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Startseite»Nachrichten»Radikalisierung über Tiktok: Villach-Messerangreifer zu lebenslanger Haft verurteilt
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Radikalisierung über Tiktok: Villach-Messerangreifer zu lebenslanger Haft verurteilt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Radikalisierung über TiktokVillach-Messerangreifer zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Gerichtssaal war gut gesichert. (Foto: picture alliance/dpa/APA)

Bei einem Messerangriff im Februar 2025 stirbt ein 14-Jähriger im österreichischen Villach, fünf weitere Menschen werden schwer verletzt. Vor Gericht zeigt der Angeklagte wenig Reue – er bekommt eine lange Strafe.

Für ein Messer-Attentat mit einem Toten und fünf Verletzten im österreichischen Villach ist ein 24-jähriger Islamist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landesgericht Klagenfurt verurteilte den Syrer wegen Mordes, fünffachen Mordversuchs und terroristischer Straftaten, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig.

Der Flüchtling hatte am 15. Februar 2025 auf sechs Passanten in Villach im südlichen Bundesland Kärnten eingestochen. Der Angriff dauerte nach Angaben der Staatsanwältin weniger als zwei Minuten, wie die APA berichtete. „Er wollte, dass jedes Opfer stirbt und dass noch viel mehr Menschen sterben“, sagte sie.

Der Verteidiger des Mannes hatte von einem „erschütternden Beweisverfahren“ gesprochen. Der Angeklagte sei in Österreich über die sozialen Medien in die Fänge des Islamischen Staats (IS) geraten. Angeklagt war der junge Mann unter anderem wegen Mordes und Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung – konkret wegen seiner Verbindung zum Terrornetzwerk Islamischer Staat (IS). Er hat die Tat gestanden.

Keine Reue vor Gericht

Vor der Polizei hatte er angegeben, dass er die Tat begangen habe, um den IS zu stärken. Er sehe sich als „Krieger des IS“, der das Ziel habe, westliche Männer zu töten. Eigentlich habe er noch mehr Menschen töten wollen, hatte er vor der Polizei angegeben. Dazu habe er vorher bereits andere Anschlagspläne gewälzt, sagte der Angeklagte auf Nachfrage der Staatsanwältin: „Ich hatte andere Szenarien, aber leider keinen Zugang zu anderen Waffen, wie einen Sprenggürtel, mit dem ich noch mehr Menschen töten hätte können.“ Die Frage, ob er die Tat bereut, verneinte der Angeklagte auch vor Gericht.

Der Prozess gegen den Mann hatte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. Der 24-Jährige nahm im Landesgericht Klagenfurt hinter einer eigens errichteten Glaswand Platz, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Er wurde von maskierten Beamten bewacht. Seine Handschellen wurden ihm für den Prozess nicht abgenommen.

Das erste und jüngste Opfer war ein 14-Jähriger, den der Attentäter an sich heranzog und in die Brust stach, hieß es. Der Junge starb nach dem Angriff. Vier der fünf anderen Opfer wurden laut der Anklage lebensgefährlich verletzt. Der Syrer wurde von einem ebenfalls syrischen Essenslieferanten gestoppt, der den Verdächtigen mit seinem Fahrzeug anfuhr.

Der Angeklagte hatte 2020 in Österreich Asyl beantragt und erhalten. Ab 2024 habe er sich immer mehr isoliert, so die Staatsanwältin, die laut APA von einer „Blitzradikalisierung“ sprach. Zwei Tage vor der Tat habe der Mann auf der Plattform Tiktok ein Video aufgenommen, in dem er dem IS die Treue geschworen habe. Er habe demnach in dem Video auch davon gesprochen, dass er Ungläubige „wie Schafe schlachten“ werde.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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