Nach dem massiven Angriff auf Kiew am Wochenende hat Moskau mit einer neuen Attacke gedroht – und ausländische Diplomaten aufgerufen, die Stadt zu verlassen. Doch die Ukraine und die EU-Vertretung wollen sich nicht einschüchtern lassen.
Ungeachtet massiver russischer Drohungen mit systematischen Angriffen auf Kiew wollen sich die Ukraine und die Vertretung der Europäischen Union in der Stadt nicht einschüchtern lassen.
Die EU wies russische Aufforderungen zurück, ihr diplomatisches Personal aus Kiew abzuziehen. Die EU-Vertretung werde bleiben, betonte die Leiterin des dortigen EU-Büros, Katarina Mathernova. Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik säen und die Ukraine isolieren. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha appellierte an die Verbündeten, sich der russischen Erpressung nicht zu beugen.
Die Führung in Moskau hatte am Montag Ausländer sowie Diplomaten aufgefordert, Kiew so schnell wie möglich zu verlassen. Die russischen Streitkräfte würden systematische Schläge gegen militärische und politische Entscheidungszentren in der Hauptstadt beginnen, hieß es.
Tote und Verletzte
Außenminister Sergej Lawrow rechtfertigte das Vorgehen in einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio als Reaktion auf ukrainische Angriffe. Moskau verwies dabei auf einen Drohnenangriff in der von Russland kontrollierten Region Luhansk am Freitag, bei dem laut russischen Angaben ein Studentenwohnheim getroffen wurde und mehrere Menschen starben. Die Ukraine wies dies zurück und erklärte, sie habe eine militärische Kommandoeinheit getroffen.
Die Drohungen folgen auf einen der schwersten Angriffe auf Kiew seit Beginn des Krieges. Bei den Angriffen kamen in der Hauptstadt zwei Menschen ums Leben, 91 wurden verletzt.
