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Startseite»Nachrichten»Nachfrage sinkt deutlich: Bund lagert noch Millionen Dosen Corona-Impfstoff
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Nachfrage sinkt deutlich: Bund lagert noch Millionen Dosen Corona-Impfstoff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 2, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Nachfrage sinkt deutlichBund lagert noch Millionen Dosen Corona-Impfstoff

Die Impfstoffe müssen gut gekühlt werden. (Foto: picture alliance / TOBIAS STEINMAURER / APA / picturedesk.com)

In der Corona-Pandemie waren Impfstoffe Mangelware, jetzt gibt es sie im Überfluss. Allein im Zentrallager des Bundes liegen noch mehr als sieben Millionen Impfdosen. Bestehende Verträge kosten den Steuerzahler jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag.

Gut drei Jahre nach Ende der Corona-Pandemie gibt es weiter Impfstoffvorräte im zentralen Lager des Bundes. Dort befinden sich noch 7,6 Millionen Dosen des Präparats Comirnaty LP.8.1 des Herstellers Biontech, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Weitere Lieferungen an den Bund erfolgen demnach nicht mehr, da die Erfüllung laufender Verträge abgeschlossen ist. Der Bund stellt die Impfdosen auf Bestellung bereit. Die in der akuten Krise massive Nachfrage ist seit längerem deutlich zurückgegangen.

Mit Blick auf die Vorsorge für künftige Pandemien stehen geplante Einschnitte bei Biontech-Produktionsstätten unter Beobachtung. Sollte das Unternehmen aufgrund angekündigter Standortschließungen die Voraussetzungen für einen bestehenden Bereitschaftsvertrag nicht mehr erfüllen können, müssten mögliche Konsequenzen geprüft werden, hieß es aus dem Ministerium.

Die Bundesregierung hat Verträge mit drei in Deutschland ansässigen Firmen, die im Fall einer Pandemie den Abruf vorgehaltener Produktionskapazitäten für Impfstoffe sichern. Neben Biontech sind dies IDT Biologika und Wacker/Corden Pharma. Biontech hatte kürzlich angekündigt, die deutschen Produktionsstätten seines Corona-Impfstoffes zu schließen. Die Herstellung soll künftig vollständig über Standorte des US-Partners Pfizer in Europa und Amerika laufen.

Die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta sagte, die Bereitschaftsverträge seien eine der Lehren aus der Pandemie, damit in der nächsten Krise ausreichend Produktionskapazitäten auf europäischem Boden bereitgestellt werden können. Nachdem andere Hersteller schon ausgestiegen seien, drohe der relevanteste verloren zu gehen, warnte sie mit Blick auf Biontech. „Die Bundesregierung muss prüfen, ob sie über das Einfordern der Pandemiebereitschaftsverträge Biontech zwingen kann, Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhalten.“

Dies gelte auch, wenn die Versuchung groß sei, angesichts der Haushaltslage dafür vorgesehene Millionen einfach einzusparen, sagte Piechotta. Im Etat 2026 sind für die Finanzierung von Pandemiebereitschaftsverträgen insgesamt 336 Millionen Euro veranschlagt und für 2027 rund 175 Millionen Euro. Die Verträge laufen nach Ministeriumsangaben zwischen 2027 und 2029 aus.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa

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