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Startseite»Nachrichten»Batteriehersteller Varta streicht 350 Stellen
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Batteriehersteller Varta streicht 350 Stellen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Größter Kunde bricht wegBatteriehersteller Varta streicht 350 Stellen

„Ein großer Kunde“ springt dem Batteriehersteller Varta ab – Insider sind sich sicher, dass es sich um Apple handelt. (Foto: IMAGO/imagebroker)

Jahrelang produziert der Batteriehersteller Varta Knopfzellen für Produkte von Apple. Nun wechselt der US-Konzern zu einem preiswerteren Lieferanten aus China. Für das schwäbische Unternehmen hat das „einschneidende Konsequenzen“.

Der schwäbische Batteriehersteller Varta muss seine Produktion von Knopfzellen in Nördlingen nach dem Verlust des wichtigsten Kunden aufgeben. Davon betroffen seien rund 350 Arbeitsplätze im bayerischen Nördlingen und am Firmensitz im nahen Ellwangen in Baden-Württemberg, sagte ein Sprecher nach einer Betriebsversammlung. Der Vertrag mit dem – nicht namentlich genannten – Ankerkunden laufe Ende Oktober aus, erklärte Varta. Für die neue Produktreihe sei Varta nicht mehr berücksichtigt worden. Deshalb schließe das Werk in Bayern zum Herbst.

Varta baut in Nördlingen fast ausschließlich die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für die AirPods-Kopfhörer von Apple. Diese würden künftig von einem Lieferanten aus China geliefert, sagte ein Insider. Laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“, die sich auf das Umfeld von Varta bezieht, sei der Preis für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, „in der Qualität sei das schwäbische Unternehmen auf Augenhöhe und besser gewesen“.

Damit entfalle für die „hochspezialisierte Produktionseinheit der Varta Micro Production GmbH“ die wirtschaftliche Grundlage und die damit verbundenen Arbeitsplätze, hieß es in der Mitteilung. „Die Entscheidung des Ankerkunden hat für den Standort Nördlingen sehr einschneidende Konsequenzen“, sagte Varta-Chef Michael Ostermann. „Leidtragende sind allen voran unsere Mitarbeitenden vor Ort, die diese Entwicklung nicht zu vertreten haben.“ Geld verdient habe Varta mit den Zellen wegen des schwachen Dollars zuletzt ohnehin nicht mehr, sagte der Insider.

Mitarbeiter-Übernahme ungewiss

Die Entscheidung zur Schließung sei Beschäftigten und Betriebsrat am Morgen mitgeteilt worden. Man bemühe sich nun um „sozialverträgliche Lösungen“ und auch darum, einzelne Mitarbeiter an anderen Standorten zu übernehmen. Die Gespräche seien aber noch ganz am Anfang. Man habe zwar in den vergangenen Monaten neue Kunden gewinnen können. „Doch damit lässt sich die Produktion in Nördlingen nicht ansatzweise auslasten“, sagte Ostermann der „Wirtschaftswoche“.

Varta war zuletzt in schwieriges Fahrwasser geraten. Um die Pleite zu verhindern, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Dieses soll kriselnden Unternehmen ein Insolvenzverfahren ersparen. In diesem Zuge wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt. 2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Allerdings fiel der Verlust mit einem Minus von 64,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus.

In Nördlingen sitzt neben der Knopfzellen-Produktion auch die Firma V4Smart, die Lithium-Ionen-Akku-Rundzellen herstellt. Sie gehört inzwischen mehrheitlich der Porsche AG, die sie für ihre Sportwagen braucht.

Quelle: ntv.de, nbr/rts/dpa

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