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Startseite»Nachrichten»Rettig fordert „Reset“: DFB empfindet „irreparablen Vertrauensverlust“ gegenüber FIFA
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Rettig fordert „Reset“: DFB empfindet „irreparablen Vertrauensverlust“ gegenüber FIFA

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Rettig fordert „Reset“

DFB empfindet „irreparablen Vertrauensverlust“ gegenüber FIFA

Der Ärger, den sich Gianni Infantino mit seinem Alleingang eingehandelt hat, ist unglaublich groß. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig spricht von einem „irreparablen Vertrauensverlust“.

Die WM-Verkaufspläne von FIFA-Boss Gianni Infantino haben den DFB nachhaltig wütend gemacht. Andreas Rettig, DFB-Geschäftsführer Sport, sagte dem „Stern“, es gebe einen „irreparablen Vertrauensverlust“. Nicht nur gegenüber dem DFB, sondern auch zu weiteren Verbänden. „Was hier verkauft werden sollte, ist – wenn ich einmal die Sprache der Banker benutze – ein unbezahlbarer immaterieller Vermögenswert.“

Für Rettig ist klar: „Wenn Mitglieder öffentlich erklären, dass sie kein Vertrauen mehr in die Führung haben, ist das ein sehr deutliches Signal.“ Es sei also möglich, dass Infantinos Ende als FIFA-Präsident naht. Ihm mache Mut, „dass sich inzwischen sogar Menschen aus dem engsten Umfeld des Präsidenten öffentlich distanzieren – obwohl sie dadurch selbst Nachteile in Kauf nehmen“. Infantino ist seit 2016 im Amt, er hatte Sepp Blatter als FIFA-Präsident abgelöst. Zunächst sei eine „große Erleichterung spürbar“ gewesen, so Rettig: „Nach dem Motto: Jetzt kann es eigentlich nur besser werden. Wir sind leider eines Besseren belehrt worden.“

Gianni Infantino hat sich verzockt

Verschwiegenheit ist „unglaublich“

Rettig, der zum Jahresende beim DFB ausscheidet und dessen Nachfolger Ex-Nationalspieler Per Mertesacker sein wird, sagte über das Aus der Investorenpläne von Infantino: „Ich glaube, dass er bei einem isolierten Statement der UEFA allein nicht eingeknickt wäre. Ich glaube schon, dass er nicht damit gerechnet hat, dass so schnell Unterstützung aus anderen Konföderationen kommt. Als sich dann auch der asiatische und der nordamerikanische Fußballverband öffentlich zu Wort gemeldet haben, war eigentlich klar, dass die Schlacht für ihn verloren war.“ Nach tagelangem Protest und der Androhung eines WM-Boykotts durch die UEFA hatte die FIFA in der Nacht zu Samstag den Plan verworfen, Teile der Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen.

Es sei „unglaublich“, dass alle Council-Mitglieder, auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, erst durch die Berichterstattung von den Plänen erfahren haben. „Niemanden im FIFA-Council einzubeziehen – also neben der Vollversammlung zentrale Entscheidungsgremium -, das versteht niemand“, so Rettig, der glaubt, dass das Vorhaben nicht mehrheitsfähig gewesen wäre. „Deshalb hat Infantino aus meiner Sicht versucht, den Weg über Überraschung, Zeitdruck und vor allem über diesen 20-Millionen-Köder zu gehen. Das ist in höchstem Maße ungehörig.“

Kritikern, die meinen, der DFB habe Infantino in den vergangenen Jahren zu viel durchgehen lassen, widerspricht er: Man müsse unterscheiden zwischen dem, was öffentlich wahrgenommen werde, und dem, was tatsächlich in den Gremien diskutiert werde. „Dort ist durchaus kontrovers über verschiedene Themen gesprochen worden.“ Rettig zufolge muss immer die Frage gestellt werden: „Wann lohnt es sich, in die Schlacht zu ziehen?“ Die UEFA habe sich über Jahre für den Weg der konstruktiven Kritik entschieden, doch nun war es genug. „Es muss die Reset-Taste gedrückt werden.“

Verwendete Quellen: ntv.de, ara

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