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Politik

Trump setzt auf wirtschaftlichen Druck gegen Iran

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 10.08.2026 • 09:00 Uhr

In Bezug auf Iran halten sich die USA nach Angaben von Präsident Trump derzeit zurück. Er setze auf Zeit und einen wirtschaftlichen Kollaps des Landes. Neue Forderungen aus Teheran kommentierte er betont gelassen.

In der Krise um die Öffnung der Straße von Hormus gibt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ gelassen. Statt Iran weiter mit Bombardierungen zu drohen, setzt er auf wirtschaftlichen Druck und Zeit. Man beobachte die hohe Inflation in Iran und die Tatsache, dass das Land kein Geld habe, sagte Trump im Interview mit dem US-Portal Axios. Die Vereinigten Staaten hielten sich zurück und verhandelten im Moment eher „halbherzig“.

Seit dem Wochenende knüpft Iran die Öffnung der wichtigen Seeroute an zahlreiche Bedingungen – die aus US-Sicht wohl unrealistisch sein dürften. So fordert Iran unter anderem Entschädigungszahlungen für US-Angriffe, den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region, die Aufhebung sämtlicher Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögen – und, dass die USA das Land nie mehr bedrohen.

Auf die Forderungen angesprochen, reagierte Trump gelassen: „Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie.“ Iran sei in einer schlechten Verfassung, betonte er. Dazu trägt auch die von den USA verhängte Blockade iranischer Häfen bei. Der Forderung Irans, die Blockade aufzuheben, scheint Trump nicht nachgeben zu wollen.

Experten bezweifeln Erfolg der neuen Strategie

Wie Axios berichtete, äußerte sich Trump mit Blick auf die Verhandlungen mit Teheran trotz allem optimistisch. Von dem Portal zitierte US-Beamte sagten, dass der Präsident vorerst auf Deeskalation setze.

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz erklärte auf X, dass die wirtschaftliche Lage Irans zwar zweifellos nicht gut sei. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass wirtschaftlicher Druck allein das Land zu einer Kapitulation am Verhandlungstisch oder zu einem Abrücken von zentralen strategischen Interessen wie dem erklärten Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus zwingen werde.

Iran macht eigenes Abkommen mit Oman

Das zeigen auch eigenständige iranische Verhandlungen mit Oman, das auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge liegt. Die beiden Staaten haben besprochen, wie Schiffspassagen durch die blockierte Straße von Hormus geregelt werden sollen. Iran hatte erklärt, eine Einigung mit Oman erzielt zu haben. Trump hatte in der Vergangenheit gesagt, seine Regierung sei an den Verhandlungen beteiligt, was Iran bestritt.

Durch die Straße von Hormus war vor der Blockade ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert worden. Nach Kriegsbeginn brachte Iran mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Schiffsverkehr fast zum Erliegen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft an.

Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt berichtete, bleibe die Bedrohungslage in der Meerenge durch die Angriffe der iranischen Revolutionsgarde auf Handelsschiffe und weitere Schikanen ernst: „Diese Aktionen zeigen weiterhin die Absicht Irans, seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten zu behaupten und den Druck auf die durchfahrenden Schiffe aufrechtzuerhalten.“

Mit Informationen von Giselle Ucar, ARD New York

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