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Startseite»Nachrichten»Opfer der Beißkraft?: Studie liefert Erklärung für kurze Arme des T. rex
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Opfer der Beißkraft?: Studie liefert Erklärung für kurze Arme des T. rex

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Opfer der Beißkraft?Studie liefert Erklärung für kurze Arme des T. rex

Mächtiger Räuber trotz Stummelarmen? Ein Forschungsteam findet einen Ansatz, wie das zusammenpasst. (Foto: picture alliance / Stocktrek Images)

Lange rätselten Forscher, warum der furchterregende T. rex so winzige Vorderbeine hatte. Nun liefert eine Analyse Hinweise darauf, dass womöglich die gewaltigen Kiefer die Gliedmaßen schlicht überflüssig machten. Und T. rex war kein Einzelfall.

Sie wirken fast komisch: Der mächtige Tyrannosaurus rex, einer der furchterregendsten Räuber der Erdgeschichte, stapfte mit Stummelärmchen durch die Kreidezeit, die kaum bis zu seinem Maul reichten. Lange rätselten Paläontologen, wozu diese lächerlich kleinen Vordergliedmaßen gut waren – oder warum die Evolution sie überhaupt zugelassen hat. Ein britisches Forschungsteam hat einen neuen Erklärungsansatz gefunden.

Bislang galt die gängigste Theorie: Die Arme schrumpften, weil die Tiere insgesamt immer größer wurden – ein evolutionärer Nebeneffekt des Gigantismus also. Auch andere Hypothesen kursierten, etwa eine Funktion bei der Paarung oder beim Aufstehen. Die neue Studie legt nahe: Schuld an den Mini-Armen waren nicht die immer größer werdenden Körper, sondern die immer wuchtigeren Schädel.

Für ihre im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlichte Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 82 Theropoden-Arten aus, jener Gruppe zweibeiniger, überwiegend fleischfressender Dinosaurier, zu der auch der T. rex gehörte. Dabei zeigte sich: In gleich fünf Dinosauriergruppen verkürzten sich die Vorderbeine unabhängig voneinander – darunter Tyrannosauriden, Abelisauriden, Carcharodontosauriden, Megalosauriden und Ceratosauriden.

Immer größere Beute als Auslöser?

Was laut den Forschern auffällig ist: Die Schrumpfung der Arme hing weit enger mit der Entwicklung großer, kräftiger Schädel und Kiefer zusammen als mit der schieren Körpergröße. Sie folgern daraus, dass der Kopf die Rolle der Waffe übernahm – und die Arme schlicht überflüssig wurden.

Möglicher Auslöser für diese Entwicklung könnte gewesen sein, dass die Beute immer größer wurde. Riesige Sauropoden mit ihren langen Hälsen und Schwänzen und andere mächtige Pflanzenfresser stellten die Räuber vor neue Herausforderungen. „Jeder kennt die kleinen Arme des T. rex, aber auch andere riesige Theropoden entwickelten relativ kurze Vordergliedmaßen“, sagt Erstautor Charlie Roger Scherer, Doktorand an den UCL Earth Sciences, laut einer Mitteilung. „Der Carnotaurus hatte lächerlich winzige Arme, kleiner noch als die des T. rex.“

„Kopf übernahm Rolle der Arme“

Das Forschungsteam entdeckte nach eigenen Angaben einen starken Zusammenhang zwischen kurzen Armen und großen, kraftvoll gebauten Köpfen. „Der Kopf übernahm die Rolle der Arme als Angriffswaffe“, so Scherer. Es sei ein Fall von „Use it or lose it“ (deutsch: „Benutze es oder verliere es“) – die Arme waren nicht mehr nützlich und schrumpften mit der Zeit. „Zu versuchen, an einem 30 Meter langen Sauropoden mit den Klauen zu zerren, ist nicht ideal. Mit den Kiefern zuzupacken und festzuhalten, dürfte effektiver gewesen sein.“

Mit ihrer Studie liefern die Forscher zwar keinen endgültigen Beweis. „Es ergäbe evolutionär keinen Sinn, dass diese Räuber ihren Angriffsmechanismus aufgegeben hätten, ohne ein Backup zu haben“, so Scherer. Möglicherweise befanden sich Räuber und Beute in einer regelrechten evolutionären Wettrüstung: Je größer die Pflanzenfresser wurden, desto stärker mussten Schädel und Kiefer der Jäger werden.

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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