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Startseite»Politik»Projekt in Dänemark gestartet: Greensand soll CO2-Speicher Europas werden
Politik

Projekt in Dänemark gestartet: Greensand soll CO2-Speicher Europas werden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.09.2026 • 19:03 Uhr

Mit dem Projekt Greensand ist das erste CO2-Einlagerungsprojekt in der EU gestartet. Unter der Nordsee soll in Zukunft klimaschädliches CO2 dauerhaft im Meeresboden gespeichert werden. Doch es gibt auch Kritik.

Arne Bartram

König Frederik von Dänemark drückt den Startknopf. Es ist das Signal für ein Schiff im Hafen der Stadt Esbjerg. An Bord sind mehrere Tanks mit mehr als 5.000 Tonnen verflüssigtem CO2. Das Ziel ist ein ehemaliges Ölfeld weit draußen vor der dänischen Küste. Hier soll das verflüssigte CO2 dauerhaft unter dem Meeresboden eingelagert werden.

David Bucknall, Chef der zuständigen Firma Ineos Energy, erklärt: „Unsere Vision ist, dass andere aus unserem Projekt lernen. Wir glauben, dass dieses Projekt das erste von vielen sein wird. Wir sind sehr stolz darauf, als erstes Unternehmen in der EU diese Technologie im kommerziellen Maßstab einzusetzen.“

CO2 kann flüssig verschifft werden

Dieses unterirdische Einlagern von CO2 soll Europas Industrie weniger klimaschädlich machen. Denn bisher ist es meist so, dass, wenn in einer Fabrik CO2 entsteht, dies am Ende in die Luft gelangt und damit dem Klima schadet. Durch das Projekt Greensand soll sich das ändern: Das CO2 wird zunächst aufgefangen, dann verflüssigt und anschließend per Schiff hinaus auf die Nordsee transportiert. Dort wird es in ein ehemaliges Ölfeld unter der Erde gepresst und bleibt da.

Auch die EU setzt auf diese sogenannte CCS-Technik und hat in das Projekt Greensand investiert. Dan Jørgensen, EU-Kommissar für Energie, setzt auf das Verfahren: „Für das Klima ist es sehr gut, dass wir jetzt zeigen, dass diese Technologie möglich ist. Der Weltklimarat hat klar gesagt: Wenn wir es nicht schaffen, CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, können wir die Klimaziele nicht erreichen.“

Falscher Anreiz für die Wirtschaft?

Die EU will bis 2050 Klimaneutral werden. Gleichzeitig soll aber die Wirtschaft nicht zu stark beschränkt werden. CO2 einzufangen und einzulagern könnte eine Möglichkeit sein, die Interessen von Wirtschaft und Klimaschutz zusammenzubekommen, sagt Ineos Energy-Chef Bucknall. „Wenn wir weiter eine Industrie haben und Produkte in Europa herstellen wollen, werden wir Emissionen verursachen – unabhängig davon, wie effizient wir werden.“ Für diese Emissionen brauche die Industrie die Technik der CO2-Speicherung.

Kritiker sagen dagegen: Solche Projekte könnten ein falscher Anreiz sein, denn eigentlich müsse es ja darum gehen, erst gar kein CO2 mehr zu verursachen. Philip Fosbøl von der Technischen Universität Dänemark forscht seit Jahren zum CO2-Speichern und findet: „Es gibt leider andere Länder auf der Welt, die diese Technologie auch auf eine negative Weise einsetzen könnten. Das heißt, sie nutzen sie, um die Öl- und Gasproduktion einfach weiter aufrechtzuerhalten.“ Dänemark und Europa würden aber seiner Ansicht nach am Klimaschutz festhalten.

Damit solche Projekte langfristig Erfolg haben, braucht es viele Firmen, die mitmachen und ihr CO2 einlagern. Bei Greensand machen bisher nur Unternehmen aus Dänemark und Schweden mit. Allerdings gibt es laut Betreiber auch Interessenten aus Deutschland. Vor allem in der Stahl-, Zement- oder Chemieindustrie wird man auf absehbare Zeit kaum ohne CO2-Ausstoß auskommen.

Greensand löst nur Teil des Problems

Aber wie sicher ist es eigentlich, das CO2 einfach in leere Öl- und Gasfelder zu pumpen? CO2-Forscher Fosbøl zieht Parallelen zur Öl- und Gasförderung. „Das CO2-Einlagern ist genauso sicher, wie vorher das Öl oder Gas aus dem Untergrund herauszuholen. Wir nehmen CO2 und bringen es quasi dorthin zurück, wo seine Verursacher ursprünglich herkamen – in den Untergrund, in die Lagerstätten, in denen über Millionen Jahre Öl und Gas verschlossen waren.“

Er geht davon aus, dass allein das Projekt Greensand mehrere Jahrzehnte lang CO2 unterirdisch einspeichern kann. Aber klar ist auch: Es kann nur ein Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein.

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