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Startseite»Nachrichten»Musk will Weltall bewirtschaften: SpaceX startklar für größten Börsengang aller Zeiten
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Musk will Weltall bewirtschaften: SpaceX startklar für größten Börsengang aller Zeiten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 21, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Musk will Weltall bewirtschaftenSpaceX startklar für größten Börsengang aller Zeiten

Eine Büste von Elon Musk steht in Texas nah dem Weltraumbahnhof Starbase. (Foto: picture alliance / newscom)

Elon Musk ist auf dem Sprung, der erste Billionär des Planeten zu werden. Im Prospekt zum Börsengang seines Weltraumkonzerns SpaceX veröffentlicht er Zahlen und Visionen. Anders als einst die Saurier soll die Menschheit ins Weltall ausweichen können.

Der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX tritt in seine heiße Phase. Der Weltraumkonzern des Milliardärs Elon Musk veröffentlichte seinen Emissionsprospekt, den er zuvor vertraulich bei der US-Technologiebörse Nasdaq eingereicht hatte. Mit einem erwarteten Volumen von 75 Milliarden Dollar würde dieses Debüt den bisherigen Weltrekord des Ölkonzerns Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 um das Dreifache übertreffen. Experten trauen SpaceX eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar zu. Damit könnte Musk, der bereits als reichster Mensch der Welt gilt, zum ersten Billionär der Geschichte aufsteigen. Zu seinem Firmenimperium gehört unter anderem der Elektroautobauer Tesla, dessen Börsenwert derzeit bei etwa 1,5 Billionen Dollar liegt.

Aus den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokumenten geht hervor, dass Musk SpaceX auch nach dem Sprung aufs Parkett dominieren wird. Durch eine Struktur mit zwei Aktienklassen sichert sich der Milliardär 85,1 Prozent der Stimmrechte und wird weiterhin als Vorstandschef, Technikvorstand und Verwaltungsratsvorsitzender fungieren. Musks Vergütung ist an ehrgeizige Ziele geknüpft, darunter die Errichtung einer dauerhaften menschlichen Kolonie auf dem Mars sowie der Bau von Rechenzentren im Weltall. Anleger, die auf Ausschüttungen hoffen, werden jedoch enttäuscht: SpaceX will auf absehbare Zeit keine Dividenden zahlen.

„Muskonomy“

Die Unterlagen gewähren Einblick in das eng verflochtene Firmenimperium Musks sowie in neue Großaufträge. So hält Tesla knapp 19 Millionen der künftigen Klasse-A-Aktien von SpaceX. Analyst Dan Ives vom Vermögensverwalter Wedbusch sieht dies als ersten Schritt zu einer Fusion der beiden Unternehmen. „Musk möchte einen größeren Teil des KI-Ökosystems besitzen und kontrollieren.“ Eine Weg dorthin sei der Zusammenschluss dieser beiden Vorreiter disruptiver Technologien. Musk hat SpaceX bereits mit seinem KI-Startup xAI verschmolzen.

Zudem schloss das Raumfahrtunternehmen im Mai einen lukrativen Vertrag über Cloud-Dienstleistungen mit dem KI-Entwickler Anthropic. Dieser soll SpaceX bis Mai 2029 monatlich 1,25 Milliarden Dollar einbringen. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar, schrieb wegen hoher Investitionen bei xAI jedoch einen Verlust von knapp fünf Milliarden Dollar.

Aufbruch ins All

Abweichend von den Gepflogenheiten legte Musk in dem Börsenprospekt auch seine Visionen dar. Als mögliche Projekte nannte er den Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden oder die Energie-Erzeugung auf dem Mond. Die Notwendigkeit für Reisen zu anderen Planeten begründete er mit den Worten: „Wir wollen nicht, dass die Menschheit das gleiche Schicksal erleidet wie die Dinosaurier.“

„Man mag ihn lieben oder hassen – langweilig ist Musk ganz sicher nicht“, sagte Finanzprofessor Aswath Damodaran von der Stern School of Business der New York University. Seine Fähigkeit, auf den ersten Blick abwegig erscheinende Pläne zu verwirklichen, mache einen Großteil der Faszination von SpaceX aus.

Anlagestratege Matt Kennedy vom Research-Haus Renaissance rechnet daher mit regem Anlegerinteresse an der Emission. „Kaum etwas beflügelt die Fantasie der Öffentlichkeit so sehr wie die Raumfahrt. SpaceX wird sich als ein generationenübergreifendes Investment präsentieren – ein Unternehmen mit einer langfristigen Vision, an der sich Anleger 20, 30 oder mehr Jahre festhalten können.“

Starlink macht 80 Prozent des Umsatzes aus

SpaceX wurde 2002 gegründet und absolviert jährlich mehr Weltraummissionen als sämtliche anderen staatlichen und privaten Anbieter zusammen. Der Konzern revolutionierte die Branche mit wiederverwendbaren Raketen und betreibt mit Starlink ein Netzwerk aus rund 10.000 Satelliten, das weltweites Breitband-Internet anbietet. Dieser Geschäftsbereich steuert etwa 80 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Von zentraler Bedeutung für Musks Weltraum-Ambitionen ist der für Freitag geplante Testflug von „Starship“. Dabei handelt es sich um wiederverwendbare Schwerlastrakete und eine Raumkapsel, die einmal Menschen zum Mond und zum Mars fliegen soll.

Der Multimilliardär stellt für die Zukunft KI-Rechenzentren im All in Aussicht. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann und die Kühlung im All einfacher ist. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.

Quelle: ntv.de, mau/rts/dpa

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