Nach dem tödlichen Messerangriff in einer Bank in Regensburg sahen Ermittler zunächst keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung des mutmaßlichen Täters. Ein Gutachter beurteilt die Situation jedoch anders.
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Bankmitarbeiter in Regensburg ist der mutmaßliche Täter aus der Untersuchungshaft in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt worden.
Wie die Staatsanwaltschaft Regensburg am Dienstag mitteilte, ergab ein Gutachten Hinweise darauf, dass der 20 Jahre alte Täter bei der Attacke in der Bankfiliale wegen einer psychiatrischen Erkrankung zumindest vermindert schuldfähig gewesen sein könne.
Ermittler hatten zunächst keine Hinweise auf Erkrankung gesehen
Bei einer Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft am Tag nach der Tat hatten die Ermittler zunächst gesagt, es lägen keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Verdächtigen vor. Der Mann war deshalb zunächst nach einer Anordnung einer Ermittlungsrichterin zur Untersuchungshaft in ein Gefängnis gebracht worden.
Dort habe dann aber noch am selben Tag ein Experte den Verdächtigen kurz begutachtet, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dabei seien Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung bei dem Tatverdächtigen festgestellt worden. Deshalb habe das Amtsgericht Regensburg die Anordnung der Untersuchungshaft aufgehoben und einen Unterbringungsbefehl erlassen. Der 20-Jährige werde damit vorerst in einem Bezirkskrankenhaus untergebracht.
Schuldunfähigkeit derzeit nicht auszuschließen
Eine vollständige Schuldunfähigkeit sei derzeit nicht auszuschließen, erklärte die Staatsanwaltschaft Regensburg. Sie betonte außerdem, dass es sich bislang nur um das Ergebnis einer ersten kurzen Begutachtung handelt, das sich noch ändern kann. Eine abschließende Entscheidung über die Schuldfähigkeit träfe, sollte es zu einem Prozess kommen, das Gericht. Der Beschuldigte hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.
20-Jähriger soll Zettel gezeigt und dann zugestochen haben
Wie die Staatsanwaltschaft Regensburg weiiter mitteilte, wird dem jungen Mann Mord an einem 58-jährigen Bankangestellten mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung vorgeworfen.
Der 20-Jährige soll am Donnerstag eine Bankfiliale im Regensburger Westen mit einem etwa zehn Zentimeter langen Küchenmesser betreten und einem Mitarbeiter einen Zettel vorgelegt haben, mit dem Geld gefordert wurde. Wenig später soll er mit dem Messer mehrfach auf den Bankangestellten eingestochen haben, der später an seinen Verletzungen starb.
Auch weil sich zunächst noch andere Menschen mit dem mutmaßlichen Angreifer im Gebäude befanden, waren bis zur Festnahme des 20-Jährigen stundenlang Hunderte Polizisten samt Spezialkräften im Einsatz.
Mit Informationen von dpa.
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Quelle: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz 28.07.2026 – 15:30 Uhr
