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Startseite»Politik»US-Notenbank Fed lässt Zinssatz erneut unverändert
Politik

US-Notenbank Fed lässt Zinssatz erneut unverändert

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 29.07.2026 • 21:11 Uhr

Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins stabil. Beim neuen Chef Warsh hatte US-Präsident Trump auf niedrigere Zinsen gepocht – aber die hohe Inflationsrate durch den Iran-Krieg machte den Schritt praktisch unmöglich.

Die US-Notenbank lässt den Leitzins unverändert. Die Zinsspanne bleibt damit bei 3,5 bis 3,75 Prozent, wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington mitteilte.

Im Zentralbankrat stimmten neun der zwölf Mitglieder für die erneute Zinspause – von Dreien gab es Widerspruch für die Entscheidung. Sie sprachen sich für eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt aus. Dass das Fed-Gremium nicht einstimmig votiert, ist zwar nicht außergewöhnlich, zeigt allerdings, wie unterschiedlich stark die derzeitige Teuerungsrate auf hohem Niveau gewichtet wird.

Zwar habe die US-Notenbank vorerst die Füße stillgehalten. „Die Differenzen innerhalb des Gremiums über den angemessenen geldpolitischen Kurs nehmen indes merklich zu“, sagte Elmar Völker, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, der Nachrichtenagentur Reuters.

Teuerungsrate noch immer stark erhöht

Die jüngste Eskalation im Iran-Krieg hatte die Ölpreise erneut in die Höhe schießen lassen. Die Inflation – befeuert durch den Energiepreisschock – ließ zuletzt zwar nach, weil die US-Angriffe am Wochenende pausierten. Mit 3,5 Prozent war die Teuerungsrate im Juni jedoch noch immer stark erhöht – und deutlich über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent.

Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hatte klargestellt, dass die Notenbank keine dauerhaft erhöhte Inflation dulden könne. Er gilt als „Inflation Hawk“ und tendiert eher zu einer restriktiveren Geldpolitik, um die Inflation zu bekämpfen. Warsh hatte zudem eine Sondereinheit angekündigt, die den „Ursachen“ der Inflation nachgehen soll.

Zugleich war zuletzt die Beschäftigungsentwicklung deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Notenbanker sind praktisch gefangen zwischen hoher Inflation und schwachem Arbeitsmarkt. Ökonomen hatten eine Zinssenkung vor diesem Hintergrund praktisch ausgeschlossen.

Höchstens eine Zinserhöhung wäre – wenn auch unwahrscheinlich – möglich gewesen. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass eine Zinserhöhung nicht die Hauptursache der Inflation bekämpfen würde: Denn ein Ende der Energiekrise ist erst bei einer dauerhaften Lösung der verzwickten Situation in der Straße von Hormus absehbar.

Ökonomen fürchten Einflussnahme Trumps

Die Fed soll unabhängig von der Politik über den Leitzins entscheiden und damit einen Kompromiss zwischen Inflation und Vollbeschäftigung finden. Das Problem: Lockert die Notenbank das Zinsniveau, dürfte das die Inflation zusätzlich anheizen – das will sie vermeiden.

Doch US-Präsident Donald Trump drängt weiter auf einen deutlichen Zinsschnitt. Ökonomen fürchten, dass Trump über Warsh erheblichen Einfluss auf derartige Entscheidungen nehmen und indirekt eine lockerere Geldpolitik forcieren könnte. Die eigentlich unabhängigen Zinsentscheidungen könnten damit politisch verfälscht werden, das Vertrauen der Anleger in die Fed könnte erodieren.

Anders als Trump es gerne verkürzt darstellt, entscheidet Warsh als Vorsitzender keineswegs im Alleingang. Stattdessen stimmt der Zentralbankrat in regelmäßigen Abständen über den weiteren geldpolitischen Kurs ab. Zudem scheint die Notenbank mit Blick auf eine straffere Geldpolitik aufgeschlossener zu sein: Im Juni erwarteten neun der 18 befragten Fed-Mitglieder im laufenden Jahr mindestens eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt.

EZB ließ Leitzins ebenfalls unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre Zinsen trotz anhaltender Inflationsgefahren zuletzt unverändert gelassen. Nach der ersten Anhebung seit fast drei Jahren im Juni entschied sie sich, den für Banken und Sparer im Euroraum wichtigen Einlagenzins bei 2,25 Prozent zu belassen.

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