Tracker gefundenOstsee-Buckelwal ist tot – dänische Behörden identifizieren Kadaver vor Insel
Das Rätselraten um den toten Buckelwal vor einer dänischen Insel hat ein Ende: Die dänische Umweltbehörde bestätigt, dass es sich bei dem Tier um den mehrmals in der Ostsee gestrandeten Buckelwal handelt. Damit nimmt die versuchte Rettungsmission um den Meeressäuger ein trauriges Ende.
Bei dem vor der dänischen Insel Anholt angespülten toten Wal handelt es sich um den zuvor mehrmals in der Ostsee gestrandeten und in die Nordsee transportierten Buckelwal. Das berichtet die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die dänische Umweltbehörde. Demnach wurde bei der Untersuchung des Kadavers ein Tracker gefunden, der zuvor an dem „Timmy“ oder „Hope“ genannten Tier angebracht worden war.
Taucher der dänischen Naturschutzbehörde Naturstyrelsen und die deutsche Tierärztin Anne Herrschaft hatten sich am frühen Nachmittag zu dem Kadaver begeben und ihn in Augenschein genommen. Dabei tauchten sie teils auch unter das Tier. Die eigentlich auf Pferde spezialisierte Tierärztin Herrschaft gehört zu der privaten Initiative, die den vor der Insel Poel gestrandeten Wal per Lastkahn Richtung Nordsee transportiert hatte – eine Aktion, von der viele Experten zuvor abgeraten hatten. Nach dänischen Schätzungen ist der vor Dänemark aufgetauchte Wal bereits seit einiger Zeit tot.
Es gebe momentan keine Pläne, den Wal-Kadaver zu entfernen, sagte Morten Abildstrøm von der Naturschutzbehörde Naturstyrelsen. Da er weit vom Strand entfernt liege, störe er niemanden. Abildstrøm fügte hinzu, dass sich derzeit mehrere Dutzend Möwen an dem toten Tier satt äßen. Zahlreiche Möwen tummelten sich seit der Strandung am Donnerstag um das Tier und pickten an dem etwa 75 Meter vor dem Strand liegenden Kadaver herum.
Die dänische Umweltbehörde forderte die Menschen auf der Insel dazu auf, sich von dem Wal-Kadaver fernzuhalten, schrieb die Zeitung „Ekstra Bladet“. Eventuelle Krankheitserreger könnten demnach von dem toten Tier auf Menschen übertragen werden. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Wal aufgrund von Fäulnisgasen explodiere.
Der vor der deutschen Küste gestrandete Buckelwal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Der mehrmals an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandete Wal war von der privaten Initiative mithilfe eines Lastkahns ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak ausgesetzt worden. Nach seiner Freilassung blieb lange Zeit unklar, was mit dem Wal geschehen war. Der angebrachte Tracker lieferte seit Tagen keine Daten mehr.
