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Startseite»Nachrichten»Torwart geht kein WM-Risiko: Der FC Bayern muss seine „Riesensehnsucht“ ohne Manuel Neuer stillen
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Torwart geht kein WM-Risiko: Der FC Bayern muss seine „Riesensehnsucht“ ohne Manuel Neuer stillen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 23, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Torwart geht kein WM-RisikoDer FC Bayern muss seine „Riesensehnsucht“ ohne Manuel Neuer stillen

Jonas Urbig wird Manuel Neuer im Pokalfinale in Berlin vertreten. (Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS)

Der FC Bayern giert nach dem ersten Pokalsieg seit sechs Jahren. Während der VfB Stuttgart befreit aufspielt, droht den Münchnern ein „bitterer Beigeschmack“ – und in Berlin müssen sie auch noch ohne ihren Tormann für die großen Spiele auskommen.

An ihren letzten Besuch in Berlin können sie sich beim FC Bayern noch gut erinnern – auch, wenn er schon sechs Jahre her ist. „Das letzte Mal“, blickte Vereinsboss Jan-Christian Dreesen zurück, „haben wir ohne Zuschauer gespielt. Corona-Zeit, so lange ist das schon her.“ Am Samstag wird die „Riesensehnsucht“ des Rekordsiegers nach dem Pokalfinale im Olympiastadion endlich gestillt – nach 2149 Tagen, gegen den Titelverteidiger, vor rund 74.000 Zuschauern statt 700 – ohne Manuel Neuer.

Der neue, alte Nationaltorwart fällt nach Klubangaben aufgrund seiner muskulären Probleme in der Wade aus. Neuer, der als einer von nur noch sechs aktiven Münchner Stars beim bislang letzten Titelgewinn dabei war, wird am Samstag (20 Uhr/ARD und Sky) wieder einmal von Jonas Urbig ersetzt. Der 40-Jährige will mit Blick auf die Weltmeisterschaft kein Risiko eingehen. „Die WM ist nicht in Gefahr, aber er kann morgen nicht spielen. Es ist einfach zu kurz nach der Verletzung, die am Samstag passiert ist“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl der „Bild“-Zeitung: „Dementsprechend macht es keinen Sinn, ihn im Pokalfinale ins Tor zu stellen, mit dem Risiko, dass er sich schwer verletzen könnte. Deswegen haben wir das zusammen entschieden, so schwer es dem Manu auch gefallen ist, auf das Finale zu verzichten.“

Bayern muss „bitteren Beigeschmack“ verhindern

Ob mit oder ohne Neuer – die Bayern wissen, dass sie ihre bislang so bemerkenswerte Saison nur dann als Erfolg werten können, wenn auf die souveräne Meisterschaft noch das erste Double seit 2020 folgt. Wenn die bitteren Knockouts der vergangenen Jahre gegen Kiel, Gladbach, Freiburg, Saarbrücken und Leverkusen endlich vergessen sind. Sollten die Bayern „nicht gewinnen“, gestand Starstürmer Harry Kane ein, „wird das einen bitteren Beigeschmack hinterlassen“.

Dafür sorgen will der Titelverteidiger. Während der Favorit seine Saison zu einem positiven Abschluss bringen muss, kann der VfB befreit aufspielen. Erst recht nach dem Pokalsieg im vergangenen Jahr gegen Arminia Bielefeld, und noch mehr nach der erfolgreichen Qualifikation für die Champions League. Das Finale sei ein „Bonusspiel“, betonte Nationalstürmer Deniz Undav. Stuttgart habe „nichts zu verlieren, wir sind der komplette Underdog“, meinte der 29-Jährige: „Es gibt den klaren Favoriten, das ist der FC Bayern.“

Entsprechend viel würde dem VfB eine Überraschung und die damit einhergehende Krönung einer erneut starken Saison bedeuten. „Ein Pokalsieg im Finale gegen die Bayern“, träumte Trainer Sebastian Hoeneß, „da geht nichts mehr drüber.“ Als „die mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland und eine der besten in Europa“, lobte Hoeneß, der anders als Bayern-Trainer Vincent Kompany personell aus dem Vollen schöpfen kann, den Gegner. Das Spiel zwischen Rekordsieger und Titelverteidiger sei „der perfekte Saisonabschluss, der perfekte Rahmen“ – und der VfB ist gewarnt.

Bayern-Boss Dreesen tönt

Mehrfach habe man in dieser Saison „gesehen“, wozu die Bayern „imstande sind“, mahnte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Alle drei Duelle in dieser Spielzeit haben die Münchner gewonnen, Torverhältnis 11:3. „Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir sehr viele Spiele verlieren“, gab Hoeneß zu, „aber wir müssen ja nur eins spielen.“ Und da müsse man eben „beten, dass sie Fehler machen und wir die ausnutzen“, sagte Undav, betonte jedoch: „Das wird sehr, sehr schwer.“ Zumal die Bayern nach einer Liga-Saison der Superlative, ihrer ausgiebigen Meisterfeier und trotz des bitteren Ausscheidens im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain nur so vor Selbstvertrauen strotzen.

„Wir wollen gewinnen – und wir werden auch gewinnen“, tönte Dreesen – bei allem „Respekt“ vor Stuttgart. Auch Präsident Herbert Hainer gab sich „sehr zuversichtlich“: „Wenn man gesehen hat, wie die Mannschaft das ganze Jahr gespielt hat, mit welcher Geschlossenheit – die will unbedingt den Titel holen, um die Saison gut zum Abschluss zu bringen.“

Und „um wirklich das Gefühl zu haben, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben“, wie Kane betonte. „Seit meinem ersten Tag bei Bayern wird über Berlin gesprochen“, sagte Coach Kompany: „Dass wir den Verein wieder dorthin bringen, ist ein riesiges Geschenk.“ Doch ohne Titel wäre das kaum etwas wert.

Quelle: ntv.de, mar/sid

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