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US-Börsen schließen uneinheitlich: Blockade von KI-Rechenzentren belastet Nasdaq

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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US-Börsen schließen uneinheitlichBlockade von KI-Rechenzentren belastet Nasdaq

An der Nachhaltigkeit des KI-Booms gibt es Zweifel. (Foto: REUTERS)

In den USA wächst der Widerstand gegen den Bau neuer KI-Rechenzentren. Die US-Anleger gehen lieber erstmal auf Abstand von Chipwerten und warten die Veröffentlichung der Nvidia-Bilanz ab. Auch die Inflation bleibt ein Thema an der Wall Street.

Die Wall Street blickt auf Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt legt morgen seine Zahlen vor. Im Vorfeld haben Sorgen über den Technologiesektor die US-Aktienmärkte dominiert. Auch die geopolitischen Spannungen beschäftigen die Wall Street weiterhin. Die Börsen schlossen uneinheitlich: Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,3 Prozent auf 53.417 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab hingegen 0,8 Prozent auf 25.980 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 7653 Stellen ein.

Belastet wurde die Stimmung unter anderem durch den wachsenden politischen Widerstand gegen Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Der texanische Gouverneur Greg Abbott hat die Genehmigung neuer KI-Rechenzentren in seinem Bundesstaat vorerst gestoppt und der Branche eine Mitschuld am wachsenden Widerstand in der Bevölkerung gegeben. Die Unternehmen hätten sich „ihr eigenes Grab geschaufelt“, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf den Republikaner.

Die Aktien von Chipkonzernen wie Nvidia, Micron Technology und Broadcom verzeichneten Kursverluste. „Die größte Sorge, die wir haben, sind die scharfen Töne, die wir von Politikern über KI und Rechenzentren zu hören bekommen“, sagte Ohsung Kwon, Chef-Aktienstratege bei Wells Fargo. Er hob dies als großes Risiko im Vorfeld der Zwischenwahlen hervor.

Auch die Autobauer Ford und General Motors sowie das Logistikunternehmen J.B. Hunt Transport gaben deutlich nach. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die Zölle auf Autos und Autoteile aus Kanada ab dem 1. Januar auf 50 Prozent zu erhöhen, nachdem Handelsgespräche am Wochenende gescheitert waren. Gestützt wurde der Dow Jones hingegen von Finanzwerten wie JPMorgan Chase und Visa.

Fed-Treffen im Fokus

Die US-Regierung sorgte auch mit der Androhung neuer Sanktionen gegen den Iran für Verunsicherung. Sie stellte als Teil eines von ihr so bezeichneten „wirtschaftlichen D-Days“ eine Ausweitung der Strafmaßnahmen auf Länder in Aussicht, die Geschäfte mit der Islamischen Republik machen, verzichtete jedoch vorerst auf konkrete Schritte. Im weiteren Wochenverlauf richten Investoren ihren Blick nicht nur auf die Quartalszahlen des KI-Vorreiters Nvidia sondern auch auf neue Inflationsdaten. Am Mittwoch wird der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) veröffentlicht, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Fed. Händler erwarten LSEG-Daten zufolge bis Ende 2026 eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte.

Zudem steht am Freitag eine Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im Fokus. Dort erhoffen sich Anleger Hinweise auf die Einschätzung der jüngsten Stützungsmaßnahmen des Finanzministeriums. Zuvor war die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf ein 19-Jahres-Hoch gestiegen und hielt sich zuletzt über der Marke von fünf Prozent. Einem Bericht des Senders CNBC zufolge könnte Finanzminister Scott Bessent fast eine Billion Dollar aus den Rücklagen des Ministeriums nutzen, um Anleiherückkäufe zu finanzieren.

„Nvidia muss überzeugen, um das eine Standbein des Aktienmarktes stabil zu halten, und Warsh muss Klarheit über die Zinssätze schaffen, um das andere Standbein zu stabilisieren“, sagte Richard Reyle, Chefinvestor bei Questar Capital Partners.

Mehr zum heutigen Börsengeschehen finden Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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