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Startseite»Politik»Russische Zentralbank senkt Leitzins erneut
Politik

Russische Zentralbank senkt Leitzins erneut

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.07.2026 • 19:45 Uhr

Russlands Zentralbank hat den Leitzins weiter gesenkt, auf nun 14 Prozent. Damit will sie die zunehmend unter dem Angriffskrieg gegen die Ukraine leidende Wirtschaft stützen. Gleichzeitig steigt jedoch die Inflationsgefahr.

Björn Blaschke

Im September 2022 – sieben Monate nach dem Angriff auf die Ukraine – hatte die russische Zentralbank das letzte Mal den Leitzins gesenkt: Von acht auf siebeneinhalb Prozent. Danach stieg er ständig – bis er im Oktober 2024 den Rekordwert von 21 Prozent erreichte.

Vor etwas mehr als einem Jahr senkte die Zentralbank den Leitzins erstmals wieder – von 21 auf 20 Prozent. Seither geht es so weiter – bei 14,25 Prozent stand er bis heute. Die Präsidentin der Zentralbank in Moskau, Elwira Nabiullina, senkte ihn nun erneut minimal. „Heute haben wir die Entscheidung getroffen, den Leitzins auf 14 Prozent zu senken. Wir betrachten die Beschleunigung des Preisanstiegs als vorübergehend“, sagt sie.

Wirtschaft wünscht sich weitere Schritte

Immer wieder werden Rufe aus der russischen Wirtschaft laut, der Leitzins solle gesenkt werden. Die Unternehmen machen Druck. Sie beklagen seit Monaten hohe Zinsen, die die Investitionen bremsten. Durch die Senkung des Leitzinses könnten Kredite günstiger werden, was Unternehmen möglicherweise ermuntert, Darlehen aufzunehmen, um das Geld zu investieren.

Gleichzeitig können auch Verbraucher günstigere Kredite aufnehmen und mehr konsumieren. Die Hoffnung: Die Nachfrage soll steigen. Die jetzige Senkung des Leitzinses werde dafür allerdings nicht reichen, beklagen russische Unternehmen in ersten Reaktionen. Sie sei ein gutes, aber eher symbolisches Signal.

Bei dem derzeitigen Leitzinsniveau blieben die Kreditkosten für Unternehmen hoch, erklärte Alexander Murytschew, Vizepräsident des Russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer. Manche fürchten vielleicht sogar eine weiter steigende Inflationsrate. Und die gilt als Steckenpferd von Kreml-Chef Wladimir Putin: Derzeit liegt die Inflationsrate bei etwa sechs Prozent. Putin aber, so heißt es, wolle, dass sie bei vier Prozent liegt, denn eine niedrige Inflationsrate macht die Bevölkerung froh.

Angriffe auf Ölindustrie lassen Preise weiter steigen

„Die Lage der heimischen Wirtschaft und ihrer wichtigsten Sektoren ist stabil“, zeigte sich der Präsident vor kurzem während einer Regierungssitzung zu Wirtschaftsfragen zufrieden. „Trotz äußerer Versuche, den Energie- und Brennstoffsektor und einige andere Sektoren zu destabilisieren.“

Damit dürfte Putin ukrainische Angriffe auf russische Ölproduktionsanlagen gemeint haben. Sie haben für Treibstoffmangel und Preissteigerungen gesorgt. „Die Schwierigkeiten, die wir derzeit auf dem Kraftstoffmarkt erleben, sind mit Sicherheit vorübergehend und werden die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nicht beeinträchtigen“, betonte Putin.

Der Staatschef hätte am liebsten eine niedrige Inflation, damit die Menschen im Land zufrieden sind. Und gleichzeitig hätte Putin gerne niedrige Zinsen, damit die Wirtschaft wächst. Das Problem ist, dass beide Ziele einander widersprechen können: Um die Inflation zu senken, sind häufig hohe Zinsen nötig. Deshalb kommt es in Russland regelmäßig zu Spannungen zwischen dem Wunsch nach Wirtschaftswachstum und dem Kampf gegen die Inflation.

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