Bis kurz vor der Wahl des neuen FDP-Parteichefs sah es so aus, als sei Kubicki der einzige Kandidat für den Posten. Doch ein anderes bekanntes Gesicht der Liberalen wirft überraschend ihren Hut in den Ring: die Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann.
Beim FDP-Bundesparteitag gibt es bei der Wahl für den Posten des Parteivorsitzes überraschend eine Kampfkandidatur. Gegen den bisher einzigen Bewerber Wolfgang Kubicki tritt die Europa- und Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann an.
33 Delegierte reichten schriftlich ihre Unterstützung für Strack-Zimmermanns Kandidatur ein. Damit war laut FDP-Parteisatzung das Quorum für eine spontane Kandidatur auf dem Parteitag erfüllt.
Überraschungskandidatur
Bis kurz vor der Wahl hatte es so gewirkt, als sei Kubicki der einzige Kandidat im Rennen um den FDP-Vorsitz. Sein Kontrahent Henning Höne hatte seine Kandidatur Mitte Mai zurückgezogen und sich stattdessen als ein Team mit Kubicki präsentiert. Höne soll im Fall einer Wahl von Kubicki zum Parteichef der erste Stellvertreter werden.
Mit der Kandidatur von Strack-Zimmermann wurde nicht gerechnet. Die Verteidigungspolitikerin hatte im vergangenen Jahr den Chefposten noch abgelehnt.
Zwei Kandidaten – zwei Ausrichtungen
Kubicki gilt in der FDP als Rechtsliberaler. Er ist bekannt für seine medienwirksamen Auftritte – und polarisiert auch immer wieder. Mit dieser Strategie will der Politiker auch die FDP als Parteichef wieder nach vorne bringen. „Wie sollen die Leute sich denn für die FDP entscheiden, wenn sie uns gar nicht sehen oder gar nicht hören?“, sagte er im ARD-Interview.
Auch Strack-Zimmermann gilt als direkt und schlagfertig. Die 68-Jährige hat sich vor allem mit verteidigungspolitischen Themen einen Namen gemacht und ist im Europaparlament Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. Sie steht eher für eine sozialliberale Ausrichtung.
Kubicki und Strack-Zimmermann sind beide seit Jahrzehnten Mitglieder der FDP.
Landtagswahlen als Bewährungsprobe
Die Partei steht zunehmend unter Druck. Zuletzt gab es Wahlschlappen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In beiden Bundesländern schaffte es die FDP nicht in den Landtag. Nach den Niederlagen bei den Landtagswahlen hatte Parteichef Christian Dürr seinen Rücktritt erklärt. Auch das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2025 wirkt nach. Die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gelten daher als wichtige Bewährungsprobe für die Liberalen.
