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Öffentliche Demütigung: Wie Uli Hoeneß eine mögliche Trennung von Max Eberl schamlos vorbereitet

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 26, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Öffentliche DemütigungWie Uli Hoeneß eine mögliche Trennung von Max Eberl schamlos vorbereitet

25.05.2026, 13:52 Uhr Von Ben Redelings

Die öffentliche Kritik und die Zweifel von Uli Hoeneß an der Arbeit von Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern schlagen rund um das DFB-Pokalfinale hohe Wellen. Dass dabei vor allem der Zeitpunkt und die Art und Weise besonders sind, verwundert nicht nur Eberl selbst.

„Freunde sprechen miteinander, nicht übereinander“, lautet einer der sinnvollsten Leitsätze für eine vertrauensvolle Beziehung. „Freunde“ gibt es im Profifußball eher nicht. Aber das ändert nichts daran, dass man sich im Idealfall nicht auch im Miteinander eines Wirtschaftsunternehmens an gewisse Regeln halten sollte. Eine dieser Regeln hat Uli Hoeneß mit seinem medialen Frontalangriff auf Max Eberl, den viele nicht zu Unrecht sogar als öffentliche Demütigung empfanden, gebrochen. Und das ganz bewusst. Denn Hoeneß weiß nach weit mehr als 50 Jahren im Showgeschäft Bundesliga natürlich ganz genau, wie der Hase läuft. Und das macht die Sache für Max Eberl umso bitterer.

Es ist nicht allzu lange her, dass Hoeneß den „großen Gemeinschaftssinn“ beim FC Bayern lobte. Schon damals meinte er damit wohl nur die Aktionen und Akteure auf und am Rande des grünen Rasens. Denn die Kritik am Sportvorstand Eberl ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Als Mitte April erstmals in dieser Spielzeit Gerüchte aufkamen, dass der Aufsichtsrat des FC Bayern Zweifel an der Arbeit von Eberl habe, blieb ein öffentliches Bekenntnis zum aktuellen Sportvorstand aus. Viel schlimmer. Es gab noch nicht einmal ein zaghaftes Dementi zu den Meldungen.

Spätestens ab diesem Moment war klar, dass Eberl intern nicht mehr nur angezählt ist, sondern beim Rekordmeister bereits ernsthaft über einen Abgang des ehemaligen Bayern-Spielers diskutiert wird. Nach Hoeneß‘ deutlichen Worten rund um das Pokalspiel am Wochenende, die man getrost als öffentliche Vorbereitung eines möglichen Eberl-Abschieds lesen kann, scheint dieser Zeitpunkt nun deutlich näher gerückt zu sein.

Nur fast alles beim FC Bayern ist derzeit rosig

Dass sich der Aufsichtsrat eines großen Wirtschaftsunternehmens natürlich immerzu intensiv Gedanken machen muss, ob die Auswahl seiner Mitarbeiter zu dem Rahmen passt, den man sich selbst gegeben hat, ist selbstverständlich richtig und üblich. Dass allerdings Personalfragen und Probleme mit bestimmten Personen in der Öffentlichkeit diskutiert werden, ist weder üblich noch sinnvoll und, man muss es gerade im speziellen Fall von Eberl so deutlich sagen, sogar fast schon schamlos. Denn nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch die Art und Weise, die Hoeneß dabei wählte, waren, da sollte es keine Zweifel geben, in dieser Situation völlig unangemessen – wie man nicht zuletzt auch an der emotionalen und deutlichen Reaktion von Eberl selbst sehen und hören konnte.

Da die Kritik an der Arbeit des Sportvorstands in eine Phase fällt, in der der FC Bayern öffentlich so positiv wahrgenommen wird wie wohl noch nie in seiner langen Geschichte, verwundern diese Zweifel natürlich umso mehr. Doch genau deshalb wählte Hoeneß seine Worte wohl ganz bewusst. Ihm, der immer schon lieber einen FC Bayern München haben wollte, an dem man sich reibt („Das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre, wenn uns plötzlich alle lieben würden“), war die öffentliche Wahrnehmung möglicherweise etwas zu positiv in den letzten Wochen und Monaten. Deshalb haben die Hinweise auf Defizite bei der Arbeit des Sportvorstands Eberl auch eine klare Funktion: Eine mögliche Trennung soll nicht aus dem Nichts kommen – und die Fans aus heiterem Himmel treffen.

Hoeneß erzielt Kollateralschaden

Dieses Ziel, das kann man wohl so sagen, hat Uli Hoeneß nach diesem Wochenende bereits erreicht. Dass es dabei allerdings einen menschlichen Kollateralschaden gegeben hat, ist leider auch unbestritten. Wieso und weshalb man beim FC Bayern keinen anderen Weg gewählt hat, dieses Thema intern wie öffentlich zu diskutieren, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Eine gemeinsame, vertrauensvolle Zukunft ist nach den Ereignissen rund um das Pokalfinale nun allerdings nur noch sehr schwer vorstellbar.

Und das hat weniger mit den harten Gepflogenheiten des Profifußballs zu tun, bei denen man nicht zu „empfindlich“ auch auf Kritik reagieren sollte, sondern mehr mit dem gemeinsamen Umgang. Denn (gerade) auch wenn man keine Freundschaft pflegt, sollte immer gelten, dass man lieber miteinander und nicht übereinander spricht. In der Regel, das zeigt das Leben, ist das für alle und alles immer der bessere Weg.

Quelle: ntv.de

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