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Startseite»Nachrichten»Zweite Überschwemmungswarnung: Sturzflut in Nepal: Polizeikreise befürchten Tausende Vermisste
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Zweite Überschwemmungswarnung: Sturzflut in Nepal: Polizeikreise befürchten Tausende Vermisste

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 26, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Zweite ÜberschwemmungswarnungSturzflut in Nepal: Polizeikreise befürchten Tausende Vermisste

Drohnenbilder geben einen Eindruck für die Zerstörung in Nepal. (Foto: REUTERS)

Eine Sturzflut begräbt Häuser unter sich und reist eine schwere Spur der Zerstörung in ein Flusstal zwischen Nepal und Tibet. Die Zahl der Todesopfer steigt. Für die Rettungskräfte stellen sich noch viele Fragen – auch, ob es möglicherweise noch eine zweite Flut gibt.

Eine heftige Sturzflut in der Grenzregion zwischen Nepal und China hat eine tiefe Spur der Zerstörung hinterlassen und fast 100 Menschen in beiden Ländern in den Tod gerissen. In Nepal starben nach Angaben der Polizei mindestens 157 Menschen.

Hunderte Menschen – darunter 484 Reisende aus Nepal und aus dem Ausland sowie Polizisten und Soldaten – werden nach wie vor vermisst. Aus Polizeikreisen heißt es, es werde befürchtet, die Zahl der Vermissten könnte in die Tausende gehen. Die Behörden gaben für die flussabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaya-Staat eine Katastrophenwarnung heraus.

Nach Berichten der Zeitung „The Kathmandu Post“ und anderer nepalesischer Medien richteten die Wasser- und Schlammmassen große Zerstörungen in Ortschaften und an Infrastruktur entlang des Bhotekoshi an, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfließt. Bilder des nepalesischen Fernsehens und Videos in den sozialen Medien zeigten, wie zahlreiche Häuser, Wasserkraftanlagen und Straßen zerstört, Brücken weggespült und ganze Dörfer überflutet wurden.

Unklar ist bislang, was die Sturzflut ausgelöst hat. Nicht ausgeschlossen wurde, dass ein sogenannter Gletscherseeausbruch dazu geführt haben könnte. Dabei entleert sich plötzlich ein Gletschersee in Form von Flutwellen. Die US-Erdbebenwarte (USGS) korrigierte erste Meldungen, ein Erdbeben habe die Sturzflut ausgelöst. Demnach haben die Sensoren wegen des Erdrutsches angeschlagen.

Der Leiter der Klimaabteilung des International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) in Nepal, Qianggong Zhang, sagte, die Ursache sei noch ungeklärt. Betonte aber, dass es noch eine Blockade flussaufwärts an der Grenze zwischen Nepal und China gebe. „Die Behörden warnen vor einer drohenden zweiten Überschwemmung, für den Grenzübergang Jilong-Port gibt es deshalb eine Evakuierungsanordnung.“

Deutsche unter den Vermissten?

Schon jetzt meldete China 3 Tote und 265 Vermisste. Das berichteten chinesische Staatsmedien unter Berufung auf eine erste Erhebung der Behörden vor Ort im Kreis Gyirong im Südwesten Tibets. Die genaue Zahl werde noch ermittelt, hieß es. Die Rettungsmaßnahmen liefen weiter, berichteten die Staatsmedien. China entsandte zahlreiche Rettungskräfte mit schwerem Gerät in das Gebiet, rief eine erhöhte Katastrophenwarnstufe aus und stellte der Region Hilfsgelder zur Verfügung.

Nach aktualisierten Zahlen der nepalesischen Regierung gab es keinen Kontakt mehr zu 391 ausländischen Touristen sowie 93 nepalesischen Reisenden. Zudem seien 44 Angehörige der nepalesischen Armee sowie 31 Polizeibeamte unauffindbar. „Die Fluten zerstörten 19 fahrbare Brücken und 40 Kilometer befahrbare Straße.“

Die nationale Tourismusorganisation Nepal Tourism Board hatte zuvor berichtet, der Großteil der vermissten Reisenden stamme aus dem Nachbarland Indien. Die Organisation berief sich dabei auf vorläufige Zahlen von Reise- und Trekkingagenturen, die Touren durch die betroffene Region organisieren. Regierungschef Shah kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmaßnahmen an.

Ersten Meldungen zufolge sollen auch deutsche Staatsbürger unter den Vermissten sein. Das Auswärtige Amt erklärte auf Anfrage, dass die deutsche Botschaft in Kathmandu mit den lokalen Behörden in engem Kontakt stehe. „Zum jetzigen Zeitpunkt hat das Auswärtige Amt keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen“, hieß es aus Berlin weiter. Die Lage sei aber „noch unübersichtlich“, es mit „sehr vielen Todesopfern zu rechnen“.

Die Schlammlawine habe die Straßen zu dem Grenzübergang sowie die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen abgeschnitten, berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Videoaufnahmen in sozialen Medien und Fotos zeigten, wie die braunen Schlammmassen das Flusstal überspülten.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermissten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, wie Xinhua meldete. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken. Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffene Region, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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