Außenminister Wadephul sieht einen EU-Beitritt der westlichen Balkanstaaten als ein Kerninteresse Europas. Er verweist vor Gesprächen in Montenegro dabei auf eine Einflussnahme von Russland und Chinas.
Die Erweiterung der EU durch die sechs Westbalkanstaaten: Für Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist sie „eine Nagelprobe für Europa“. Wadephul trifft sich heute im Rahmen des sogenannten Berlin-Prozesses in Montenegro mit seinen europäischen Amtskollegen und den Vertretern der sechs Balkanstaaten, also Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.
Balkanstaaten wollen seit Jahren in die EU
Alle sechs Länder bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU. Der sogenannte Berlin-Prozess war 2014 von der damaligen Kanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen worden.
Der deutsche Außenminister bezeichnete den EU-Beitritt der sechs Länder angesichts wachsender Einflussnahme von Russland und China in der Westbalkanregion als ein Kerninteresse Europas. Nur wenn die EU diesen Ländern jetzt eine glaubwürdige Perspektive biete, sichere man dauerhaft den geopolitischen Spielraum der Europäischen Union.
Weiterreise nach Italien
Am Nachmittag reist Wadephul dann weiter nach Italien. Neben Beratungen mit seinem italienischen Amtskollegen trifft er dort morgen auch den Außenbeauftragten des Papstes. Der war erst im August für den Vatikan zu diplomatischen Gesprächen in Moskau.

