Versprechen am SterbebettRosi Mittermaiers Tochter erinnert sich
Neben Ex-Skirennläufer Felix Neureuther hat die 2023 verstorbene Rosi Mittermaier auch noch Tochter Ameli Neureuther zur Welt gebracht. Im Gegensatz zu ihrem Bruder tritt sie eher selten öffentlich in Erscheinung. Nun jedoch spricht sie über den Tod ihrer Mutter.
Mittlerweile ist es über drei Jahre her, dass Rosi Mittermaier gestorben ist: Im Januar 2023 verlor die legendäre deutsche Skirennläuferin im Alter von 72 Jahren ihren Kampf gegen den Krebs. Ameli Neureuther, die Tochter von Mittermaier und Christian Neureuther, spricht nun in einem Interview darüber, wie sie die Erkrankung erlebt und was sie ihrer Mutter damals noch vor dem Abschied versprochen habe.
„Das war die schwerste Zeit meines Lebens und wohl auch die intensivste“, sagt die 45-Jährige im Gespräch mit dem Magazin „Gala“. Sie sei damals täglich bei ihrer Mutter gewesen. Plötzlich sei ihr bewusst geworden, „wie kostbar jeder Moment ist“.
Sie habe ihre Mutter bis zum Schluss intensiv begleiten können, berichtet Ameli Neureuther. „Auf einmal lösten sich alle scheinbar großen Probleme auf, und es blieb nur die pure, bedingungslose Liebe“, sagt sie. Nur kurz vor ihrem Tod habe Rosi Mittermaier zu ihr gesagt: „Ameli, versprich mir, dass du dich zeigst.“ Dieses Versprechen habe sie ihrer Mutter auch gegeben.
„Weg zur Heilung“
Nach dem Tod ihrer Mutter habe sie ihr Esszimmer freigeräumt und es zu einem Atelier umgestaltet, so Ameli Neureuther. Sie habe wieder zu malen begonnen. So sei binnen weniger Wochen ihre Serie „Flying Seeds“ entstanden. Es sei für sie ein „Weg zur Heilung und zu neuer Kraft“ gewesen, führt Ameli Neureuther weiter aus.
Von ihrer Mutter habe sie ihre „positive Einstellung und ihr Lachen“ geerbt, sagt Ameli Neureuther. Lange habe sie damit gehadert, ihre Kunst öffentlich zu zeigen. „Es war vor allem die Angst vor Bewertung“, erklärt sie. Mittlerweile hoffe sie indes, „dass Menschen in meinen bunten Bildern Mut und Zuversicht spüren“. Schicksalsschläge und Trauer gehörten zum Leben, solche Zeiten hätten aber auch „etwas Magisches“ an sich, das einen weiterbringe.
Sie sehe ihren Lebenssinn darin, sich kreativ auszudrücken, erläutert Ameli Neureuther auf ihrer Homepage. Alles habe begonnen, als sie erst sechs Jahre alt war. Ihre Mutter habe ihr damals ein Bild vom berühmten „Blauen Pferd“ von Franz Marc gezeigt und daneben einen Pinsel sowie einen Aquarellkasten gelegt.
Der Kreislauf des Lebens
„Meine Bilder sind positiv, sollen Lebensfreude wecken und Geschichten erzählen, die den Betrachter dazu inspirieren das eigene Leben zu reflektieren“, erklärt Neureuther auf ihrer Website weiter. „Sie sollen Mut machen, den eigenen Wünschen zu folgen, um in die eigene Kraft zu kommen. In jedem von uns schlummern Samen, die nur noch gegossen werden müssen, um zu keimen.“
Auch von ihrem Versprechen schreibt sie dort. „Ich wünsch‘ mir Ameli, dass du wieder malst. Fang‘ einfach damit an und zeig‘ dich“, habe sich ihre Mutter in den letzten Gesprächen vor ihrem Tod gewünscht. So sei die Serie „Flying Seeds“ entstanden. „Fliegende Samen, die sich fortpflanzen, vermehren und somit den ewigen Kreislauf des Lebens bilden. Bunte Blüten, die Mut machen und Trost spenden. In jedem von uns steckt so ein Samen, der darauf wartet zu erblühen.“
Neben Ameli Neureuther ging aus der Ehe von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther auch noch Sohn Felix hervor. Der 42-Jährige, der wie sein Vater und seine verstorbene Mutter eine Karriere als Skirennläufer hinter sich hat, tritt im Gegensatz zu seiner weniger bekannten Schwester häufiger in der Öffentlichkeit in Erscheinung.
