Nach BelästigungsvorwürfenJames Franco spricht über Neustart
Nach Jahren fernab des Rampenlichts zeigt sich James Franco wieder öffentlich in Cannes. Dort spricht der Schauspieler auch über die Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens und sein Leben nach dem Karrierebruch.
James Franco hat sich beim Filmfestival von Cannes überraschend prominent zurückgemeldet. Gemeinsam mit seiner Partnerin Izabel Pakzad erschien der Schauspieler auf dem roten Teppich der Eröffnungszeremonie – und sprach dabei auch offen über die vergangenen Jahre nach den Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens gegen ihn.
Bereits am Mittwoch hatte Franco in Cannes sein neues Action-Thriller-Projekt „Foster“ vorgestellt. Für den Schauspieler markiert der Auftritt eine seltene Rückkehr ins Rampenlicht, nachdem er sich seit den Vorwürfen aus dem Jahr 2018 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.
Franco selbst widerspricht allerdings der Darstellung eines großen Comebacks. „Es stimmt nicht, dass ich mich versteckt habe. Ich bin die letzten drei oder vier Jahre hier gewesen, habe Projekte verkauft, großartige Filme gesehen“, sagte er dem Branchenblatt „Deadline“. Auch von einer triumphalen Rückkehr wolle er deshalb nicht sprechen.
Auf die Frage, ob er sich ungerecht behandelt fühle, antwortete der 48-Jährige: „Ich weiß es nicht. Was soll ich tun? Ich gehe einfach weiter und versuche, ein positives Leben zu führen“. Weiter sagte er: „Ich versuche, der beste Mensch zu sein, der ich sein kann. Ich glaube, ich wurde dazu gemacht, Filme zu drehen. Das ist so ziemlich alles, was ich tun kann.“
Vergleich nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens
Die Anschuldigungen gegen Franco hatten seine Karriere schwer getroffen. Insgesamt fünf Frauen – darunter vier ehemalige Schauspielstudentinnen – warfen ihm sexuelles Fehlverhalten beziehungsweise sexuell ausbeuterisches Verhalten vor. Franco bestritt die Vorwürfe zunächst, einigte sich 2021 aber außergerichtlich mit zwei der Frauen. Laut Gerichtsunterlagen zahlte der Schauspieler dabei insgesamt 2,235 Millionen Dollar. In den Jahren danach trat Franco kaum noch öffentlich auf und übernahm nur wenige größere Rollen.
Seit 2024 arbeitet er allerdings wieder regelmäßig an Filmprojekten – vor allem in Europa und abseits großer Hollywood-Produktionen. In Cannes deutete Franco nun zudem an, dass bereits ein neues großes Studio-Projekt geplant sei. Erscheinen soll es voraussichtlich Ende des Jahres oder Anfang 2027.
Auch im Gespräch mit „Variety“ hatte Franco im vergangenen November offen darüber gesprochen, wie sehr ihn die Kritik verändert habe. „Gesagt zu bekommen, ich sei schlecht, war schmerzhaft. Aber es war genau das, was ich brauchte, um aufzuhören, so weiterzumachen wie bisher.“ Lange habe er sein Privatleben seiner Karriere untergeordnet. „Das habe ich geändert.“ Seit 2017 ist der 48-Jährige mit der 30 Jahre alten Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Izabel Pakzad liiert.
