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Startseite»Nachrichten»„Er kroch den Berg hinunter“: Totgeglaubter Sherpa vom Mount Everest lebt
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„Er kroch den Berg hinunter“: Totgeglaubter Sherpa vom Mount Everest lebt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Er kroch den Berg hinunter“Totgeglaubter Sherpa vom Mount Everest lebt

Der Sherpa wird nun erstmal im Krankenhaus behandelt. (Foto: REUTERS)

Seine Frau betete bereits für seine Seele: Der erfahrene Bergführer Dawa „Hillary“ Sherpa bleibt kurz unterhalb der Todeszone am Mount Everest zurück – und wird tagelang vermisst. Doch dann geschieht das Wunder.

Ein seit sechs Tagen am Mount Everest vermisster und bereits für tot gehaltener Bergführer ist lebend wieder aufgetaucht. Der erfahrene Dawa „Hillary“ Sherpa wurde am Morgen in der Nähe des Basislagers am höchsten Berg der Welt gefunden, wohin er aus eigener Kraft zurückgekehrt war, wie Helfer berichteten.

„Er kroch den Berg hinunter“, sagte Pemba Sherpa vom Unternehmen 8K Expeditions, das die Rettungsmaßnahmen koordinierte. Ein Hubschrauber brachte den Bergführer ins Krankenhaus nach Kathmandu. Dawa Sherpa werde mit Erfrierungen und Prellungen auf der Intensivstation behandelt, sei aber bei Bewusstsein, sagte ein Arzt.

Dawa Sherpa war in den frühen Morgenstunden des 30. Mai an den oberen Hängen des Mount Everest unter schwierigen Wetterbedingungen verschwunden. Nachdem tagelang vergeblich nach dem Bergsteiger gesucht worden war, hatte seine Familie am Mittwoch bereits mit Gebeten für seine Seele begonnen, wie seine Frau Damu Sherpa berichtete: „Wir hatten die Hoffnung aufgegeben“, sagte sie. Nun sei sie überglücklich.

Der britische Bergsteiger Chris Thrall hatte am 29. Mai gemeinsam mit Dawa Sherpa den Gipfel des Mount Everest bestiegen. Am nächsten Morgen befanden sich die beiden gemeinsam auf dem Abstieg von Camp Vier knapp unterhalb der sauerstoffarmen Todeszone, als Dawa Sherpa anhielt. „Er setzte sich hin, um mit seinem Rucksack eine Pause zu machen – diese Leute tragen schwere Lasten“, sagte Thrall in einer Videobotschaft. Er habe sich bei dem Bergführer erkundigt, ob mit ihm alles in Ordnung sei, und Dawa Sherpa habe ihn zum Weitergehen ermutigt.

Kurz darauf sei er auf einen in Not geratenen polnischen Bergsteiger getroffen, der keinen zusätzlichen Sauerstoff mehr hatte und unter Erfrierungen an den Fingern litt, berichtete Thrall. Statt noch einmal zu Dawa Sherpa zurückzukehren, habe er dem Polen beim Abstieg zum Camp Drei geholfen. Statt der üblichen zwei habe der Abstieg elf Stunden gedauert.

Suchaktion blieb erfolglos

Später wurde eine Suchaktion nach Dawa Sherpa gestartet, die jedoch ergebnislos verlief. Erst am Donnerstagmorgen fanden ihn Mitarbeiter eines Teams, das bei der Vorbereitung der Aufstiegsroute am Mount Everest und beim Einsammeln des am Berg zurückgelassenen Mülls hilft. Der Bergführer hatte es aus eigener Kraft fast bis zum Basislager geschafft.

Der Aufstieg von Thrall und Dawa Sherpa war einer der letzten der Saison, in der nach Angaben der nepalesischen Behörden mehr als tausend Bergsteiger den Gipfel des mit 8849 Meter höchsten Berges der Welt erreicht haben. Mindestens fünf Menschen – zwei indische Bergsteiger und drei nepalesische Helfer – kamen in dieser Everest-Saison ums Leben.

Quelle: ntv.de, Paavan Mathema, AFP

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