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Startseite»Nachrichten»Norwegen schlüpft unter Frankreichs Atomschirm
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Norwegen schlüpft unter Frankreichs Atomschirm

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Nach Polen und LitauenNorwegen schlüpft unter Frankreichs Atomschirm

Frankreichs Präsident Macron empfängt Norwegens Premier Störe in Paris. (Foto: AFP)

Zweifel an der Zuverlässigkeit der USA unter Trump sorgen innerhalb der Nato für tektonische Verschiebungen. Nach Polen und Litauen nimmt jetzt auch Norwegen den atomaren Schutzschirm Frankreichs in Anspruch. Die Losung, dass Europa sich selbst schützen können muss, stammt von Bundeskanzler Merz.

Norwegen will unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs schlüpfen. Ministerpräsident Jonas Gahr Störe reiste dazu nach Paris, um mit Präsident Emmanuel Macron ein entsprechendes Verteidigungsabkommen zu unterzeichnen. Bisher sind die Nato-Länder Europas unter dem atomaren Schutzschirm der Supermacht USA. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump gibt es aber Zweifel, ob Washington die Europäer etwa in einem Konflikt mit Russland wirklich schützen würde. Norwegen ist nach Polen und Litauen, die ebenfalls an Russland grenzen, das jüngste Land, das Frankreichs Schutz in Anspruch nehmen will.

Störe sagte der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, der Schritt erfolge angesichts der sicherheitspolitischen Lage in Europa. Dazu gehöre die massive Aufrüstung Russlands, auch im nuklearen Bereich, sowie der Umstand, dass Moskau einen umfassenden Krieg gegen ein anderes europäisches Land führe. In Friedenszeiten würden jedoch keine Atomwaffen in Norwegen stationiert, fügte er hinzu.

Merz‘ Vorstoß: Abhängigkeit von USA abbauen

Die Entscheidung ist bemerkenswert, da das Nato-Mitglied Norwegen sicherheitspolitisch traditionell eng an die USA gebunden ist. Das Land mit 5,6 Millionen Einwohnern gehört nicht der Europäischen Union an und teilt in der Arktis eine Grenze mit Russland. Frankreich hatte im März angeboten, seinen Schutzschirm auf andere europäische Länder auszuweiten. Ein Angriff auf Norwegen könnte damit künftig einen französischen atomaren Gegenschlag auslösen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte im April erklärt, er wolle die Abhängigkeit von den USA abbauen und dabei auch über einen atomaren Selbstschutz der Europäer reden. Im Hintergrund gibt es Überlegungen, wie man den Schutz der EU und Europas verstärkt zusammen mit den Atommächten Frankreich und Großbritannien organisieren kann.

Russland und die USA sind mit jeweils mehr als 5000 Sprengköpfen die größten Atommächte der Welt. Nach Angaben der US-amerikanischen Wissenschaftler-Vereinigung FAS hat China etwa 500, Frankreich rund 290 und Großbritannien über 225.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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