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Startseite»Politik»Trauerprozession für getöteten Chamenei im Irak
Politik

Trauerprozession für getöteten Chamenei im Irak

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.07.2026 • 17:19 Uhr

Die tagelangen Trauerzeremonien für Irans getöteten Obersten Führer Chamenei haben den Irak erreicht: Zahlreiche Menschen begleiteten den Sarg in der Stadt Nadschaf. Es ist auch eine iranische Machtdemonstration.

Moritz Behrendt

Schon die Ankunft des Leichnams von Ajatollah Ali Chamenei im Irak ist ein Ereignis. Am Flughafen der Stadt Nadschaf erwarten Hunderte Gläubige den Sarg des iranischen Revolutionsführers.

Der irakische Regierungschef empfängt den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian – der begleitet die Reise des durch einen israelischen Luftangriff getöteten Chamenei ins Nachbarland. Zu sehen sind auch zahlreiche religiöse Würdenträger, vor allem Schiiten, aber auch Sunniten und Christen.

Die Trauer im Irak ist eine Mischung aus Staatsakt, religiöser Prozession und einer iranischen Machtdemonstration. Am Trauerzug durch die für Schiiten heilige Stadt Nadschaf nehmen nicht mehr Hunderte Gläubige teil, sondern Zehntausende, vielleicht auch mehr. Auf Luftbildern ist ein Meer von Menschen zu sehen, die dem Wagen mit dem Sarg folgen. Vertreter von pro-iranischen Milizen im Irak sprechen von mehreren Millionen Teilnehmern.

Starker iranischer Einfluss auf Bagdad

Einige sind von weit her angereist. „Ali Chamenei ist für uns ein Symbol“, sagt ein Mann aus dem südirakischen Basra. „Möge Gott ihm gnädig sein. Ganz Basra ist jetzt menschenleer, alle haben sich auf den Weg in die heiligen Städte Nadschaf und Kerbela gemacht, um an der Trauerfeier teilzunehmen.“

Die Fahrt von Basra hat der dortige Gouverneur organisiert. Von mehr als 150 Bussen allein aus der Stadt spricht ein Helfer, alle klimatisiert. Auch für die Sicherheit sei gesorgt.

Viele Politiker im Irak pflegen enge Beziehungen zur Führung in Teheran. Seit den ersten freien Wahlen nach dem Sturz Saddam Husseins dominieren die Schiiten den Irak politisch. Das Nachbarland Iran hat seitdem erheblichen Einfluss in Bagdad – nicht zuletzt über schiitische Milizen, die für Teheran ein Teil der sogenannten Achse des Widerstands sind.

Beisetzung in Maschhad geplant

Deren Stärke zu demonstrieren, ist ein Teil der Trauerprozession. Sie hat aber auch eine religiöse Komponente. In Nadschaf und Kerbela beten die Gläubigen in den prächtigen Schreinen von Ali und Hussein. Die beiden Nachkommen des Propheten wurden im 7. Jahrhundert getötet. Die Trauer um sie zählt zu den zentralen Elementen des Schiitentums.

Der angesehenste schiitische Geistliche im Irak ist Großajatollah Ali Sistani. Experten sagen, er sehe die Trauerfeier für den getöteten iranischen Revolutionsführer als religiöse Verpflichtung an – vermeide aber ideologische Töne.

Von Kerbela aus werden die sterblichen Überreste Chameneis wieder in den Iran zurückgeflogen. In seiner Heimatstadt Maschhad ist dann die Beisetzung geplant.

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