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Startseite»Nachrichten»Saylors Finanzmaschine stottert: Der lauteste HODLer verkauft Bitcoin
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Saylors Finanzmaschine stottert: Der lauteste HODLer verkauft Bitcoin

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Saylors Finanzmaschine stottertDer lauteste HODLer verkauft Bitcoin

04.08.2026, 11:56 Uhr Von Jan Gänger
Michael-Saylor-chairman-of-MicroStrategy-speaks-at-the-Bitcoin-2024-conference-in-Nashville-Tennessee-US-on-Friday-July-26-2024-The-conference-is-an-annual-event-organized-by-BTC-Media-LLC-for-fans-of-the-original-cryptocurrency
Jahrelang lautete Saylors Botschaft: Es geht aufwärts. (Foto: Bloomberg via Getty Images)

Michael Saylor machte das HODL-Prinzip zum Geschäftsmodell. Seine Firma wurde zum größten Bitcoin-Besitzer. Doch nun verkauft Strategy wieder einen Teil der Bestände. Funktioniert Saylors Milliardenwette noch?

In der Welt der Bitcoin-Gemeinde gibt es kein wichtigeres Gebot als „HODL“. Der Begriff entstand wohl aus einem Tippfehler des englischen Wortes hold – zu deutsch: halten. Er steht für eine Überzeugung: Bitcoin wird nicht verkauft. Niemals. Wer an die Kryptowährung glaubt, hält sie durch alle Höhen und Tiefen.

Niemand verkörperte dieses Prinzip so kompromisslos wie Michael Saylor. Der Gründer von Strategy predigte über Jahre „Verkaufe nie Deine Bitcoin“. Wer Liquidität braucht, solle sich von Aktien trennen oder von einer Niere. Das machte Saylor zur Ikone der Bitcoin-Szene – und macht die jüngsten Verkäufe des Unternehmens umso bemerkenswerter.

Zwischen dem 27. Juli und 2. August trennte sich das Unternehmen von 1638 Bitcoin für rund 105 Millionen Dollar, wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damit sollte ironischerweise dringend benötigte Liquidität für laufende Finanzverpflichtungen geschaffen werden.

Es war bereits der dritte Verkauf innerhalb weniger Monate. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei knapp 64.000 Dollar je Bitcoin – und damit rund 11.500 Dollar unter dem durchschnittlichen Kaufpreis. Strategy verstieß damit nicht nur gegen das eigene HODL-Mantra, sondern realisierte dabei auch noch Verluste. Damit stellt Saylor die zentrale Idee infrage, auf der Strategy basiert.

Mit einer missionarischen Rhetorik hat Saylor Strategy in den vergangenen Jahren radikal umgebaut. Das frühere Softwareunternehmen wurde zu einem Bitcoin-Finanzvehikel. Statt ein operatives Geschäft in den Mittelpunkt zu stellen, sammelte Strategy etwa über Aktien und Wandelanleihen immer neues Kapital ein und investierte es nahezu vollständig in Bitcoin.

Bitcoin erleidet Kursverluste

Der Börsenwert des Unternehmens stieg schneller als seine Schulden, wodurch Strategy immer leichter frisches Geld aufnehmen konnte. Steigende Kurse finanzierten die nächsten Bitcoin-Käufe. Für Saylor war dieser Kreislauf praktisch grenzenlos – weil er unterstellte, dass Bitcoin langfristig immer weiter steigen würde.

Mit jedem Finanzierungsschritt wuchs der Bestand – heute hält das Unternehmen mehr als 840.000 Bitcoin – so viel wie keine andere Firma. Damit wurde Strategy selbst zu einem wichtigen Akteur am Kryptomarkt. Die Käufe des Unternehmens galten vielen Investoren als zusätzlicher Nachfragefaktor und stärkten zugleich die Erzählung, dass sich der Kreislauf aus Kapitalaufnahme und Bitcoin-Käufen beliebig fortsetzen lasse.

Inzwischen hat sich das Umfeld grundlegend verändert. Der Bitcoin hat seit seinem Rekordhoch rund die Hälfte seines Wertes verloren. Gleichzeitig ist auch die Strategy-Aktie massiv eingebrochen. Damit wird es immer schwieriger, frisches Kapital einzuwerben. Gleichzeitig bleiben die finanziellen Verpflichtungen bestehen. Deshalb greift Sylor auf den Vermögenswert zurück, den er eigentlich niemals verkaufen wollte: Bitcoin.

Für Strategy könnte das ein existenzielles Problem werden. Das Geschäftsmodell beruht schließlich darauf, dass der Börsenwert über dem Wert der gehaltenen Bitcoin liegt. Dieser Mechanismus erlaubt neue Kapitalaufnahmen und finanziert neue Bitcoin-Käufe. Doch das ist nicht mehr der Fall – die Marktkapitalisierung liegt mit 34,6 Milliarden Dollar deutlich unter den Bitcoin-Beständen von 52,6 Milliarden Dollar. Anleger könnten sich deshalb fragen, ob sie statt in Strategy nicht lieber direkt in Bitcoin investieren. Oder es ganz sein lassen.

Quelle: ntv.de

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