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Startseite»Nachrichten»191. Oktoberfest startet: In München heißt es ab heute wieder: „O’zapft is“
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191. Oktoberfest startet: In München heißt es ab heute wieder: „O’zapft is“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 19, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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191. Oktoberfest startetIn München heißt es ab heute wieder: „O’zapft is“

Auch in diesem Jahr werden wieder Millionen Liter Bier auf der Wiesn getrunken. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Weiß-blauer Himmel, voraussichtlich 24 Grad und der Ruf ‚O’zapft is‘ läuten die 191. Wiesn ein. Bis Anfang Oktober strömen Millionen Besucher nach München. Nach dem beinahe katastrophalen Andrang im Vorjahr setzen die Behörden dieses Jahr auf KI-Kameras und einen Crowdmanager.

In München beginnt der Ausnahmezustand: Auf der Theresienwiese startet das 191. Oktoberfest. Um Punkt 12.00 Uhr eröffnet Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause die Wiesn mit dem berühmten Ruf „O’zapft is“.

Mit Spannung wird erwartet, wie viele Schläge der neue Rathauschef auf seiner ersten Wiesn in diesem Amt braucht, bis der Zapfhahn sitzt und das Bier fließt. „Zwei bis drei ist das Ziel“, hat er angekündigt. Die erste Maß wird er der Tradition folgend dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder reichen, um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Söder bekommt sein erstes Wiesn-Bier damit erstmals aus der Hand eines Grünen. Böllerschüsse verkünden zeitgleich den Start des Festes – erst dann darf in allen Festzelten Bier ausgeschenkt werden.

Zum Anstich wird sich das Wetter voraussichtlich von seiner besten Seite zeigen: Weiß-blauer Himmel und Temperaturen bis zu 24 Grad sind vorausgesagt für den Eröffnungstag. „Mehr kann man sich nicht wünschen“, sagte Wiesnchef Christian Scharpf. 16 Tage lang, bis zum 4. Oktober, werden Besucher aus München, dem Umland, Deutschland und der ganzen Welt erwartet. Mehr als sechs Millionen sind es üblicherweise pro Jahr.

Mehr Sicherheit nach Überfüllung

Die Behörden haben beim Sicherheitskonzept für die Wiesn heuer noch einmal deutlich nachjustiert. Nachdem das Fest im vergangenen Jahr am zweiten Samstag wegen Überfüllung womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeischrammte, wurde unter anderem ein neues Koordinierungs- und Beobachtungszentrum eingerichtet. KI-gestützte Kameras sollen zu große Ansammlungen erkennen – um schnell agieren zu können. Ein Crowdmanager wird an den besucherstarken Tagen das Geschehen beobachten.

Über dem Gelände herrscht ein striktes Flugverbot – Drohnen sind nach den jüngsten Vorfällen noch mehr als in den Vorjahren ein Thema. Das Messerverbot gilt wie im Vorjahr auch im Umfeld des Festes. Wie in früheren Jahren gibt es zudem Einlasskontrollen; große Taschen sind verboten – und das Kiffen auf dem Festgelände ohnehin.

Etwa 600 Polizeibeamte sind rund um das Fest im Einsatz. Die Wiesnwache wird unterstützt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, spezialisierten Taschendieb-Fahndern und internationalen Einsatzkräften aus acht Ländern. Geschulte Taschendiebfahnder reisen eigens an – wie leider auch manche Diebe.

Upskirting, also das heimliche Filmen unter den Rock von Frauen, bleibt ein großes Thema. Die Polizei hat angekündigt, hart durchzugreifen, wenn Männer dabei erwischt werden.

Gedenken an die Opfer des Wiesn-Attentats

Drei neue Fahrgeschäfte feiern ihre Wiesn-Premiere. Das „Shake & Roll“ ist die Weiterentwicklung des klassischen „Break Dance“, weil die Gondeln nicht fest montiert sind, sondern sich überschlagen können. Im Laufgeschäft „The Fisherman’s Place“ warten auf drei Etagen Hindernisse wie Wackelböden, Drehteller und eine Rutsche, die die Geschicklichkeit und Standfestigkeit der Besucher auf die Probe stellen. Das „Chaos Pendel“ wirbelt die Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft.

Auch bei den Zelten gibt es Neues: Der Wirt der „Münchner Stubn“, der im gerichtlichen Streit mit der Stadt eine EU-weite Ausschreibung großer Zelte durchsetzen will, hatte kurzfristig hingeworfen. Nun steht an seinem Platz erstmals „Bartls Flößerstadl“. In einer Rekordzeit von gerade einmal zehn Wochen hat Wirt Klaus Bartl mit seinem Team das Zelt aufgebaut.

Am Vormittag fahren Festwirte und Brauereien mit festlich geschmückten Kutschen und Fuhrwerken durch die Innenstadt zur Wiesn. Erstmals soll der Zug auf Krauses Initiative kurz am Haupteingang des Oktoberfestes, dem Ort des rechtsextremistisch motivierten Oktoberfestattentats im Jahr 1980, zu einem kurzen Gedenken stoppen. Es sei für ihn als neuer Oberbürgermeister wichtig zu zeigen, „dass es für mich Teil des Oktoberfestes ist“. Am Abend des 26. September 1980 waren zwölf Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Auch der rechtsextreme Attentäter Gundolf Köhler starb.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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