„Boah, schwer. Echt schwer“Schiri-Legenden vergießen Tränen zum Abschied
Auch für sie war es das letzte Spiel: Die Fußball-Bundesliga muss künftig ohne Deniz Aytekin, Patrick Ittrich, Tobias Welz und Frank Willenborg auskommen. Der Abschied fällt ihnen schwerer als gedacht.
Emotionales Ende einer aktiven Schiedsrichterkarriere: Deniz Aytekin hat vor seinem letzten Bundesligaeinsatz im Sky-Interview vor laufender Kamera geweint. „Das ist gerade echt schwer“, sagte der 47-Jährige vor seinem Einsatz beim 5:1 des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln und stammelte danach einige Male: „Boah, schwer. Echt schwer.“ Danach kamen dem Unparteiischen die Tränen.
Aytekin scheidet aus Altersgründen als Schiedsrichter aus. Auch die Referees Patrick Ittrich, Tobias Welz und Frank Willenborg beenden ihre Karrieren. Für Ittrich war das 4:0 des 1. FC Union Berlin gegen den FC Augsburg der 94. und letzte Bundesliga-Einsatz. Der 47-Jährige weinte ebenfalls nach Abpfiff, bevor er beim Gang in die Kabine eine kurze La-Ola-Welle startete und Autogramme schrieb.
Ittrich hatte im ntv.de-Interview erzählt, dass er mit 14 Jahren Schiedsrichter wurde. „Ich wollte erst nicht, wurde es trotzdem“, berichtete er. Auch in seiner weiteren Karriere hielt er den Kontakt zur Basis. „Als ich schließlich im Profifußball angekommen war, habe ich immer versucht, pro Saison mindestens ein Spiel im Amateurbereich zu pfeifen. Aber da kann man sich auch in die Nesseln setzen, denn ich kann in solchen Spielen genauso Fehler machen wie in der Bundesliga.“ Da hätte es immer ein paar Sprüche gegeben, „darauf hatte ich nicht immer Bock. Aber ich wollte einfach immer diesen Kontakt zur Basis halten“.
Für Aytekin war es sein 254. und letztes Spiel im Oberhaus. Seinen Abschied hatte der frühere FIFA-Schiedsrichter bereits vor dieser Saison bekanntgegeben; die früher praktizierte Altersgrenze von 47 Jahren gibt es beim DFB nicht mehr. Der langjährige FIFA-Referee wurde 2019, 2022 und 2024 vom DFB als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.
