrabatt diskutiert.

Doch die Gewinne an der Börse dürften vor den mit Spannung erwarteten Ergebnissen der Fed-Sitzung nicht allzu groß sein. Denn angesichts eines robusten Arbeitsmarktes und der durch den Krieg im Nahen Osten angeheizten Inflation rechnen Investoren fest mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte in den USA. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird dem FedWatch-Tool der CME Group zufolge auf 92,4 Prozent geschätzt.

Auf seiner dritten Zinssitzung könnte der neue Vorsitzenden Kevin Warsh also erstmals die Leitzinsen anheben. „Ob Kevin Warsh unbehelligt oder mit verbalen Blessuren vom Weißen Haus aus der Pressekonferenz heraustreten wird, das ist die eigentlich spannende Frage“, heißt es in einem Kommentar der NordLB. Denn US-Präsident Donald Trump setzt sich schon lange für Leitzinssenkungen ein.

Höhere Zinsen belasten tendenziell den Aktienmarkt und dämpfen die Konjunktur. Es wäre die erste Anhebung in den USA seit mehr als drei Jahren. Im Vorfeld kletterte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen über die Marke von fünf Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2007.

Am New Yorker Aktienmarkt ging es am Dienstag deshalb weiter bergab. Der US-Leitindex Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 52.093 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 7.586 Zähler, und der technologielastige Nasdaq gab 0,8 Prozent auf 25.982 Stellen nach.

Auch an den asiatischen Börsen haben sich die Anleger heute zurückgehalten. Die Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich, nachdem sie vier Tage in Folge nachgegeben hatten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio gab 0,1 Prozent nach. Die Börse in Shanghai verlor ebenfalls 0,1 Prozent. Dagegen legte die Börse in Südkorea um 0,8 Prozent zu.

Der Bitcoin hat unter steigenden Renditen für US-Staatsanleihen und einer für die Branche negativen Entscheidung des US-Senats gelitten. Der Kurs der ältesten und bekanntesten Digitalwährung fiel am Abend um bis zu fünf Prozent auf weniger als 75.000 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit dem 21. August. Zuletzt konnte sich der Kurs wieder etwas erholen, lag aber mit rund 75.600 Dollar immer noch deutlich unter dem Niveau vom Montagabend.

US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner hatten im Kongress eine empfindliche Niederlage erlitten. Der Senat blockierte ein umfassendes Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen. Das Vorhaben liegt damit faktisch auf Eis. Für die Republikaner, die das Gesetz seit Monaten vorangetrieben hatten, ist dies ein schwerer Rückschlag. Das Gesetz sollte einen rechtlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen.

Audi-Chef Gernot Döllner will den Ingolstädter Autobauer angesichts der Branchenkrise und des Spardrucks im Volkswagen-Konzern intern neu aufstellen. „Wir werden kompaktere Organisationen brauchen, schnellere Prozesse und schnellere Entscheidungen“, sagte der Manager der Augsburger Allgemeinen. Mit Sparen allein lasse sich die Zukunft nicht gestalten. „Wir erleben eine grundlegende Disruption unserer Industrie“, fügte er hinzu. Audi befinde sich in einer Phase, in der die Effizienz deutlich gesteigert und zugleich das Geschäftsmodell weiterentwickelt werden müsse.

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