„Fit, nicht fett“Hegseth schimpft vor Westpoint-Absolventen über Diversität
Vor den Absolventen der berühmten Militärakademie West Point führt US-Verteidigungsminister Hegseth aus, was er von den Streitkräften erwartet – und was nicht. Diversität in der Truppe habe den „amerikanischen Geist“ geschwächt, schimpft er.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat erneut das Kriegerethos im Militär beschworen. „Ihr seid fit, nicht fett. Ihr seid diszipliniert“, sagte der Pentagon-Chef auf einer Abschlusszeremonie von Kadetten an der berühmten Militärakademie West Point im US-Bundesstaat New York. Man sende sie nun aus, um zu führen, „wir senden euch aus, um Krieger zu formen, und wir senden euch vielleicht in den Krieg – ihr seid bereit“, ergänzte Hegseth, den die Trump-Regierung in Kriegsminister und das Verteidigungs- in Kriegsministerium umbenannt hatte.
Schon länger beschwört die Trump-Regierung das Bild von starken Helden im US-Militär und bedient sich an zum Teil martialischer Kriegsrhetorik, während in den Vereinigten Staaten zugleich schon lange viele Bürger kriegsmüde sind.
Westpoint wie „wokes Princeton“
Hegseth kritisierte, politisch motivierte ideologische Agenden und schwache Führung hätten das Militär auf einen falschen Kurs gebracht. Ehemalige Führungskräfte hätten Westpoint in ein „wokes Princeton“ verwandelt, schimpfte Hegseth unter Verweis auf die Universität, an der er einst studiert hatte. Der „amerikanische Geist“ der Streitkräfte sei durch Diversitätsprogramme geschwächt worden.
Noch vor wenigen Jahren habe auch an der Militärakademie der Satz kursiert „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“. Das sei „der dümmste Satz der Militärgeschichte“, so der Veteran und ehemalige Fox-News-Moderator. In rechtskonservativen US-Kreisen existiert seit Jahren die Meinung, das Militär sei unter demokratischen Regierungen „verweichlicht“ oder zu stark von gesellschaftspolitischen Themen geprägt worden.
US-Medien beobachten, dass die Bemühungen des Pentagon dahingehen, Frauen und Angehörige von Minderheiten aus den Reihen zurückzudrängen. NBC News berichtete Anfang April, Hegseth habe eingegriffen, um die Beförderungen von mehr als einem Dutzend schwarzer und weiblicher Offiziere zu verhindern oder zu verzögern.
