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Startseite»Nachrichten»Besonders bei einer Gruppe: Homeoffice kann laut Studie die Psyche belasten
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Besonders bei einer Gruppe: Homeoffice kann laut Studie die Psyche belasten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Besonders bei einer GruppeHomeoffice kann laut Studie die Psyche belasten

Wer für die Arbeit zu Hause bleibt und auch privat allein lebt, kann schnell vereinsamen. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Für viele ist die Arbeit von zu Hause Alltag. Eine neue Untersuchung aus den Vereinigten Staaten zeigt nun, dass dies zu Einsamkeit und mentalem Stress führen kann. Dabei wird deutlich, dass eine bestimmte Gruppe besonders betroffen ist.

Die Corona-Pandemie hat das Homeoffice in der Arbeitswelt verankert. Etwa jeder Vierte arbeitete in Deutschland 2025 mindestens teilweise im Homeoffice, vor der Pandemie war es nur jeder Achte. Besonders verbreitet ist es bei IT-Dienstleistungen und klassischen Bürojobs. Doch wenig wusste man bisher, wie sich dies auf die mentale Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auswirkt. Laut einer US-Studie kann Homeoffice zu mehr Einsamkeit und mentalem Stress führen.

Drei Ökonominnen hatten fünf große, repräsentative Befragungen von mehr als einer halben Million US-Beschäftigten ausgewertet. Die Daten wurden zwischen 2011 und 2024 erhoben. In den USA hatte sich der Anteil von Homeoffice seit Beginn der Corona-Pandemie vervierfacht. Die Forscherinnen verglichen für ihre Studie Berufsgruppen, bei denen Homeoffice besonders häufig ist – wie Softwareentwicklung und Marketing – mit solchen, die körperliche Präsenz erfordern, etwa Pflege oder Maschinenbau.

Das Ergebnis: US-Beschäftigte in Homeoffice-fähigen Berufen verbrachten nach der Corona-Pandemie rund eine Stunde pro Arbeitstag mehr allein. Gleichzeitig stieg bei ihnen die psychische Belastung, basierend auf Selbstauskünften, deutlich stärker an. Die Forscherinnen schätzen, dass die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice etwa ein Drittel des gesamten Anstiegs psychischer Belastung in diesem Zeitraum erklärt. Die Ergebnisse der Studie wurden im renommierten Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.

Alleinlebende stark betroffen

Alleinlebende sind laut der Studie besonders betroffen: Bei ihnen stieg die Wahrscheinlichkeit, einen ganzen Tag allein zu verbringen, um 7 Prozentpunkte – ein Plus von 83 Prozent. Das war rund zehnmal so viel wie bei Menschen, die mit Partnern oder Kindern zusammenlebten. Und auch die psychische Belastung stieg bei Alleinlebenden in Homeoffice-Berufen stärker an, bei allen anderen zeigte sich dieser Unterschied nicht.

Eine mögliche Erklärung: Laut den Autorinnen fehlt es den von seelischem Stress Betroffenen im Homeoffice an den Mini-Begegnungen, die wichtig für das seelische Wohlbefinden seien: „Kein Smalltalk mit einem Barista, kein „Hallo“ von einem Kollegen, kein Lächeln von einem Passanten im Supermarkt.“ Und anders als man erwarten könnte, holten Alleinlebende das verlorene Miteinander nach Feierabend nicht etwa nach – im Gegenteil: Auch das Treffen mit Freunden am Abend ging bei ihnen zurück.

KI als Erklärung weniger plausibel

Die Autorinnen untersuchten auch andere mögliche Erklärungen für steigenden psychischen Stress, wie die Angst vor KI, politische Polarisierung oder die Spätfolgen der Pandemie – sie fanden dafür in den Daten aber keine Hinweise. Zudem stellten sie fest, dass Menschen, die zuvor in einem Homeoffice-fähigen Beruf gearbeitet hatten, aber danach arbeitslos wurden, nicht stärker unter psychischen Belastungen litten. Dies sei ein Indiz dafür, dass tatsächlich die Arbeitsbedingungen das Problem sind.

Weil die Vorteile von der Arbeit im Homeoffice sofort spürbar seien, könnten die Beschäftigten deren Nachteile unterschätzen, vermuten die Autorinnen. Die Schattenseiten würden sich aber langsam und unmerklich aufsummieren.

Die Ergebnisse der Untersuchung beruhen ausschließlich auf den Befragungen in den USA. Sie lassen sich damit nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen.

Quelle: ntv.de, kst

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