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Startseite»Nachrichten»Sind nackte Füße eklig?: Barfuß in Schlappen und Sandalen – kommt drauf an
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Sind nackte Füße eklig?: Barfuß in Schlappen und Sandalen – kommt drauf an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 11, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Sind nackte Füße eklig?Barfuß in Schlappen und Sandalen – kommt drauf an

Es gibt Dinge, die muss man nicht mit der Öffentlichkeit teilen. Schöne, gepflegte Füße allerdings darf man ruhig zeigen.

Am unteren Ende der Beine scheiden sich die Geister: Manche finden Füße geil, andere eher ekelhaft. Im Hochsommer sieht man viele nackte Füße – in Flip-Flops, Birkenstocks et cetera. Ist das gut?

Wir möchten ja niemandem auf die Füße treten und der Fuß ist sicherlich ein biomechanisches Wunderwerk (26 Knochen, 33 Gelenke, Dutzende Muskeln, Sehnen und Bänder) – aber sind Füße auch schön? Das ist jeden Sommer wieder die Frage, wenn Millionen plötzlich meinen, ihre nackten Füße in Schlappen, Sandalen, Flip-Flops und anderen offenen Schuhen den Mitmenschen zumuten zu können.

Beispiel ein Flug von Mallorca nach Berlin, an einem Freitagabend im Hochsommer 2026. Die Passagiere betreten den Flieger nach einem langen Tag bei rund 30 Grad. Viele tragen Sandalen, sie werfen die Schuhe ab und strecken die Beine zu den Sitznachbarn aus. Eine Frau ist sichtlich irritiert: „Hier riecht es nach Käsefuß!“

Die-Zahl-der-Geburten-in-Hamburg-ist-erstmals-seit-Jahren-wieder-gestiegen
Wer wieder Baby-Füße haben möchte, …

Oder aber dies: Ein Mittdreißiger sitzt in einem Kino und spürt irgendwie Druck im Rücken. Was ist denn das? Immer wieder Stöße. Als er hinter sich greift, fasst er in den nackten Fuß einer erschrockenen Frau. Sie hat gar nicht gemerkt, dass ihr gemütliches Barfuß-Gebohre im Fauteuil ungedämpft durchdrang.

Fußwaschung für alle

Und dann schwebt da ja noch grundsätzlich der Papst über allem: Viele staunen zu Ostern über den Katholizismus. Die Fußwaschung am Gründonnerstag steht für Demut und Nächstenliebe. Sie soll an Jesus erinnern, der seinen Jüngern vor dem letzten Abendmahl laut Bibel die Füße wusch. Der Papst kniet dann vor fremden Menschen und wäscht deren Füße – und er küsst sie sogar. 

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… muss was dafür tun! (Foto: Imago/Zoonar)

Psychologen können einem erklären, dass unser Unterbewusstsein Füße wohl als unreine Körperteile abgespeichert hat, bei denen Vorsicht zu gelten hat. Nicht wenige Menschen pflegen deshalb Ekelgefühle vor Füßen. 

Ekel ist eine Schutzfunktion 

Hintergrund dafür ist wohl die Vorstellung, dass sich unsere Vorfahren ohne Schuhe durch Erde, Gras, Schnee, Matsch und alles, was so auf dem Boden kreucht und fleucht, bewegten. Ekel ist als eine Schutzfunktion zu deuten: Er schützt uns davor, mit Dingen in Berührung zu kommen, die uns schaden oder gar vergiften könnten. Und Füße sind in der Tat anfällig für Keime. Zwischen Ferse und großem Zeh können sich Dutzende Pilzarten tummeln, mehr als am Kopf oder an den Händen.

Füße haben außerdem extrem viele Schweißporen. Wird es sehr warm, dann schwitzen sie in Socken oder Schuhen, aber auch in Schlappen – und sie können zu stinken anfangen. Die berühmten Käsefüße. Verwandt mit dem Ekel vor den Füßen ist auch die Geilheit auf sie, denn es ist offenbar menschlich, dass Ekel-Reize mit sexuellen Reizen verbunden sein können. Es gibt nicht wenige Menschen, die Gefallen finden an Fersen, Zehen und Ballen. Der sogenannte Fußfetisch.

„Das Problem sind nicht nackte Füße“

Wie übergriffig ist es aber nun, wenn im Sommer alle ihre nackten Füße präsentieren? Der Designer Michael Michalsky sagt: „Im öffentlichen Raum werden wir ungefragt zu Fuß-Zuschauern. Das Problem sind nicht nackte Füße – das Problem sind ungepflegte nackte Füße.“ 

Gerade in Deutschland habe er manchmal das Gefühl, Podologen, Nagelscheren und Nagelfeilen seien noch echte Geheimtipps. „Sobald es über 25 Grad hat, beginnt die große Hornhaut-Parade. Da laufen Füße herum, bei denen man sich fragt, ob sie seit der WM 2006 keine Pediküre mehr gesehen haben. Und manche Fußsohlen sehen aus, als könnten sie Parkett abschleifen.“

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Designer Michael Michalsky hat eine klare Meinung zu nackten Füßen. (Foto: picture alliance / Eventpress)

Michalsky meint: „Wer seine Füße öffentlich zeigt, sollte ihnen vorher einfach ein bisschen Liebe schenken – das ist Höflichkeit gegenüber allen anderen. Wer seine Füße zeigt, sollte sie behandeln wie sein Gesicht: sauber, gepflegt und präsentabel.“ Und: „Füße sind demokratisch. Schlechte Fußpflege kennt kein Geschlecht. Die gleichen Regeln gelten für alle.“

Das rät der Stil-Experte

Können wir denn nun barfuß in Sandalen oder Flip-Flops herumlaufen, Herr Michalsky? „Unbedingt – aber bitte nur mit gepflegten Füßen. Flip-Flops sind gerade jetzt ein Mega-Fashion-Statement, aber kein Freifahrtschein für Hornhaut und Schrunden. Wenn deine Fußsohlen aussehen wie der Rücken eines Krokodils, gekreuzt mit einem zehn Jahre gereiften Parmesan, dann sind Sneaker die bessere Entscheidung.“

Und wo ist es okay und wo ein No-Go, nackte Füße zu präsentieren? „Vom Hotelzimmer zum Strand? Perfekt. Strandbar? Natürlich. Pool? Klar. Aber in der U-Bahn, im Restaurant oder mitten in der City möchte ich keine eingewachsenen Nägel, Schrunden und fünf Zentimeter Hornhaut präsentiert bekommen“, sagt der Designer.

Quelle: ntv.de, Gregor Tholl und Sabrina Szameitat, dpa

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