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Startseite»Politik»Partielle Sonnenfinsternis: So schützen Sie Ihre Augen
Politik

Partielle Sonnenfinsternis: So schützen Sie Ihre Augen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 10.08.2026 • 18:43 Uhr

Am Mittwoch schiebt sich der Mond über Deutschland zwischen Sonne und Erde und erzeugt eine partielle Sonnenfinsternis. Viele wollen das Himmelsereignis verfolgen, aber es gibt dabei ein paar Dinge zu beachten.

Catherine Fischer fiebert der Sonnenfinsternis entgegen. Bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA beteiligt sie sich an der Planung und Koordination wissenschaftlicher Sonnenbeobachtungen der Raumsonde Solar Orbiter. Die Sonnenfinsternis am 12. August ist auch für sie ein Highlight, ein „richtiges astronomisches Event“. Dieses Mal wird Fischer kein technisches Spezialgerät nutzen, sondern „eine einfache Sonnenfinsternisbrille“. Mit einer geprüften Folie, wie sie extra betont.

Dabei liegt es ihr nicht nur am Herzen, Astro-Fans die Begeisterung für das Ereignis am Himmel zu vermitteln, sondern auch das Wissen um die Gefahren. Denn der direkte Blick in die Sonne kann die Netzhaut des Auges dauerhaft schädigen. „Das kann sehr, sehr schnell gehen“, warnt Fischer. Das Tückische: Man merkt es nicht gleich, denn auch wenn die Netzhaut des Auges sehr empfindlich ist – sie hat keine Schmerzrezeptoren.

Natürlicher Schutzreflex des Menschen wird ausgehebelt

Davor warnt auch Daniela Weiskopf, Leiterin des Fachgebiets Optische Strahlung beim Bundesamt für Strahlenschutz. Selbst wenn der Mond einen Großteil der Sonnenscheibe verdecke, habe die Strahlung immer noch genügend Energie, um die Netzhaut im Auge schädigen zu können.

Bei dieser Sonnenfinsternis schätzt die Physikerin das Risiko sogar noch etwas höher ein. Denn sie ereignet sich in der Dämmerung, wenn die Sonne weniger blendet. „Dadurch fällt ein natürlicher Schutzreflex des Menschen weg.“ Außerdem sei die Pupille bei Dämmerung weiter geöffnet, so dass mehr Strahlung auf die Netzhaut treffe.

Beim Beobachten der Sonnenfinsternis sollten die Augen daher unbedingt geschützt werden. Eine Sonnenbrille reicht dafür nicht aus, auch Schweißerbrillen oder Rettungsfolien sind ungeeignet.

Spezielle Brillen zur Beobachtung der Sonnenfinsternis haben Schutzfolien, die nur etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchlassen. Sie werden in der Regel in Astronomie-Shops und bei einigen Optikern und Buchhandlungen angeboten; teilweise auch in Geschäften, die Kameras und Objektive verkaufen. Allerdings sind sie vielerorts schon vergriffen. Die Preise variieren stark und starten bei etwa 99 Cent pro Brille.

Das müssen Schutzbrillen erfüllen

Beim Kauf rät Weiskopf auf ein paar Eigenschaften zu achten. Die Brille sollte die Augen komplett bedecken und breite Schutzbügel haben, die Streustrahlung reduzieren. Sie sollte den Hinweis enthalten, dass sie für den direkten Blick in die Sonne geeignet ist und mit dem CE-Symbol versehen sein.

Wer sicher gehen will, gleicht noch die aktuell gültige Norm ab: DIN EN ISO 12312-2:2015. Außerdem sollte die Schutzfolie keine Kratzer, Risse oder sonstigen Beschädigungen aufweisen. Und falls die alte SoFi-Brille von 1999 noch in der Schublade schlummert – besser dort liegen lassen und sich eine neue gönnen.

Wer von der Sonnenfinsternis Bilder machen möchte, sollte sich auch für sein Smartphone oder seine Kamera einen geeigneten Filter besorgen, der den hochempfindlichen Kamera-Chip vor der Sonnenstrahlung schützt. Auch Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz wird Fotos machen und weiß, dass der Filter überhaupt erst die Aufnahme eines brauchbaren Bildes von der Sonnenfinsternis ermöglicht, „weil genügend Licht reduziert wird, so dass das Bild auch scharf erscheint“.

Das Gleiche gilt für Teleskope und Objektive. Auf keinen Fall die Sonnenfinsternis direkt damit beobachten, weil die Geräte die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln.

So können Sie die Sonnenfinsternis beobachten

Wer keine Schutzbrille anschaffen möchte oder keine mehr bekommt, kann auch selbst aktiv werden: Mit einem Karton und etwas Transparentpapier lässt sich eine einfache Lochkamera basteln. Durch diese Camera obscura kann die Sonnenfinsternis indirekt beobachtet werden, was vor allem für Kinder eine sichere Möglichkeit bietet. Bastelanleitungen gibt es unter anderem auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz. Gerade mit Kindern kann der Spaß an der Sonnenfinsternis so schon früher losgehen.

Dann muss man sich für den Abend des 12. August nur noch einen guten Aussichtspunkt mit Blick Richtung Nordwesten suchen, mit freier Sicht zum Horizont. Denn die Sonne steht schon recht tief, wenn sich der Mond um kurz nach 19 Uhr vor sie schiebt. Und dann: Naturschauspiel genießen! Hauptsache, die Augen sind gut geschützt.

Wenn doch was ins Auge geht

Wer doch versehentlich ganz ohne Schutz in die Sonnenfinsternis blickt, sollte vorsichtig beobachten: Die Netzhaut empfindet keinen Schmerz, daher gibt es auch kein Warnsignal des Körpers. Eine mögliche Schädigung zeigt sich erst Stunden später. Symptome sind dauerhaft dunkle Flecken im Sichtfeld, verschwommenes Sehen oder dass gerade Linien gebogen erscheinen. In dem Fall rät Daniela Weiskopf, sofort zum Augenarzt oder in die Augenklinik zu gehen.

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