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Startseite»Politik»Expertin bezweifelt Ziel der Regierung beim Kampf gegen Obdachlosigkeit
Politik

Expertin bezweifelt Ziel der Regierung beim Kampf gegen Obdachlosigkeit

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 5, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.06.2026 • 10:14 Uhr

Trotz der zuletzt gestiegenen Zahlen hält die Bundesregierung an ihrem ambitionierten Ziel fest: Bis 2030 soll es keine Obdachlosigkeit im Land geben. Eine Expertin widerspricht: Das Ziel sei unhaltbar. Aber man könne dennoch etwas tun.

Bis 2030 will die Bundesregierung die Obdachlosigkeit in Deutschland überwunden haben. Obwohl das Ziel ambitioniert ist, hält die Regierung laut Bauministerin Verena Hubertz daran fest: „Das ist eine Mammutaufgabe und eine Kraftanstrengung, an der wir festhalten wollen“, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag der Rheinischen Post.

Doch trotz der Bekenntnisse aus Berlin ist das Ziel laut einer Expertin in seiner Ganzheit nicht umsetzbar. „Die Situation von Menschen in Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit könnte jedoch deutlich verbessert werden“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Sabine Bösing, der Nachrichtenagentur KNA. „Dafür sind politischer Wille, ausreichende Investitionen und konsequente Maßnahmen erforderlich.“

Zahl der Wohnungslosen zuletzt stark gestiegen

Ein „radikales Umsteuern in der Wohnungs- und Mietenpolitik“ könnte zu mehr Sozialwohnungen und weniger Wohnungsverlusten führen, sagte Bösing. In der Rheinischen Post hatte Hubertz gefordert, neben Neubau und Wohnungsbau auch die Menschen im Blick zu behalten, die gar kein Dach über dem Kopf hätten und zu den vulnerabelsten Gruppen gehörten. „Das können Bund, Länder und Kommunen nur gemeinsam.“ Die Ministerin verwies zugleich darauf, dass allein der Bund in den kommenden Jahren 23,5 Milliarden Euro für bezahlbaren Wohnraum an die Länder gebe.

Laut Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vom November 2025 hatte die Zahl der Wohnungslosen zuletzt einen Rekordstand erreicht. 2024 waren demnach 1.029.000 Menschen in Deutschland ohne festen Wohnsitz – also wohnungslos. Das war ein Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obdachlosigkeit ist die extremste Form der Wohungslosigkeit, bei der Betroffene keine Möglichkeit haben, vorübergehend etwa in Heimen, Frauenhäusern oder bei Verwandten zu wohnen und im Freien oder in Unterkünften übernachten müssen.

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