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Startseite»Politik»Selenskyj hofft auf Kriegsende bis Herbst
Politik

Selenskyj hofft auf Kriegsende bis Herbst

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 03.08.2026 • 20:31 Uhr

Mit verschiedenen Maßnahmen will der ukrainische Präsident Russland unter Druck setzen – und so bis Herbst zu einem Kriegsende bewegen. Selenskyj bereitet das Land aber trotzdem auch auf einen weiteren Kriegswinter vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, bis zum Herbst den Druck auf Russland so zu erhöhen, dass es einem Kriegsende zustimmt. Ukrainische Drohnenangriffe auf mittlere und lange Distanz, Sanktionen des Auslands und diplomatische Anstrengungen müssten zusammenwirken, sagte er vor den versammelten Botschaftern der Ukraine in Kiew.

„Wir werden hart daran arbeiten, damit das bis zum Herbst passiert“, erklärte der ukrainische Präsident – aber wann genau dies sein werde, lasse sich nicht voraussagen. Eine 40-tägige Phase von Geheimdienstaktionen, mit der die Ukraine Russland in Richtung Frieden bewegen will, laufen an diesen Dienstag ab. In diese Zeit fielen unter anderem die Angriffe auf Logistikzentren des russischen Online-Händlers Wildberries.

Ein weiterer Baustein der Strategie: militärische Abkommen. Ukrainische Experten geben ihr Know-How in der Drohnentechnologie an andere Länder weiter – im Gegenzug erhält die Ukraine von den Partnern Finanzmittel für ihre eigene Rüstung. Diese Zusammenarbeit habe bisher Abkommen mit neun Ländern ermöglicht – weitere Verhandlungen liefen, erklärte Selenskyj vor den Diplomaten.

Russische Angriffe laufen weiter

Der Präsident ist zwar versucht, Hoffnung zu verbreiten – doch die russischen Angriffe auf die Ukraine laufen weiter. Bei einer Attacke auf eine Tankstelle in der Südostukraine sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und sechs verletzt worden. Ein Feuer sei am Einschlagsort ausgebrochen.

Russische Flugzeuge attackierten zudem die ukrainische Großstadt Saporischschja mit Gleitbomben. Regionalgouverneur Iwan Fedorow teilte mit, binnen 90 Minuten seien acht Sprengkörper in Wohngebieten eingeschlagen. Eine Frau sei getötet worden, 31 Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Die Ukraine wehrt sich weiter mit Gegenangriffen gegen Aggressor Russland – bei den jüngsten ukrainischen Attacken im russischen Gebiet Krasnodar wurden nach Behördenangaben sechs Menschen getötet, auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim stieg die Zahl der Toten auf vier.

„Jeder Botschafter muss Waffen auftreiben“

An der diplomatischen Front scheint es ebenfalls kaum Bewegung zu geben. Ein Abrücken des Kremls von seinen Kriegszielen ist nicht erkennbar. Selenskyj warf dem russischen Staatschef Wladimir Putin vor, ein Kriegsende hinauszuzögern und eine weitere Mobilisierung vorzubereiten – laut Beobachtern möglicherweise nach der Parlamentswahl Mitte September.

Angesichts der anhaltenden Angriffe und der fehlenden Verhandlungsbereitschaft aus Moskau bereitete Selenskyj die Botschafter heute also auch auf einen weiteren Kriegswinter vor.

Den Diplomaten seines Landes erteilte er den Auftrag, die notwendige technische Unterstützung und Waffen bei den ausländischen Partnern zu organisieren. „Jeder Botschafter muss Waffen für die Ukraine auftreiben.“ Als wichtiges internationales Projekt der Ukraine nannte er die gemeinsame Entwicklung des Raketenabwehrsystems „Freyja“ mit europäischen Partnern. Erst am Wochenende hatte Selenskyj ukrainische Partnerländer erneut um eine Lieferung von „Patriot“-Raketen gebeten.

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