Ein Streik bei Samsung hätte weltweit Auswirkungen. In letzter Minute konnte er abgewendet werden – vorerst zumindest. Der südkoreanische Elektronikkonzern ist der weltweit größte Produzent von Speicherchips.
Im Tarifstreit bei Samsung Electronics hat der südkoreanische Technologiekonzern eine vorläufige Einigung mit der Gewerkschaft erzielt und damit einen ab Donnerstag geplanten Streik vorerst abgewendet.
Die Gewerkschaft teilte mit, sie habe beschlossen, einen geplanten 18-tägigen Streik auszusetzen und die Vereinbarung den Mitgliedern zur Abstimmung vorzulegen. Die Abstimmung soll Gewerkschaftschef Choi Seung-ho zufolge vom 22. bis 27. Mai stattfinden. Samsung bestätigte die vorläufige Einigung.
Ein Streik bei Samsung würde die weltweiten Lieferengpässe bei Halbleitern verschärfen, die durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) entstanden sind. Der Konzern ist der weltgrößte Anbieter von Speicherchips. Die Zahl der Streikenden entspräche etwa 38 Prozent der Konzernbelegschaft in Südkorea.
Bonuszahlungen für den Halbleiterbereich
Im Zentrum des Konflikts stehen Bonuszahlungen und deren Verteilung zwischen der hochprofitablen Speichersparte und dem defizitären Geschäft in anderen Bereichen. Laut Medienberichten soll die nun gefundene Vereinbarung eine Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Einführung eines leistungsabhängigen Bonus für den Halbleiterbereich in nicht näher genannter Höhe umfassen.
Bei Samsung wurde in der Konzerngeschichte erst einmal gestreikt: 2024 konnten die Gewerkschaften 6.000 Beschäftigte mobilisieren. Streiks sind in Südkorea allgemein eine Seltenheit und Samsung galt lange als besonders gewerkschaftsfeindlich.
