Iran antwortet auf US-VorschlagTeheran signalisiert Zugeständnisse, besteht aber auf Nuklearanlagen
Lange hat es gedauert, doch nun überbringt der Iran seine Antwort auf den US-Vorschlag für ein Kriegsende. Die Replik ist überraschend lang, vor allem was das angereicherte Uran angeht, sind beide Seiten noch weit auseinander. US-Präsident Trump ist empört.
Der Iran lehnt einem Medienbericht zufolge den US-Vorschlag für eine Beendigung des Krieges ab. Wie das „Wall Street Journal“ („WSJ“) mit Verweis auf zwei anonyme Quellen berichtet, habe Teheran detailliert auf mehreren Seiten auf die US-Offerte geantwortet. Am Nachmittag hatte die staatliche Nachrichtenagentur Irna mitgeteilt, dass Teheran seine Antwort an Vermittler Pakistan übergeben habe. Zum Inhalt war zunächst nichts bekannt.
Die Antwort, sollte der „WSJ“-Bericht stimmen, bringt beide Seiten jedoch nicht zusammen: Der Iran schlage ein Ende der Angriffe und eine Öffnung der Straße von Hormus in mehreren Etappen vor. Dafür sollen die USA im Gegenzug ihre Blockade der iranischen Schiffe und Häfen beenden. Zudem solle in den nächsten 30 Tagen verhandelt werden, was mit dem iranischen Uran passiert.
Teheran biete an, für diese Zeit einen Teil des radioaktiven Materials in ein Drittland zu schaffen, will alllerdings einen Teil verdünnt im Land zu behalten. Sollten die Verhandlungen scheitern, fordere der Iran eine Garantie, das angereicherte Uran zurückzubekommen. Der Iran soll laut Bericht zudem Bereitschaft signalisiert haben, die Urananreicherung auszusetzen – jedoch für einen kürzeren Zeitraum als die von den USA vorgeschlagenen 20 Jahre. Darüber hinaus habe Teheran abgelehnt, seine Nuklearanlagen abzubauen.
Irans Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prüfe einen Vorschlag aus den USA. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden Medienberichten zufolge auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden.
Am Abend (deutscher Zeit) warf US-Präsident Donald Trump dem Iran vor, Washington an der Nase herumzuführen. „Der Iran hat mit den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt seit 47 Jahren Spielchen gespielt (Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung!)“, schrieb Trump auf Truth Social. Teheran „lacht unser jetzt wieder großartiges Land aus“, fügte er hinzu. „Ihnen wird das Lachen noch vergehen!“
