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Startseite»Nachrichten»Ein Treffen, zwei Versionen: Das fällt auf beim Gipfel von Trump und Xi
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Ein Treffen, zwei Versionen: Das fällt auf beim Gipfel von Trump und Xi

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Ein Treffen, zwei VersionenDas fällt auf beim Gipfel von Trump und Xi

Donald Trump und Xi Jinping nahmen an denselben Terminen teil, haben diese jedoch offenbar ganz unterschiedlich wahrgenommen. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Es ist ein Gipfel mit freundlichen Zeremonien und schönen Bildern. Beide Seiten tragen dick auf. Inhaltlich könnten die USA und China die Ergebnisse des Treffens in Peking kaum unterschiedlicher präsentieren. Speziell der Iran-Krieg und dessen Folgen sowie der Konflikt um Taiwan werden unterschiedlich gedeutet. Was bei dem Staatsbesuch bislang auffiel:

Ein Gipfel, unterschiedliche Gewichtung

Beim ersten Tag von Donald Trumps Besuch in Peking klang es zeitweise so, als nähmen der US-Präsident und der chinesische Staatschef Xi Jinping an unterschiedlichen Treffen teil. Besonders deutlich wurde der Unterschied beim Thema Iran und der Straße von Hormus. Nach US-Angaben sind sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse. Xi habe sich gegen eine Militarisierung der Straße und gegen Gebühren für die Durchfahrt ausgesprochen. Außerdem habe er Interesse am Kauf von mehr US-Öl signalisiert, heißt es. In den chinesischen Verlautbarungen spielte dieses Thema dagegen gar keine Rolle.

Umgekehrt war es beim Streit um die seit Jahrzehnten demokratisch regierte Insel Taiwan, die China für sich beansprucht und die von den USA unterstützt wird. Peking rückte das Thema früh und deutlich in den Vordergrund. Xi warnte laut chinesischer Darstellung, die Taiwan-Frage müsse mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Werde sie falsch gehandhabt, könnten beide Länder in einen Konflikt geraten. Die USA erwähnten Taiwan in ihren Verlautbarungen dagegen gar nicht.

Insgesamt wirkt es, als wollte Trump schnelle Erfolge betonen. In der chinesischen Darstellung ging es eher um die langfristige Ordnung der bilateralen Beziehungen. Xi sprach von einer „konstruktiven strategischen Stabilität“ zwischen China und den USA.

Trump hält sich zurück

Trump äußert sich in seiner zweiten Amtszeit gefühlt ununterbrochen auf seiner Plattform Truth Social. Doch während seines China-Besuchs hielt er sich auffällig zurück. Das war auf bei den offiziellen Terminen der Reise zu spüren: In Washington antwortet der US-Präsident oft spontan auf zugerufene Fragen von Journalisten. In Peking äußerte sich Trump nicht abseits der geplanten Redebeiträge. Seine beiden Reden fielen eher knapp aus. Trump schien sich anders als sonst ans Manuskript zu halten.

Eine Pressekonferenz gab es am ersten Gipfeltag ebenfalls nicht. Ob das auf eine Forderung der Chinesen oder auf den Rat des US-Teams zurückging, ist unklar.

Trump wählte statt spontaner Äußerungen den Weg, seinem Lieblingssender Fox News nach einem Gespräch mit Xi ein Interview zu geben. Dort berichtete er, dass Chinas Staatschef Hilfe im Iran-Krieg angeboten habe: „Er würde es begrüßen, wenn ein Deal erzielt wird. Und er habe angeboten, „wenn ich irgendwie helfen kann, würde ich das gerne tun“, sagte Trump. Auf Nachfrage, ob Xi das tatsächlich so gesagt habe, bestätigte Trump dies ausdrücklich. 

Dick auftragen trotz dünnem Eis

Iran, Taiwan, gegenseitige Zölle, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden – die Liste der bestehenden Probleme zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist lang.

Bei den öffentlichen Auftritten in Peking war davon jedoch wenig zu spüren. Stattdessen überwogen Lob und Respekt. „Wir sollten Partner statt Rivalen sein“, sagte Xi zu Trump beim Auftaktgespräch. „Wir hatten eine fantastische Beziehung“, entgegnete Trump – und schob hinterher: „Sie sind eine große Führungspersönlichkeit“.

Im Interview von Fox News sagte Trump über Xi zudem: „Ich sage über ihn, dass, wenn man nach Hollywood ginge und nach einer Führungsperson aus China für eine Rolle in einem Film suchen würde, könnte man keinen Typen wie ihn finden.“ Trump und lobte Xis Statur: „Er ist groß, sehr groß, und vor allem für dieses Land, denn dort neigen sie dazu, ein bisschen kleiner zu sein.“

Macht Xi einen Gegenbesuch?

Nach dem Staatsbesuch könnten dieses Jahr noch weitere Treffen folgen. Beim Staatsbankett lud Trump Xi für den 24. September nach Washington ein. Ob der Chinese die Einladung annimmt, war unklar. Sollte Trump im November zum Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) ins südchinesische Shenzhen kommen oder Xi einen Monat später zum G20-Gipfel nach Miami im US-Bundesstaat Florida, wären weitere Begegnungen möglich.

Quelle: ntv.de, Johannes Neudecker, Anna Ringle und Jörn Petring, dpa

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