„Mitch war betrunken und dumm“Mann für Flamingo-Entführung in Las Vegas schuldig gesprochen
Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas? Nicht immer, von manchen Fällen erfährt fast die ganze Welt. Damit rechnen muss unter anderem, wer betrunken einen Flamingo klaut und durch ein Hotel trägt.
In Las Vegas ist ein Tourist der Tierquälerei schuldig befunden worden. Er hat Anfang März dieses Jahres einen Flamingo aus seinem Gehege entführt und mit auf sein Hotelzimmer genommen. Die Staatsanwaltschaft spricht im Prozess von einem „vorsätzlichen, rechtswidrigen, böswilligen und verbrecherischen“ Streich. Der Anwalt des Täters, Josh Tomsheck, sagt, es sei eine Dummheit im betrunkenen Zustand gewesen. Sein Mandant Mitchell Fairbarn hätte nicht die Absicht gehabt, dem Tier zu schaden.
Der Flamingo habe gekreischt, als Fairbarn ihn am 3. März im vier Hektar großen Wildtiergehege des „Flamingo Hotels“, in dem neben den chilenischen Flamingos auch andere Vögel, Schildkröten und Fische leben, gepackt hat. Auf Videos ist zu sehen, wie der Kanadier das Tier am Hals greift und über das Gelände trägt. Auch im Aufzug des Hotels und einem Flur wurde Fairbarn gefilmt.
Ermittler fanden Federn des Flamingos auf dem Gang und in Fairbarns Zimmer. Dem Tier fehlten laut Polizeibericht sieben bis acht Federn, zudem hatte es Blutspuren im Gefieder sowie Verletzungen an den Flügeln gegeben. Sicherheitsmitarbeitern des Hotels fiel rasch auf, dass ein Vogel fehlt. Sie riefen die Beamten an den Tatort, die Fairbarn schließlich in den frühen Morgenstunden festnahmen.
Zur Tat sei es nur deshalb gekommen, weil der Beschuldigte an dem Tag „30 bis 40 Bier“ getrunken habe, wie er vor Gericht sagte. Sein Verteidiger betonte, das Verhalten seines Mandanten war „dumm“ und „durch Trunkenheit bedingt“. Anwalt Tomsheck weiter: „Die Wahrheit ist, Mitch war betrunken. Mitch war dumm. Er hat schlechte Entscheidungen getroffen.“
Der Flamingo habe sich inzwischen etwas erholt: Ihm gehe es zwar körperlich besser, doch er sei bei Behandlungen noch immer „ängstlicher und nervöser“ als zuvor, sagt Tierärztin Tiffany Moore.
Vor Gericht zeigte sich Fairbarn übereinstimmenden Medienberichten zufolge wortkarg und unemotional. Er sagte lediglich zu seiner Motivation, dass er „dachte, es wäre etwas, worüber wir den Rest unseres Lebens Witze machen könnten. Ich dachte damals, es wäre lustig.“ Der Angeklagte plädierte auf nicht schuldig.
Nun drohen Fairbarn bis zu 4,5 Jahre Haft. Das Urteil soll am 1. Dezember gesprochen werden. So lange steht der Tierquäler unter Hausarrest in den USA. Nach dem Vorfall vor mehr als einem halben Jahr musste Fairbarn seinen Reisepass abgeben. Als sein Vater in Kanada starb, durfte er nicht zur Trauerfeier reisen. „Nichts davon wäre passiert, wenn er nicht so gehandelt und diese Entscheidungen nicht getroffen hätte“, sagt Staatsanwältin Haley Willming.
„Ich hoffe, dies sendet eine Botschaft an alle anderen, die es wagen, sich mit unseren Tieren anzulegen“, sagt Tierrechtsaktivist John Waudby aus dem US-Bundesstaat Nevada. „Das werdet ihr hier nicht tun.“ Er glaube, in dem Fall werde Gerechtigkeit geübt.
